Pistorius meldet sich zu Wort

Oscar Pistorius wünscht sich nur eines: Vergebung! 

Oscar Pistorius, aufgenommen im Juni 2016 im Gerichtssaal in Pretoria
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Oscar Pistorius, aufgenommen im Juni 2016 im Gerichtssaal in Pretoria

Der frühere Paralympics-Star Oscar Pistorius hat 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen. Nun bittet er Reevas Familie um Vergebung.

  • Oscar Pistorius erschoss 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp.
  • 2016 wurde der Athlet für schuldig befunden - in höchster Instanz wurde er 2017 dann zu 13 Jahren und 5 Monaten Haft verurteilt.
  • Jetzt wendet er sich an die Familie der getöteten Reeva und bittet sie um Verzeihung.

Pretoria – Es war ein medial viel Aufsehen erregender Prozess: 2013, in der Nacht zum Valentinstag, erschoss Oscar Pistorius seine damalige Freundin Reeva Steenkamp (29) im gemeinsamen Haus in Pretoria durch die Badezimmertür. Für diese Tat wurde er 2016 für schuldig erklärt. Der Athlet behauptete, es sei ein Versehen gewesen. Er sei mitten in der Nacht aufgewacht und habe Geräusche im Badezimmer gehört. Er dachte, er schoss auf einen Einbrecher - so die Version des Ex-Sportlers. Die Richter schenkten seiner Geschichte am Ende keinen Glauben. Pistorius wurde schließlich zu 13 Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt und sitzt voraussichtlich bis 2031 hinter Schwedischen Gardinen.

Nun wird dem in Ungnade gefallenen Sportler jedoch erneut Aufmerksamkeit zuteil. Der 33-Jährige will, dass die Eltern von Reeva Steenkamp ihm verzeihen. Er wolle ihnen sagen, dass es ihm leid tue, wird er von thesun.co.ukzitiert. Bill Schroder, der ehemalige Schuldirektor und Vertrauter des Südafrikaners, besuchte ihn bereits viermal im Gefängnis und erzählte wie es Pistorius geht. Schroder sagte, Pistorius habe mit dem Sport aufgehört, angefangen zu rauchen, sich einen Bart wachsen lassen und habe „sich Gott zugewandt“. Weiter teilte Bill der Publikation mit, was der Athlet sich wünscht. Was er sich wirklich, wirklich wünsche, sei Vergebung. Dass Reeva Steenkamps Familie seine Entschuldigung annimmt, sei ihm sogar wichtiger, als auf Bewährung rauszukommen, so der Freund. Oscar hätte regelrecht Angst, Bewährung zu bekommen, da er wisse, dass das für Ärger sorgen würde, meinte Bill. Schroder fügte hinzu, dass er wirklich das Gefühl gehabt habe, dass Pistorius Reue zeige. Auch, wenn Oscar nach wie vor bei seiner Version der Geschehnisse bleibt - diese Geschichte nimmt ihm Schroder am Ende nicht ab. Er habe ihm zugehört, aber er habe es ihm nicht abgekauft, stellt Bill klar.

Die Paralympischen Spiele 2008 machen Pistorius zum Star

Der 1986 im südafrikanischen Sandton geborene Oscar Pistorius wurde einem breiten Publikum im Jahr 2008 bekannt. Bei den paralympischen Sommerspielen in Peking beeindruckte der beinamputierte Sprinter, der wegen seiner Prothesen auch den Namen “Blade Runner” trägt, die Sportwelt: er gewann vier Mal Gold. Auch bei den nächsten Spielen 2012 in London war erfolgreich - drei Goldmedaillen konnte er damals mit nach Hause nehmen. 2013 folgte dann die Wende des erfolgreichen Sportlers. Statt auf der Laufbahn zu trainieren, saß er wegen Mordes an seiner Freundin auf der Gerichtsbank.

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