Rampelmann: Darum verlasse ich die Lindenstraße

Olaf Kling packt in der ARD-Serie seine Koffer.
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Olaf Kling packt in der ARD-Serie seine Koffer.

Die Nachricht kam überraschend: Vergangene Woche teilte das Pressebüro der Lindenstraße mit, dass Franz Rampelmann die ARD-Sonntagsserie verlässt.

Olaf Kling zieht aus! Produzent Hans W. Geißendörfer dankte dem Schauspieler aufs herzlichste, doch Gründe für den Ausstieg wurden nicht genannt – bis jetzt. Gestern kam Franz Rampelmann in der tz vorbei und erklärte, warum er sich von seiner Rolle verabschiedet hat.

Rückblick: Seit Frühjahr stand Rampelmann nicht mehr vor der Kamera der Lindenstraße. Laut Drehbuch war er auf der Flucht, weil er versucht haben soll, seine Frau Ines Kling (Birgitta Weizenegger) zu ermorden. Für die Zuschauer war er also nicht zu sehen. Nun ging es darum zu überlegen, wie es weitergehen sollte mit der Geschichte um Olaf. Kommt er zurück? Wenn ja, wann? Und mit welcher Absicht? Die Autoren – allen voran Hans W. Geißendörfer – setzten sich hin und dachten nach.

Kurz vor der ersten Drehbuchbesprechung kontaktierte Geißendörfer dann Franz Rampelmann. Es wurde ihm mitgeteilt, dass seine Rolle noch einige Monate mehr in der Versenkung verschwunden bleiben sollte. Bis Ende nächsten Jahres! Das war entschieden zu viel für Rampelmann. Er zog die Notbremse und erklärte seinen Rücktritt.

„Ich wollte ganz einfach nicht geparkt werden“, so der in Miesbach geborene Bayer. „Ich bin doch Schauspieler geworden, weil ich gerne spielen möchte und nicht, um in einer Serie im Off vorzukommen.“ Und so war es zuletzt: Seine Serien-Frau und andere Bewohner der Lindenstraße sprachen über ihn, über den Olaf, aber er tauchte aktiv nicht mehr auf. „Da weigert sich doch die Berufsehre“, sagt Rampelmann und bemüht mit einem Augenzwinkern einen Vergleich: Bond sei ja auch nur Bond, wenn er in Action ist. „Ich konnte bei den Autoren aber keine Planung für mich entdecken“, so Rampelmann.

Wut oder Enttäuschung darüber hegt Rampelmann nicht. „Ich habe vielmehr das Gefühl, dass ich einen guten Zeitpunkt für meinen Ausstieg gefunden habe.“ In 15 Jahren habe er viele schöne Szenen spielen können. Er habe die Rolle maßgeblich mitgestaltet, all seine theatralischen Fähigkeiten einsetzen können, viel gelernt, einiges verdient und auch sonst von der Popularität profitiert. „Ich habe mich immer für Tier- und Umweltschutz eingesetzt. Das hätte ich ohne meine Bekanntheit natürlich nicht so wirksam machen können.“ Nun soll aber Schluss sein. „Ich fühle mich befreit, dass ich die Entscheidung getroffen habe.“ Ob er schon andere Angebote hat? „Über ungelegte Eier redet man doch nicht“, sagt er.

Wie er aus der Lindenstraße „rausgeschrieben“ wird, weiß Franz Rampelmann nicht. Das entscheiden die Autoren. Und schließt er eine Rückkehr aus? „Ja, damit ich mich richtig frei fühlen kann. Dieser Abschnitt war für mich einer der intensivsten meines Lebens. Eine wahrhaft abenteuerliche Zeit. Aber jetzt sage ich der Lindenstraße Servus!“

Quelle: tz

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