Egner: "Schlag für die Musikwelt"

Der König ist tot! Prince stirbt mit 57 Jahren

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Prince war der vielseitigste Popmusiker unserer Zeit.

München - Prince ist tot. Der Musiker starb am Donnerstag im Alter von nur 57 Jahren. Die tz sprach mit zwei Münchnern, die den Ausnahmekünstler kennen lernen durften.

Vielleicht ist David Bowie nur schon mal vorgegangen, um seinen Künstler-Kollegen im Geiste die Wolke vorzuwärmen. Prince ist tot. Er wurde 57 Jahre alt. Mit ihm stirbt der wohl vielseitigste Musiker seiner Generation – und, ähnlich wie Bowie, eine Stil-Ikone. 2016 ist ein schwarzes Jahr für die Popgeschichte.

Prince Rogers Nelson, so sein bürgerlicher Name, wurde am Donnerstag auf seinem Anwesen in Chanhassen (Minnesota) tot aufgefunden. Ob er den Folgen einer Grippe erlag, wegen der er sich kürzlich im Krankenhaus behandeln ließ, war bis Redaktionsschluss unklar.

Nach einem Auftritt in Atlanta vor genau einer Woche musste der Pilot von Prince’ Privatjet morgens um 1 Uhr eine Notlandung in Moline (Illinois) machen. Prince litt an hohem Fieber und war kaum noch ansprechbar.

Fritz Egner über Prince: "Musik und natürlich schöne Frauen waren sein Lebenselixier"

Fritz Egner interviewte einst Prince.

Einer, der Prince kennenlernen durfte, ist TV- und Radiolegende Fritz Egner (66). Der Black-Music-Experte erinnert sich an den Star. „Ich habe ihn 1987 auf der Lovesexy-Tour in Paris interviewt. Das Gespräch ging sehr zäh los, aber das Eis war gebrochen, als ich ihm erzählte, dass ich vor ein paar Wochen mit James Brown über ihn gesprochen hätte. Plötzlich hob er seine Augen, die zuvor immer zu Boden gerichtet waren, und Prince blickte mir direkt ins Gesicht. ,Und, was hat er über mich gesagt?‘, wollte er wissen. Ich glaube, Prince wollte immer nur über Musik sprechen. Musik und natürlich schöne Frauen waren sein Lebenselixier.“

Den Rang des nur 1,58 kleinen großen Künstlers kann man nicht hoch genug ansetzen, sagt Egner: „Das ist ein Schlag für die Musikwelt. Prince ist der bedeutendste zeitgenösssische Musiker überhaupt, der alle Genres beherrscht hat. Und das immer glaubwürdig. Klar, er war für Außenstehende nicht so zugänglich, aber auf der Bühne ein wahrer Krösus.“

Münchner Hans Martin Buff mischte Prince-Alben ab

Der Münchner Toningenieur Hans Martin Buff (46) hat sämtliche Prince-Alben zwischen 1996 und 2000 abgemischt. „Prince war sehr akribisch, ja pedantisch, was seine Arbeit anging. Er hatte ganz klare Vorstellungen, was ein Ingenieur auf Prince’ musikalischer Mission zu tun hat. Und von ihm habe ich nie gehört: ,Wann sind wir endlich fertig?‘ Die Zeit mit Prince war sehr anstrengend, aber auch einzigartig.“

Das Gesamtkunstwerk Prince beschreibt Buff so: „Prince hat sich immer ganz ehrlich so erfunden, wie er sein wollte.“

Der Tod der Poplegende brachte weltweit einen Stein der Trauer ins Rollen. Millionen schwelgen nun in Prince’ Werk – von der fetzigen Rocknummer Let’s Go Crazy oder der Ballade Purple Rain bis zum knochentrocken-sinnlichen Kiss bis zum mitreißend melancholischen Sign O The Times oder dem lasziv-kecken Sexy MF.

Und dann ist ja da noch Prince’ Welt-Hit für Sinéad O’Connor, der den Unvergleichlichen selbst auf den Punkt bringt: Nothing Compares 2 U.

Madonna trauert

„Er hat die Welt verändert. Ein wahrer Visionär. Was für ein Verlust! Ich bin am Boden zerstört“, sagt Madonna (Foto: afp) auf Instagram zum Tode ihres gleichaltrigen Kollegen Prince. Der hatte – davon können die Kollegen nur träumen – auf seinen ersten fünf Alben (das erste erschien mit 19) fast alle Instrumente selbst eingespielt. Auch wenn die ganz großen Erfolge für den Mann, der die Welt mit seinen anzüglichen Bühnenbewegungen in den 80ern spaltete, passé waren – die Strahlkraft seiner Musik und sein Einsatz für die Rechte von Künstlern war ungebrochen. Seine Kreativität bis zum Schluss äußerte sich auch darin: Allein in den vergangenen zwei Jahren brachte das Genie-Chamäleon vier Alben heraus.

Dies und vieles mehr können Sie Freitagabend auf Radio Bayern 1 in einem dreistündigen Special über Prince erfahren, das Fritz Egner moderieren wird (20 Uhr bis 23 Uhr).

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