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SPD-Panne schockt Dieter Hildebrandts Witwe

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Renate Hildebrandt mit einer Büste ihres Mannes in den Räumen der Stiftung Deutsches Kabarettarchiv in Mainz. © dpa

München - Wer Renate Hildebrandt kennt, weiß: So leicht überrascht diese Frau nichts. Als die Witwe des großen Kabarettisten aber vor gut einer Woche in ihrem Haus in Waldperlach die tägliche Post öffnete, war sogar sie kurz baff.

Die SPD-Zeitung "Vorwärts" lud ihren verstorbenen Dieter († 86) doch glatt zum jährlichen Sommerfest ein. Mit herzlichen Grüßen!

„Als ich den Brief aufmachte, war ich kurz geschockt: Ich habe mich sofort gefragt: Wie können die denn nicht mitbekommen haben, dass Dieter tot ist“, erzählt Renate Hildebrandt der tz. Zur Erinnerung: Im vergangenen November war der beliebte Münchner in einer Klinik verstorben, hunderte Menschen kamen zu seiner Beerdigung, die auch im Fernsehen übertragen wurde.

Aber die Witwe reagierte sofort mit einer satten Prise Humor auf das Schreiben. Renate Hildebrandt nahm den Brief, kreuzte das Feld mit „Nein, ich kann leider nicht kommen“ an und schrieb noch handschriftlich dazu: „weil ich, Dieter Hildebrandt, am 20. November 2013 leider verstorben bin. Herzlichen Gruß, die Witwe.“

In der Redaktion der SPD-Zeitung fiel man natürlich aus allen Wolken. „Dieser Fehler tut uns schrecklich Leid“, teilte man sofort mit. Der Grund für den Fauxpas: Dieter Hildebrandt war noch immer im Postverteiler eingespeichert – das Schreiben ging also automatisch raus. „Die Zeitung hat mich sogar angerufen und sich entschuldigt“, erzählt Renate Hildebrandt schmunzelnd. „Ich bin denen nicht böse – Dieter hätte das auch lustig gefunden.“

Bleibt nur zu sagen: Wichtige Menschen vergisst man nicht. Nicht mal ein Computer.

Armin Geier

Bewegender Abschied von Dieter Hildebrandt

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