Gemeinsamer Appell

Prominente kämpfen für Ökumene

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Günther Jauch war einer der ersten Unterzeichner für die Ökumene.

Berlin - Prominente Katholiken und Protestanten aus Politik, Kultur und Sport fordern ihre Kirchen zu einer Überwindung der konfessionellen Spaltung auf.

Die Trennung sei heute „weder politisch gewollt noch begründet“, heiße es in dem gemeinsamen Appell „Ökumene jetzt“, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt werden soll, berichtete die Wochenzeitung „Die Zeit“ vorab. Zwar gebe es Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten, schrieben die 23 Prominenten weiter, „entscheidend ist jedoch, dass diese Unterschiede die Aufrechterhaltung der Trennung nicht rechtfertigen“.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der zu den Initiatoren zählt, sagte der „Zeit“: „Wir haben den Eindruck, dass viele Gläubige heute weiter sind als manche Theologen.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier forderte: „Ökumene muss den Ort der Inszenierung verlassen.“ Zu den Erst-Unterzeichnern zählen auch der Talkmaster Günther Jauch und Altbundespräsident Richard von Weizsäcker.

Anlass für die Initiative ist der 50. Jahrestag des Zweiten Vatikanischen Konzils im kommenden Oktober sowie der 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017.

Letztes Abendmahl: Das wurde aus den zwölf Aposteln

Kaum ein Bild hat unsere Vorstellung der Gemeinschaft Jesu Christi mit seinen Aposteln so geprägt wie "Das letzte Abendmahl" von Leonardo da Vinci (entstanden von 1495 bis 1497/98). © dpa
Dieses Wandgemälde ist 9,04 Meter lang und 4,22 Meter hoch und findet sich im Refektorium der Kirche " Santa Maria delle Grazie" in Mailand. Es zeigt den Moment des Abendmahls, in dem Jesus seinen Jüngern verkündet, dass einer der Zwölf ihn noch am selben Abend verraten wird. © dpa
Was anschließend mit Jesus Christus passierte, ist bekannt: Wie die Bibel berichtet, wurde er an die Hohepriester ausgeliefert, von Pontius Pilatus zum Tode verurteilt, gefoltert und gekreuzigt. An Ostern , ihrem höchsten Feiertag, feiern die Christen die Auferstehung Jesu Christi, der damit die Menschen von ihren Sünden erlöst hat. © dpa
Doch was wurde nach dem letzten Abendmahl aus den zwölf Aposteln? Darüber berichten sowohl die Bibel als auch die christliche Überlieferung. Eine Reise durch die Kirchengeschichte: (Foto: Apostel-Statuen auf dem Petersdom in Rom). © dpa
Bartholomäus: Er stammte aus Kanaa in Galiläa (im Norden des heutigen Israel). Bartholomäus, der wahrscheinlich identisch ist mit dem im Johannesevangelium erwähnten Nathanael, war einer der ersten Jünger Jesu. © dpa
Laut Überlieferung soll er nach Jesu Auferstehung in Indien, Mesopotamien und in Armenien (Foto) gepredigt haben, wo er zum Märtyrer wurde: Astyages, ein Bruder des armenischen Herrschers Polymios soll befohlen haben, Bartholomäus bei lebendigem Leib die Haut abzuziehen und ihn kopfunter zu kreuzigen. © dpa
Auf diesen Märtyrertod nimmt Michelangelos Deckengemälde „Das Jüngste Gericht“ (1536-41) in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan Bezug. Kunsthistoriker vermuten, dass das Gesicht auf der vom Apostel Bartholomäus getragenen Haut e in Selbstbildnis Michelangelos ist. © dpa
Jakobus der Jüngere: Über ihn berichten die Evangelien fast nichts. Im Markus-Evangelium ist lediglich festgehalten, dass Jakobus der Sohn des Alphäus war. Der Beinamen "der Jüngere" bezieht sich wahrscheinlich darauf, dass er von Jesus später berufen wurde als Jakobus der Ältere. © dpa
Der Überlieferung nach sollte er von der Zinne des Tempels in Jerusalem (Foto) seinen Glauben widerrufen. Als er sich weigerte, wurde er auf Anstiften des Hohepriesters Hannas zum Tode verurteilt. Jakobus wurde von der Mauer des Tempels gestürzt und mit einer Tuchwalker-Stange erschlagen. © dpa
Andreas: Der erste, den Jesus als Jünger berief. Der Apostel Andreas war der Bruder des Simon Petrus und verdiente wie dieser seinen Lebensunterhalt als Fischer. Die beiden Brüder lebten in Kafarnaum (im heutigen Nordisrael). © dpa
Wie das Johannesevangelium berichtet, war Andreas zuerst ein Jünger des Propheten Johannes des Täufers (Foto). Der Prophet wies Andreas zu Jesus . Andreas gewann später auch seinen Bruder Petrus für Jesus. Im Evangelium sagt Andreas über Jesus: „Wir haben den Messias gefunden.“ © dpa
Wie die antiken Kirchenväter Eusebius von Caesarea, Gregor von Nazianz und Hieronymus berichten, predigte Andreas am Schwarzen Meer (Foto) und in Griechenland . © dpa
Der Apostel starb um 60 n. Chr. als Märtyrer in der westgriechischen Stadt Patras . Er wurde an ein Kreuz geheftet, das aussah wie ein X – davon leitet man heute das Verkehrszeichen "Andreaskreuz" (Foto) ab. © dpa
Andreas ist der Nationalheilige von Russland und Schottland. Daher zeigt die schottische Flagge ein Andreaskreuz. © dpa
Die orthodoxen Kirche misst dem Apostel Andreas einen ähnlich hohen Stellenwert bei, wie die katholische Kirche seinem Bruder Petrus. (Foto: Orthodoxe Christen am Vorabend der Osternacht) © dpa
Judas Ischariot: Er hatte laut Johannesevangelium innerhalb der Apostelgemeinschaft die Finanzen zu verwalten, doch Judas Isachriot unterschlug einen Teil des Geldes. © dpa
Judas gilt als Inbegriff eines Verräters: Nach dem letzten Abendmahl lieferte er Jesus an die Hohepriester aus. © AP
Der Lohn für den Verrat laut Neuem Testament: 30 Denare. Das entsprach damals etwa dem Monatslohn eines Handwerkers. © dpa
Wie das Markusevangelium berichtet, bereute Judas seine Tat, nachdem Jesus verurteilt worden war und erhängte sich. (Foto: Darstellung in der Klosterkirche Vézelay in Burgund/Frankreich) © dpa
Bis heute diskutieren Theologen die Frage: Hat Judas Jesus absichtlich „verraten“ oder nur an die Hohepriester „übergeben“? Außerdem: Da die Kreuzigung und Auferstehung Jesu zur Erlösung der Menschheit führte, wirkte Judas am göttlichen Heilsplan mit. Es bleibt die Frage, ob sich Judas überhaupt hätte anders entscheiden können oder ob mit der Vorsehung festgelegt war, dass es Jesus verraten musste. © dpa
Petrus (hinten im Bild): Bruder des Andreas. Sein ursprünglicher Name lautete Simon. Jesus gab ihm den Namen Petrus. Das Neue Testament zeigt Petrus mehrfach als Sprecher und Anführer der Apostel. © dpa
Diese besondere Stellung des Petrus unter den Aposteln und als „Fundament“ der Kirche untermauert Jesus im Matthäus-Evangelium. Dort spricht Jesus: © dpa
„Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Foto: Dürer-Gemälde) © dpa
Weiter berichtet das Neue Testament: Gleich nach dem letzten Abendmahl, noch in der Nacht zum Karfreitag leugnet Petrus insgesamt drei Mal, den gefangenen Jesus zu kennen. Doch am Ostersonntag ist Petrus einer der Ersten, dem der Auferstandene begegnet. (Petrus in der Münchner Kirche Alter Peter) © Kurzendörfer
Laut Apostelgeschichte versteckte Petrus sich mit den übrigen elf Jüngern in Jerusalem, bis sie der Heilige Geist überkam. Darnn hält Petrus die erste öffentliche Predigt in Jerusalem. Er bekennt: „Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.“ © dpa
Der Überlieferung nach missionierte Petrus in Judäa, Kleinasien und in Rom. Im Jahr 64 wurde er dort während der Christenverfolgung durch Kaiser Nero gefangen genommen. Anschließend wurde er mit dem Kopf nach unten auf den vatikanischen Hügeln gekreuzigt. © dpa
In der römisch-katholischen Kirche wird Petrus als erster Bischof von Rom verehrt. Die katholische Kirche begründet den Primatsanspruch des Papstes über die desamte Kirche mit der von Christus verliehenen Vorrangstellung des Petrus. (Foto: Vorstellung des neu gewählten Papstes Benedikt XVI. nahe einer Petrus-Statue auf dem Petersplatz in Rom) © dpa
Im Petersdom in Rom wird das Grab des heiligen Petrus verehrt. (Foto: Papst Benedikt XVI. betet vor dem Petrusgrab) © dpa
Johannes: Bevor Johannes von Jesus zum Apostel berufen wurde, war er (wie Andreas) ein Anhänger Johannes des Täufers. Wie das Neue Testament berichtet, wurde er zu Jesu Lieblingsjünger. © dpa
Als einziger der Apostel folgte er Jesus bis unter das Kreuz. Jesus bat Johannes, fortan für Maria zu sorgen, indem er sagte: "Siehe, deine Mutter!" © dpa
Später wurde Johannes eine der Säulen der Christengemeinden von Jerusalem und Samaria (im heutigen Westjordanland, Foto). © dpa
Nach altkirchlicher Überlieferung kam Johannes nach Ephesus (in der heutigen Türkei) und leitete dort die Christengemeinde. (Foto: Papstmesse in Ephesus) Johannes überlebte alle seine Mitapostel. Er ist der einzige Apostel, der eines natürlichen Todes starb (vermutlich 101 n. Chr.). © dpa
Die Forschung geht heute im allgemeinen davon aus, dass das „Johannes-Evangelium“ des Neuen Testaments nicht vom Apostel selbst verfasst wurde - aber auf den Augenzeugenbericht des Johannes zurückgeht. Vermutlich schrieben einer oder mehrere seiner Schüler das Evangelium nach der mündlichen Predigt des Johannes nieder und fassten es zusammen. © dpa
Thomas: Auch Thomas aus Galiläa (im heutigen Nordisrael) war von Beruf Fischer bis Jesus ihn zu seinem Apostel berief. © dpa
Als einziger der Jünger wollte Thomas nicht an die Auferstehung Jesu Christi glauben – bis er den Finger in dessen Wundmale legen durfte. Erst dann bekannte Thomas vor Jesus: „Mein Herr und mein Gott!“ © dpa
Später zog Thomas als Missionar durch den Nahen Osten und Vorderasien (Foto: Frühchristliche Kirche in Syrien). Der Legende zufolge soll er in Persien gewirkt und dabei mit den heiligen Drei Königen zusammengetroffen sein, die er taufte und zu Bischöfen ernannte. © dpa
Danach zog Thomas weiter bis nach Indien, wo er vermutlich in Mailapur, einem Vorort der heutigen Großstadt Madras ums Leben kam. Wahrscheinlich hat ihn ein Brahmane während einer Eucharistiefeier ermordet. © dpa
Diee Christen in Südindien führen ihre Gemeinschaft auf den Apostel Thomas zurück und werden Thomaschristen genannt. (Bild: Thomaschristen in Indien) © dpa
Jakobus der Ältere: Aufgrund seines ungestümen Charakters wird Jakobus (wie auch Johannes) von Jesus als „Donnersohn“ bezeichnet. © dpa
Jakobus gehörte mit seinem Bruder Johannes sowie mit Petrus zu den bevorzugten Jüngern. Sie waren laut Neuem Testament etwa mit Jesus auf dem Berg der Verklärung, als dieser mit Elija und Mose sprach. Auch waren sie zugegen, als Jesus nach dem letzten Abendmahl in seiner Todesangst im Garten Gethsemane in Jerusalem (Foto) betete. © dpa
Der Überlieferung nach verkündete Jakobus nach Pfingsten in der Gegend um Samaria (heutiges Westjordanland) das Evangelium. 43 n. Chr. wurde er durch König Herodes Agrippa I. von Judäa enthauptet. Jakobus d. Ä. war somit der erste Märtyrer unter der Aposteln. (Foto: Bild "Köpfe der heiligen Märtyrer Jakobus, Paulus und Johannes" von Sebastian de Llano y Valdes) © dpa
Philippus: Wie die Brüder Andreas und Petrus wurde auch der Fischer Philippus von Jesus in Bethsaida (heutiges El Aradsch bei Mahjar in Syrien) zum Jünger berufen. © dpa
Nach der Auferstehung Jesu zog Philippus von Jerusalem zurück an den See Genesareth und später weiter nach Phrygien (im heutigen Kleinasien), wo er predigte. Der italienische Archäologe Prof. Francesco D´Andria von der Università degli studi di Lecce behauptet, das Grab von Philippus mit Inschriften in Denizli bei Pamukkale (Türkei), dem früheren Hierapolis, entdeckt zu haben, wo dieser zusammen mit zweien seiner Töchter nach dem Bericht des Eusebius von Caesarea, der sich auf Bischof Polykrates von Ephesus beruft, gestorben sein soll. © dpa
Matthäus Drei der vier Evangelien erwähnen, dass Matthäus (zuvor Levi genannt) Zöllner in der Hafenstadt Kafarnaum (heutiges Nordisrael) war. Somit gehörte er zu den von den Juden verachteten Steuereintreibern – sie standen im Dienst der römischen Besatzer. © dpa
Jesus forderte ihn auf, ihm nachzufolgen. Levi verließ daraufhin sein Zollhaus, schloss sich der Gemeinschaft der Jünger um Jesus an und wurde künftig Matthäus genannt. Über sein Leben nach den Pfingstereignissen ist wenig bekannt. Möglicherweise verließ er Judäa, um das Evangelium in Ägypten und Äthiopien (Foto) zu verkünden. © dpa
Den Quellen zufolge ist Matthäus in Äthiopien (Foto) gestorben. Umstritten ist, ob er dort den Märtyrertod erlitt. Einige Überlieferungen berichten vom Tod durch Steinigen, andere davon, dass der Apostel bei lebendigem Leib verbrannt worden war. Es gibt auch Überlieferungen, nach denen Matthäus friedlich im Schlaf gestorben ist. Er gilt in der christlichen Tradition als Verfasser des Matthäusevangeliums - eine These, die auch heute von einigen Gelehrten vetreten wird. © dpa
Simon der Zelot: Vor seiner Berufung durch Jesus, den Prediger der Nächstenliebe, gehörte Simon offenbar der radikalen Widerstandsbewegung der Zeloten an. Die Zeloten wollten in einem Guerillakrieg die römische Besatzungsmacht aus Israel vertreiben. © dpa
Die Überlieferung besagt, das Simon der Zelot nach der Auferstehung das Evangelium in Babylonien und Persien verkündete – also im heutigen Irak und im Iran . (Foto: Christen feiern das Osterfest im irakischen Bagdad) © dpa
In dieser Gegend soll Simon der Zelot zusammen mit dem Apostel Judas Thaddäus den Märtyrertod erlitten haben. Einer Legende nach wurde Simon zersägt oder enthauptet. Eine andere Legende behauptet, dass er und Judas Thaddäus mit Keulen erschlagen wurden. © dpa
Judas Thaddäus: Judas Thaddäus ist nicht zu verwechseln mit Judas Ischariot, der Jesus verraten hat. Judas Thaddäus wird im Neuen Testament nur selten erwähnt. © dpa
Der Überlieferung nach soll er in Syrien , dem heutigen Urfu (südöstliche Türkei), in Mesopotamien , Phönizien, Armenien und Persien gepredigt haben. © dpa
Für die fachliche Beratung bedanken wir uns beim Erzbischöflichen Ordinariat München. © dpa

dapd

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