Die Notaufnahme schließt für immer

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Der große Star von ER: George Clooney.

Köln - Wenn heute Abend die 331. Folge Emergency Room (ER) bei Pro7 ausgestrahlt wird, dann geht eine Ära, ein Stück amerikanischer und auch deutscher TV-Geschichte zu Ende.

 Die erfolgreichste Ärzteserie aller Zeiten läuft zum allerletzten Mal. Anlass genug, auf 15 Jahre ER-Kult zurückzublicken:

Die Idee zu Emergency Room stammt von Michael Crichton (Jurassic Park). Er schrieb 1974 das Drehbuch – allerdings für einen Film, der auf einer Unfallstation spielen sollte. In den folgenden Jahren bot er das Skript mehreren Produktionsfirmen und TV-Sendern an, die es alle ablehnten. Begründung: zu technisch, zu schnell, zu anspruchsvoll…

Erst 1989 kaufte der Regisseur Steven Spielberg das Drehbuch und produzierte die Serie später gemeinsam mit Michael Crichton.

Insgesamt waren in 15 Jahren ER 34 Autoren, 38 Produzenten und 49 Regisseure am Werk. Bei der Episode Mütter in der ersten Staffel führte Quentin Tarantino Regie.

Die 331 Folgen wurden an 2664 Tagen produziert. Die Folge, in der Mark Greene (Anthony Edwards) stirbt, gilt unter Fans als die traurigsten 45 Minuten Serienfernsehen aller Zeiten. Er war – neben George Clooney – der beliebteste Star der Serie.

Forbes-Liste: Die wertvollsten Schauspieler der Welt

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Platz 20: Letzter Platz für den Grand-Segnieur Clint Eastwood (71). 9,33 Punkte von maximal 10,0 erreichte er. Weltweites Einspielergebnis: 2,2 Milliarden Dollar. © dpa
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Platz 19: Vorletzter Platz (9,42 Punkte) für Jim Carrey. Auch nach einigen Flops glaubt die Filmindustrie an den 47-Jährigen. Weltweites Einspielergebnis: 3,9 Milliarden Dollar. © AP
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Platz 18: Ben Stiller feiert Erfolge sowohl mit Komödien als auch mit Dramen. 9,50 Punkte erreichte der 43-Jährige. Weltweites Einspielergebnis: 3,1 Milliarden Dollar. © dpa
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Platz 17: Robert De Niro. Der 65-Jährige gilt als Inspiration für eine ganze Generation von Schauspielern; Punkte: 9,54; weltweites Einspielergebnis: 3,7 Milliarden Dollar. © AP
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Platz 16: Meryl Streep (59) erreichte im Ranking 9,55 Punkte. Weltweites Einspielergebnis: 2,4 Milliarden Dollar. © dpa
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Platz 15: Will Ferrell (41) wurde mit 9,56 Punkten bewertet. Weltweites Einspielergebnis: 1,0 Milliarden Dollar. © AP
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Platz 14: Russell Crowe erreichte beim Voting 9,57 Punkte. Weltweites Einspielergebnis des 44-Jährigen: 1,9 Milliarden Dollar. © dpa
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Platz 13: Tom Cruise (46) war schon mal weiter oben auf der Liste. Dennoch: er hält sich seit Jahren als Hollywoods Top-Seller. Weltweites Einspielergebnis: 6,6 Milliarden Dollar; bewertet wurde Cruise mit 9,60 Punkten. © AP
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Platz 12: Adam Sandler (42). Weltweites Einspielergebnis: 2,4 Milliarden Dollar; bewertet mit 9,61 Punkten. © ap
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Platz 11: Die zweite - und letzte Frau - unter den Top-20-Schauspielern. Die 41-Jährige bekam 9,65 Punkte. Weltweites Einspielergebnis: 4,6 Milliarden Dollar. © ap
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Platz 10: Jack Nicholson. Ein Investor urteilt über den 71-Jährigen: "Er hat immer noch Sex-Appeal". Weltweites Einspielergebnis: 2,8 Milliarden Dollar. © ap
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Platz 9: Matt Damons (38) erfolgreichster Film war "Der Soldat James Ryan" (1998). Weltweites Einspielergebnis: 3,8 Milliarden Dollar. © ap
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Platz 8: Denzel Washington. Der 54-Jährige bekam 9,76 Punkte für 2,6 Milliarden Dollar eingespielten Umsatz. © ap
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Platz 7: "He's smart und creative", lautet das Urteil der Branche über George Clooney (47), die ihn mit 9,81 Punkten auf der 10er-Skala bewertet. Weltweites Einspielergebnis: 2,9 Milliarden Dollar. © AP
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Platz 6: "Hanks Banks" wird Tom Hanks (52) genannt, aus gutem Grund: 5,8 Milliarden Euro Umsatz spielten die Filme mit ihm in der Hauptrolle ein. © AP
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Platz 5: Brad Pitt (45). Weltweites Einspielergebnis: 4,6 Milliarden Dollar. © dpa
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Platz 4: Angelina Jolies Filme spielten 2008 2,5 Milliarden Dollar ein. Die 33-Jährige wurde - wie ihr Mann Pitt - mit 9,89 Punkten bewertet. © dpa
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Platz 3: Leonardo diCaprio (34) rangiert laut eines Studiobosses deshalb so weit oben, "weil er nicht versucht, aus jedem Film einen Leonardo-diCaprio-Film zu machen". © dpa
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Platz 2: Jonyy Depp (45) rangiert mit 9.89 Punkten auf r ang zwei. Weltweites Einspielergebnis: 4,8 Milliarden Dollar. Erfolgreichster Film: Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest (2006). © dpa
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Platz 1: Will Smith (40) führt die Liste mit glatten 10 von 10 möglichen Punkten an. Rund 5,4 Milliarden Dollar spielten seine Filme ein. Smith ist neben dem "wertcollsten" auch der bestverdienenden Schauspieler Hollywoods: Forbes listet ihn auf Platz eins mit einer Gage von 80 Millionen Dollar im vergangnenen Jahr. © dpa

Emergency Room lief nicht nur in den USA und in Deutschland . Die Serie wurde in 195 Ländern ausgestrahlt und in 22 Sprachen übersetzt.

Rekord: Emergency Room wurde für 367 Preise nominiert und räumte 113 davon ab. Den Emmy Award, den begehrtesten amerikanischen Fernsehpreis, gewann die Arztserie 22-mal – so oft wie keine andere Serie der Welt.

Der Schauplatz der Serie, das fiktive County General Hospital , hat das Cook County Hospital zum Vorbild, das sich tatsächlich in Chicago befindet.

Insgesamt tummelten sich in den 331 Folgen 5453 Schauspieler. Der größte Star, den die Serie hervorgebracht hat, ist unumstritten George Clooney. Sein erster Auftritt als charmanter Kinderarzt Dr. Ross war 1994 – und für Clooney der Beginn einer steilen Hollywoodkarriere. Mehr als 100 Folgen lang stand der heute 48-Jährige für die Serie vor der Kamera – bis 1999, dann war Schluss. Dabei hätte er um ein Haar die Rolle nicht annehmen können, weil er schon für ein anderes Projekt gebucht war. Doch als er das Drehbuch las, soll er sofort Feuer und Flamme gewesen sein – er wollte unbedingt den Frauenschwarm spielen und sagte schließlich zu. Für die finale Staffel zog sich Clooney vor drei Wochen noch einmal den Arztkittel an.

Auch die Ex-ER-Stars Noah Wyle, Eriq La Salle, Sherry Stringfield , Julianna Margulies , Alex Kingston und Anthony Edwards , erwiesen der Serie „die letzte Ehre“. Immer wieder hatte es auch spektakuläre Gastauftritte gegeben, wie die von Kirstin Davis , Denny Glover , Rick Rossovich oder Susan Sarandon.

Prinzip jeder Episode war es, zwischen neun und 18 parallele Handlungsstränge zu erzählen. Ziel war es immer, der Serie damit ein ungewöhnlich hohes Tempo zu geben, das das Interesse des Publikums wach hält. Markenzeichen der TV-Notaufnahme war in all den Jahren die hohe Glaubwürdigkeit. So realistisch wie hier wurde in keinem Fernseh-OP der Welt operiert. Einige Folgen waren sogar Vorbild für Medizinstudenten. In zahlreichen Fachmagazinen für Ärzte wurden ER-Fälle besprochen.

Zum Abschluss zeigt Pro7 heute eine Doppelfolge. Darin eröffnet John Carter (Noah Wyle) sein eigenes Gesundheitszentrum und bekommt Besuch von den alten Kollegen. Doch viel Zeit zum Plaudern haben die Ärzte nicht – eine Gas­explosion in der U-Bahn sorgt für allerletzte Hektik…

Laura Hertreiter

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