Er prägte den Sender

FM4-Gründer gestorben – Radio-Szene und Hörer in großer Trauer um polarisierenden Moderator

Das ORF Funkhaus in Wien
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Das ORF Funkhaus in Wien.

Als prägende Figur des österreichischen Radios wurde Martin Blumenau bekannt. Der streitbare Moderator verstarb nun. Auch ein bekannter Schauspieler trauert.

Wien – Er war einer der bekanntesten Köpfe des österreichischen Radios. Jetzt ist Martin Blumenau im Alter von 60 Jahren gestorben. Der langjährige Moderator und Mitbegründer des ORF-Senders FM4 erlag am 30. Juli einer „kurzen schweren Krankheit“, wie der Sender bekannt gab.

Die ORF-Radiodirektorin und FM4-Chefin Monika Eigensperger zeigte sich bestürzt. „Es gibt Menschen, die uns schon so lange begleiten, dass ihre plötzliche Abwesenheit nur langsam begreifbar sein wird“, schrieb Eigensperger in einem emotionalen Statement. „Das ist bei mir so, die ich Martin Blumenau vor 40 Jahren kennen und schätzen gelernt habe, und das wird bei vielen Hörerinnen und Hörern von Ö1, Ö3 und FM4 so sein. Denn Martin wird fehlen: sein wacher Geist, seine kritische Haltung, sein alles hinterfragender Scharfsinn.“

FM4-Moderator Martin Blumenau gestorben – er war Mitgründer des Radiosenders

Blumenau hatte 1995 entscheidenden Anteil an der Gründung des ORF-Jugendsenders FM4. Diesen formte er in den vergangenen Jahren maßgeblich mit.

Seine Karriere hatte der gebürtige Wiener als Printjournalist begonnen. Zunächst hatte er seit Beginn der 1980er Jahre bei Jugend- und Musikzeitschriften gearbeitet, später dann unter anderem beim Kurier. Neben seiner Tätigkeit für Printmedien verdingte sich Blumenau auch im Radio.

Neben der Musik war auch der Sport eine der Leidenschaften Blumenaus. Er moderierte zahlreiche Fußballsendungen und begleitete mehrere WM- und EM-Turniere. Mitte der 1990er Jahre entwarf Blumenau mit seinen Kollegen Angelika Lang und Mischa Zickler das Konzept für das neue ORF-Jugendradio FM4. Dem Sender blieb er bis zu seinem Tod treu, sein höchst eigenwilliger Moderationsstil polarisierte allerdings.

Schauspieler Robert Stadlober trauert um Radio-Moderator Martin Blumenau

Blumenau galt als streitbar, auch der deutsche Schauspieler Robert Stadlober machte diese Erfahrung. „Puhh. Martin Blumenau ist tot! Sehr gut streiten war mit Dir. Und dafür, dass wir uns eigentlich kaum kannten, hast du eine paar der ehrlichsten Dinge zu mir gesagt, die mir je wer gesagt hat. Dafür Danke. Und natürlich für die Liebe zur Musik“, schrieb Stadlober auf Twitter zum Tod des Radio-Moderators.

Dass Blumenau seinen ganz eigenen Weg ging, bestätigte auch ein Twitter-User. Der profitierte als Radio-Hörer vom Mut des Moderators zu unkonventionellen Aktionen. „Mit 19 habe ich mir bei ihm ein komplettes Tocotronic-Konzert gewünscht – und er hat es einfach gespielt („Na sicher kann man sich ein ganzes Konzert wünschen“), eine Stunde lang. Habe mich irrsinnig gefreut“, schrieb der Nutzer: „Jetzt ist Martin Blumenau gestorben. Wie traurig.“

Für das ORF ist der Tod von Martin Blumenau ein weiterer schwerer Schlag. Erst vor wenigen Wochen war eine TV-Legende bei einem Badeunfall gestorben. (kh)

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