„Wir haben alles geraucht“

Peter Maffay erzählt unfassbare Zigaretten-Geschichte aus seiner Kindheit in Rumänien

Peter Maffay Sänger
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Peter Maffay erzählt über seine Kindheit in Rumänien.

Sänger Peter Maffay erzählt über seine Kindheit in Rumänien. Damals freute er sich über den Geruch leerer Zigarettenschachteln. Außerdem korrigiert der Musiker eine Anekdote von Politiker Armin Laschet.

Osnabrück - Der Musiker Peter Maffay wuchs in Rumänien auf und empfand Deutschland und den Westen als ferne und fremde Welt. „Das Einzige, das ich von westlicher Kultur mitbekommen habe, waren leere Zigarettenschachteln, die wir uns erbettelt haben, wenn irgendwelche Ausländer aus dem Hotel in Kronstadt herauskamen“, sagte er in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Peter Maffay erbettelte als Kind Zigarettenschachteln

Er und seine Freunde hätten daran gerochen – das sei für die Kids „der Duft der großen weiten Welt“ gewesen, erzählt der 71-Jährige weiter. Als Jungs hätten sie alles geraucht, von geriebenen Nussblättern bis zu Zigaretten, die sie von Ausländern geschenkt bekommen hatten. „Wenn jemand aus diesem Hotel kam, haben wir davorgestanden und gefragt: Hast du ein Kaugummi für mich oder vielleicht eine Zigarette? Es waren nicht viele, die uns eine Zigarette gegeben haben, deswegen haben wir auch die leere Schachtel genommen. Die stand dann zu Hause und wurde bewundert.“

Zur Musik wurde Maffay von seiner Mutter gebracht: „Sie hat mich mit sieben zum Geigenunterricht verdonnert und es mir zur Aufgabe gemacht, dass ich ihr irgendwann mal die Toselli-Serenade vorspiele.“ Als er 14 war, habe er ihr die Serenade vorgespielt und dazu gesagt: So, das war's. „Sie hat mich dann auch großzügig entlassen, und ich konnte anfangen, Gitarre zu spielen.“

Musiker Peter Maffay über den Tod seines Vaters: „Es war heftig“

Seinem im Mai im Alter von 94 Jahren verstorbenen Vater hat Maffay den Song „Wenn wir uns wiedersehen“ auf seinem neuen Album „So weit“ gewidmet: Er sei immer sehr stark auf seinen Vater bezogen gewesen. „Ich war auf seinen Tod vorbereitet, weil er sehr lange und schwer krank war. Aber als es dann passiert ist, war es trotzdem heftig. Ich habe mich quasi damit rübergerettet, dass ich mir zurechtgelegt habe, dass wir uns wiedersehen.“

An ein Leben nach dem Tod glaubt Maffay allerdings nicht: „Aber wer weiß, ob es nicht doch eine undefinierbare Begegnung der anderen Art geben kann? Wenn das nicht passiert, ist es trotzdem ein schöner Gedanke. Auf jeden Fall wird die Hinterlassenschaft meines Vaters sehr lebendig sein, solange ich lebe.“

Peter Maffay und Armin Laschet: „Meine Lederjacke gebe ich nicht her“

Maffay korrigierte in dem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung auch eine Anekdote von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet, wonach Maffay ihm zu seinem 50. Geburtstag eine seiner Lederjacken geschenkt habe: „Wir waren zusammen in Israel und haben einen Austausch von israelisch-palästinensischen und deutschen Schülern unterstützt. Bei einer Pressekonferenz haben Armin und ich dann mal aus Spaß unsere Jacken getauscht, aber ich habe meine Jacke anschließend zurückbekommen. Meine Lederjacken gebe ich nicht her.“

Auch andere Stars verraten ab und an Details aus ihrer Kindheit. So teilte der Fußballer Marcel Sabitzer ein Bild aus seiner Kindheit mit besonderer Bedeutung. (dpa/jsch)

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