Richterin sieht Fluchtgefahr

R. Kelly will Freiheit auf Kaution - US-Star mit kuriosen Argumenten

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Staatsanwaltschaft lehnt R. Kelly-Freilassung erneut ab.

R. Kelly muss sich in gleich drei US-Bundesstaaten wegen sexuellen Missbrauchs verantworten. Trotz kreativster Argumente lässt ihn die Justiz nicht auf Kaution frei.

Update vom 02. Oktober 2019:

New York - Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte US-Sänger R. Kelly (52) muss vorerst weiter in Haft bleiben. Nach der Staatsanwaltschaft lehnte am Mittwoch in New York auch Richterin Ann Donnelly bei einer Gerichtsanhörung eine Haftentlassung auf Kaution ab. Es bestehe ein Fluchtrisiko, zudem habe Kelly in der Vergangenheit schon zu oft versucht, Ermittlungen gegen ihn zu behindern, argumentierte die Richterin bei dem Termin im Stadtteil Brooklyn. Kelly war wie erwartet nicht zu der Anhörung erschienen.

Eine nächste Anhörung setzte Richterin Donnelly für den 9. Dezember an, einen möglichen Prozessauftakt für den 18. Mai 2020. Ob Kelly bei der nächsten Anhörung anwesend sein muss, wurde zunächst noch nicht entschieden. Zuvor hatte bereits die New Yorker Staatsanwaltschaft Kellys Bitte um Freilassung abgelehnt.

R. Kelly kämpft für Freiheit auf Kaution - mit teils kuriosen Argumenten

Der Sänger, der seit Juli in einem Gefängnis in Chicago einsitzt, hatte Anfang der Woche über seine Anwälte um Haftentlassung auf Kaution gebeten. Seine Anwälte argumentierten, es bestehe kein Fluchtrisiko und der Sänger stelle keine Gefahr dar. Kelly beschwerte sich über seine Anwälte zudem, dass ihn nur jeweils eine seiner beiden Freundinnen und niemand anderes besuchen dürfe.

Kelly war zuletzt im August vor Gericht in New York erschienen. Damals hatte Richter Steven Tiscione bereits einen Antrag auf Freilassung auf Kaution abgelehnt. Kelly beteuert seine Unschuld.

Schwere Vorwürfe gegen R. Kelly: Sexueller Missbrauch, Erpressung, Kinderpornografie

Die Staatsanwaltschaft in New York wirft Kelly unter anderem sexuellen Missbrauch und Erpressung vor. Der Musiker soll Mitarbeiter, darunter Bodyguards und Assistenten, angestiftet haben, Mädchen für illegale sexuelle Handlungen zu gewinnen.

Zuvor hatte bereits die Staatsanwaltschaft in Chicago Anklage gegen Kelly erhoben. Sie legt dem früheren Superstar („I Believe I Can Fly“) 13 Anklagepunkte zur Last, darunter die Produktion von Kinderpornografie und Behinderung der Justiz. Kelly hat auch in dieser Anklage auf nicht schuldig plädiert. Insgesamt geht es bei den Anklagepunkten um die Misshandlung von zehn Frauen, von denen acht zur angeblichen Tatzeit minderjährig waren. Im US-Bundesstaat Minnesota wird R. Kelly unter anderem Prostitution Minderjähriger vorgeworfen.

Dem Sänger waren zuvor bereits zahlreiche weitere Anklagepunkte zur Last gelegt worden, unter anderem ein schwerer sexueller Übergriff. Der Musiker hatte auf nicht schuldig plädiert.

Die ersten Anschuldigungen gegen den aus Chicago stammenden Musiker mit dem bürgerlichen Namen Robert Sylvester Kelly waren vor rund 20 Jahren bekanntgeworden. Neues Aufsehen erregten in den vergangenen Monaten Vorwürfe in der TV-Dokumentation „Surviving R. Kelly“.

Kelly, der mit rund 50 Millionen verkauften Alben und zahlreichen Auszeichnungen jahrelang zu den erfolgreichsten R&B-Künstlern zählte, hatte seinen Kritikern immer wieder Rufmord-Kampagnen vorgeworfen.

dpa

Keine Kaution für R. Kelly: US-Star muss in Haft bleiben

Update vom 16. Juli 2019: Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte amerikanische Sänger R. Kelly muss nach erneuten Vorwürfen vorerst in Haft bleiben. Ein Richter in Chicago lehnte es am Dienstag ab, den Musiker („I Believe I Can Fly“) gegen Kaution freizulassen. Damit muss der 52 Jahre alte Kelly nun zunächst in Chicago hinter Gittern bleiben, bis er nach New York gebracht wird, um sich dort weiteren Vorwürfen zu stellen.

Die Staatsanwaltschaft in Chicago wirft dem früheren Superstar 13 Anklagepunkte vor, unter anderem die Produktion von Kinderpornografie und Behinderung der Justiz. Die Staatsanwaltschaft im New Yorker Stadtteil Brooklyn wirft Kelly fünf Anklagepunkte vor, unter anderem Erpressung. Insgesamt geht es bei den neuen Anklagepunkten um die Misshandlung von zehn Frauen, von denen acht zur Tatzeit minderjährig waren. Kelly plädiert auf nicht schuldig.

Erstmeldung: Musikstar R. Kelly wieder verhaftet: Neue schwere Vorwürfe gegen ihn

Chicago - Der US-Sänger R. Kelly (52) ist wegen des Verdachts auf Kinderpornographie und weiterer Vergehen erneut verhaftet worden. Wie die Zeitung „New York Times" berichtete, nahm die US-Bundespolizei den 52-jährigen R&B-Star am Donnerstag in Chicago fest. Insgesamt wirft die Staatsanwaltschaft Kelly demnach 13 weitere Vergehen vor, darunter auch Verführung einer Minderjährigen und Justizbehinderung.

R. Kelly weist alle Vorwürfe zurück

Kelly war bereits im Februar wegen schweren sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen verhaftet worden, drei der Opfer waren demnach zur Tatzeit noch minderjährig. Im Mai erweiterte die Staatsanwaltschaft schon einmal die Anklage. Der Musiker, der mit bürgerlichen Namen Robert Kelly heißt, weist alle Vorwürfe zurück. Er befand sich bisher gegen Kaution auf freiem Fuß. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft.

Der in den 90er Jahren durch den Hit "I Believe I Can Fly" weltberühmt gewordene Musiker wird seit vielen Jahren des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Vor mehr als zehn Jahren war der Sänger in einem Kinderpornographie-Prozess freigesprochen worden.

Ein R. Kelly-Konzert wurde Anfang des Jahres in Deutschland wegen Protest abgesagt. Der Kartenverkauf für das Konzert in Hamburg gestoppt. Die Doku-Serie "Surviving R. Kelly" mit teils seit Jahrzehnten bekannte Missbrauchsvorwürfe gegen den Sänger sorgte für Aufsehen. 

Lady Gaga (32) entschuldigte sich für Zusammenarbeit mit R. Kelly nach dem die Missbrauchsvorwürfe gegen Musiker bekannt wurden.

AfP

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