„Titanic“-Tweet sorgt für Entsetzen

Prinz Philip ist tot: Charles wendet sich an die Öffentlichkeit - Termin für Beerdigung nun bekannt

Der Mann der Queen, Prinz Philip, ist mit 99 Jahren gestorben. Die weltweite Anteilnahme ist groß. Großbritannien befindet sich bis zur Beerdigung in einer Trauerzeit.

Update vom 10. April, 18.23 Uhr: Der Buckingham Palast gab inzwischen bekannt, dass die Beerdigung von Prinz Philip am Samstag, den 17. April 2021 stattfinden wird. Die Trauerfeier soll im Schloss Windsor stattfinden. Vorher soll es eine landesweite Schweigeminute für den verstorbenen Ehemann von Queen Elizabeth II. geben. Auch Prinz Harry, der mit seiner Familie in den USA lebt, soll bei der Trauerfeier dabei sein.

Update vom 10. April, 13.28 Uhr: Britische Medien spekulieren, dass auch Prinz Harry (36) dafür aus den USA anreisen wird. Er könnte dafür wohl von den Quarantäne-Regeln für Reisende ausgenommen werden. Ob die Royals die Gelegenheit für eine Aussöhnung nutzen werden, ist jedoch unklar. Harry hatte sich besonders mit seinem Bruder Prinz William (38) und seinem Vater Charles überworfen. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe von Harry und seiner Frau Herzogin Meghan (39) über mangelnde Rücksichtnahme auf das Paar und sogar rassistische Äußerungen innerhalb der Familie. Meghan hat teilweise afroamerikanische Wurzeln.

Update vom 10. April, 13.04 Uhr: Meistens wird Prinz Philip als Gemahl der Queen in der Öffentlichkeit wahrgenommen. In einer BBC-Sendung äußerte sich nun dessen Sohn, Prinz Charles, zum Tod mit einer wichtigen Botschaft.

Prinz Charles plädierte darauf, seinen Vater nicht nur als Queen-Gemahlen, sondern auch als eigenständigen Menschen wahrzunehmen. Er glaubt, Philip hätte sich ein eigenes Vermächtnis über das des Gemahls von Queen Elizabeth II. hinaus gewünscht. Seine Worte: „Ich glaube, dass er wahrscheinlich wirklich als eigenständiges Individuum in Erinnerung behalten werden wollte“, so der britische Thronfolger in einer BBC-Sendung zum Tod Philips. Prinz Charles war einem BBC-Bericht zufolge noch am Freitag (9. April) zu seiner Mutter nach Schloss Windsor geeilt. Charles ist aktuell auf Platz Eins in der britischen Thronfolge, sollte seine Mutter, die Queen, versterben oder abdanken.

Die Queen beteuerte in einem Statement zur Goldenen Hochzeit mit Prinz Philip 1997: „Ich und seine ganze Familie, sowie dieses Land und viele andere Länder stehen höher in seiner Schuld als er jemals zugeben würde oder wir jemals ahnen könnten.“

Prinz Philip ist tot: Salutschüsse und Schweigeminuten am Samstag

Update vom 10. April 2021, 08.49 Uhr: Der Tod von Prinz Philip bewegt die Welt. Fans, Staatsoberhäupter und Königshäuser sind in Trauer und äußerten sich bereits über den im Alter von 99 Jahren verstorbenen Ehemann der Queen. In Gedenken an den Monarchen, befindet sich das Land bis zu dessen Beerdigung in einer landesweiten Trauerzeit (siehe Update 9. April, 20 Uhr).

Am heutigen Samstag wird Prinz Philip nun mit Salutschüssen und Schweigeminuten gedacht. Ab 12.00 Uhr mittags (14.00 Uhr MESZ) werden in zahlreichen Orten 41 Schüsse über einen Zeitraum von 40 Minuten abgeschossen. In zahlreichen Städten wie London, Edinburgh, Belfast, Gibraltar, oder auch von den Kriegsschiffen der Royal Navy werden Kanonen abgefeuert.

Bei allen stattfindenden Fußball-Ereignissen des Tages wird auf Empfehlung des britischen Fußballverbands eine Schweigeminute abgehalten. Die Spieler sollen schwarze Armbinden tragen. Ebenso sind für das Pferderennen „Grand National“ zwei Schweigeminuten geplant.

Die Zeitungen in Großbritannien widmeten dem Verstorbenen am Samstagmorgen ihre Titelseiten. Die „Daily Mail“ veröffentlichte sogar eine 144-seitige Sonderausgabe mit der Titel-Schlagzeile „Farewell, my beloved“.

Angela Merkel äußert sich zu Prinz Philips Tod

Update vom 9. April 2021, 20 Uhr: Die Trauer um Prinz Philip ist riesig. Neben Trauerbekundungen von europäischen Königshäusern, drückten auch hochrangige Politiker ihr Beileid aus. So beispielsweise Kanzlerin Angela Merkel. „Seine Freundschaft zu Deutschland, seine Geradlinigkeit und sein Pflichtbewusstsein bleiben unvergessen“, ließ Merkel am Freitag via Twitter über eine Sprecherin mitteilen. „Der Tod von Prinz Philip erfüllt mich mit großer Trauer. Unser aller Gedanken sind bei I.M. (Ihrer Majestät, Anm. d. Red.) Königin Elizabeth und der königlichen Familie.“ Dem Tweet wurde ein Schwarz-Weiß-Bild von Prinz Philip beigefügt.

„Operation Forth Bridge“: Wie geht es nach dem Tod von Prinz Philip weiter?

Indes stellt sich die Frage, wie es in der royalen Familie nach dem Tod von Prinz Philip weitergehen wird. Der Code-Begriff „Operation Forth Bridge“ wird eine Kette von Ereignissen in Gang bringen. Er bezeichnet den bereits abgesprochenen Ablauf bis zur Beerdigung des Ehemanns von Königin Elizabeth II. - lange vorbereitet, tritt der Plan nun in Kraft. Der Code für den Tod der Queen ist ebenfalls seit Jahren bekannt: „Operation London Bridge“.

Bis zur Beerdigung des Herzogs von Edinburgh gilt demnach eine landesweite Trauerzeit. Die Queen und andere Royals werden keine Termine wahrnehmen - das bedeutet, dass die Königin als Staatsoberhaupt in dieser Zeit keine Gesetze mit ihrer Unterschrift
in Kraft setzen kann. Im Parlament in London wird der königliche Zeremonienstab in schwarzes Tuch geschlagen, die Abgeordneten tragen schwarze Bänder am linken Arm und männliche Parlamentarier eine schwarze Krawatte. Auch die Königsfamilie wird in der gesamten Zeit nur in Trauerkleidung erscheinen und Armbinden tragen. Flaggen wehen auf halbmast.

Als Prinzgemahl steht Prinz Philip ein Staatsbegräbnis zu. Jedoch soll er gesagt haben, dass er sich kein Aufheben wünsche. Erwartet wird daher eine eher privatere Zeremonie in der St George‘s Chapel im Schloss Windsor, wo Philip seit Beginn der Pandemie mit der Queen residierte. Beerdigt wird er dann wohl in Frogmore Gardens, wo sich auch das Grab von Queen Victoria befindet.

Prinz Philip ist tot: Erste Reaktion von Harry und Meghan

Indes haben auch Prinz Harry und Meghan ihre Trauer bekundet. Auf der Website ihrer Stiftung ist eine Erinnerung an Harrys Großvater veröffentlicht worden. In weißen Buchstaben steht dort auf dunklem Hintergrund: „In liebender Erinnerung. Danke für deinen Dienst. Du wirst sehr vermisst werden.“

Harry und Meghan veröffentlichten ihre Trauerbekundung zum Tod von Prinz Philip auf ihrer Website.

Ob Harry und Meghan zurück nach London reisen werden bleibt unklar. Die britische Zeitung Daily Mail zitierte einen Vertrauten der royalen Familie: „Harry wird absolut alles tun, um zurück nach Großbritannien zu kommen und bei seiner Familie zu sein. Weiter hieß es: „Er wird nichts mehr wollen, als in dieser schrecklichen Zeit für seine Familie und insbesondere für seine Großmutter da zu sein.“

Prinz Philip ist tot: Queen in großer Trauer - „Titanic“-Tweet sorgt für Entsetzen

Update vom 9. April 2021, 15.55 Uhr: Prinz Philip ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Und nicht nur die Queen und der Palast sind in großer Trauer, sondern auch viele Menschen rund um den Erdball.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte Prinz Philip einen wichtigen Versöhner von Großbritannien und Deutschland. „Als Angehöriger der Royal Navy kämpfte Prinz Philip für die Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Terror. Sein Einsatz für Demokratie und Freiheit wird uns in Erinnerung bleiben.“ Er selber, so Steinmeier, habe Philips „scharfsinnigen Humor“ bei Begegnungen in London und Berlin „persönlich mit großem Vergnügen“ erleben dürfen. Auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sprach den Royals und dem britischen Volk „an diesem sehr traurigen Tag“ ihr Mitgefühl aus - ebenso wie viele weitere Staatschefs und die Vertreter der europäischen Königshäuser.

Vereinzelt sorgen bei Twitter allerdings auch Scherze für Unmut - von Einzelpersonen, für die Pietät ein Fremdwort ist. Das Satire-Magazin „Titanic“ reiht sich hier ein. Es twitterte ein Foto, das offenbar 2013 beim Royal-Ascot-Rennen aufgenommen wurde und das die Queen an der Seite ihres Rennberaters John Warren zeigt. Beide lachen ausgelassen.

„Titanic“ schreibt dazu: „Abgrund Royal Family: Hier erfährt die Queen vom Tod ihres Gemahls“ und legt beiden falsche Zitate in den Mund. „Endlich kein Schnarchen mehr“ ihr, „verdammtes AstraZeneca“ in Warrens Sprechblase. Gekennzeichnet ist das Ganze als „British humour by TITANIC“.

Darf man über einen Toten überhaupt Witze machen? Das Satire-Magazin ist bekannt dafür, derartige Grenzen zu überschreiten. Doch einige User reagieren entsetzt auf den Tweet. „Das ist nicht witzig“, schreibt einer. „Gag-Bewertung: 2,7/10“ ein weiterer. „Auch Satire hat moralische Grenzen. Das ist zum Beispiel hier der Fall. Aber streitet das ruhig ab“, attackiert ein anderer User die Macher. „Ihr Mann ist heute gestorben... Kein schönes Bild“, heißt es ebenfalls.

Andere meinen, dass es Prinz Philip vielleicht sogar witzig gefunden hätte. „Nicht, dass ich irgendwelche Sympathien oder Verbindungen hätte - dies schockt mich! Könnte dem alten Zyniker aber gut gefallen.“

Prinz Philip auf einem Foto aus dem Jahr 2017.

Unser Artikel vom 9. April 2021, 13.39 Uhr: London - Prinz Philip ist tot. Der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II.*, ist im Alter von 99 Jahren friedlich auf Schloss Windsor gestorben. Das teilte der Buckingham-Palast in London mit. „Mit tiefer Trauer hat Ihre Majestät, die Königin, den Tod ihres geliebten Ehemannes, seiner Königlichen Hoheit Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, bekannt gegeben, der heute Morgen auf Schloss Windsor friedlich verstorben ist“, schreibt der Palast auf der Plattform Twitter.

Prinz Philip: Zuvor musste er lange im Krankenhaus bleiben

Schon seit 2017 nimmt Prinz Philip bereits keine öffentlichen Termine mehr wahr. Auch gesundheitlich hatte der Duke von Edinburgh immer wieder zu kämpfen. Zuletzt wurde er im Februar 2021 im Londoner King-Edward-VII-Krankenhaus behandelt. Eine Spezialklinik, in der Prinz Philip am Herzen operiert wurde, er musste danach einige Wochen im Krankenhaus verbringen. Die Sorge um den Queen-Ehemann war groß, Mitte März konnte er aber entlassen werden. Noch zuvor hatten er und die Queen eine Schutz-Impfung gegen das Coronavirus erhalten.

Aber auch in den vorangegangenen Jahren litt Philip immer wieder unter gesundheitlichen Problemen: Das Herz machte ihm zu schaffen, er hatte Blasenentzündungen, musste an der Hand operiert werden und bekam mit 96 Jahren ein neues Hüftgelenk. Der letzte Krankenhausaufenthalt samt Operation am Herzen war jedoch sein längster Krankenhausaufenthalt.

Die Zeit der Pandemie verbrachte der Gemahl der Queen abgeschottet von der Öffentlichkeit auf Schloss Windsor mit einem engen Kreis an Hofpersonal.

Prinz Philip: Die größte Stütze der Queen

Nun verstarb Prinz Philip im Alter von 99 Jahren* - im Juni hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert. Der Herzog von Edinburgh, so sein offizieller Titel, war seit 1947 mit Queen Elizabeth II. verheiratet. Er galt zeitlebens als ihre größte Stütze und ging erst im Alter von 96 Jahren in den Ruhestand. Sein letzter offizieller Auftritt war bei einer Militärparade der Royal Marines im August 2017 vor dem Buckingham-Palast. Das machte ihn zum dienstältesten Prinzgemahl der britischen Geschichte. Prinz Philip hinterlässt vier Kinder: Thronfolger Prinz Charles, Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward. (dpa/jh) *tz.de und merkur.de sind Teil von IPPEN.Media

Rubriklistenbild: © Hannah Mckay

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