Haus durchsucht

Steuervergehen? Razzia bei Bushido

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Razzia bei Rapper Bushido

Berlin - Die Berliner Staatsanwaltschaft hat am Dienstag das Privathaus des Rap-Musikers Bushido (34) in Wannsee durchsucht. Es geht um den Verdacht einer Steuerstraftat.

Bushido hat wohl geahnt, was nach dem Besuch der Steuerfahnder kommt: „Schlagzeilen“. Das schrieb er am Dienstag auf Twitter. Die Staatsanwaltschaft hat in einer Großrazzia mehrere Wohn- und Geschäftshäuser durchsucht. „Juckt mich voll“, ließ Bushido seine Leser im Internet am Mittwoch wissen.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts einer Steuerstraftat laufen schon länger. Um wie viel Geld es gehen könnte oder was genau dahintersteckt, sagen die Fahnder nicht. Das ist Steuergeheimnis. Auf Anfrage äußert sich der Musiker nicht dazu.

Die schlechtesten Vorbilder für Kinder

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Es ist gerade ein paar Wochen her, dass der „Stern“ dem Rapper, als „Frank Sinatra in Jogginghosen“ verspottet, eine nicht sehr schmeichelhafte Titelgeschichte widmete. Danach wurde viel über kriminelle Clans in Berlin debattiert. Der 34-Jährige, der in seiner Karriere öfter mit dem Gangster-Image kokettiert hat, reagierte bei Twitter auf seine Weise: „Gleich in mafiöser Runde Fußball gucken, es gibt Handfeuerwaffen und Sushi...“

Etwas ernster war der „Krieger“, das bedeutet sein japanischer Künstlername, im ZDFkultur-Magazin „Kulturpalast“, das am 11. April gesendet wurde. Dort sprach er von „düsteren Legenden“ und legte Wert darauf, dass er Steuerzahler sei. Und: „Ich bin nicht in der Mafia.“ Er habe aber einen sehr, sehr guten Freundeskreis. „Wir sind Freunde, die zueinanderhalten. Ich weiß nicht, ob man das mit Mafia vergleichen kann.“

Vor kurzem schien es, als sei der in Bonn geborene Deutsch-Tunesier, in der Vergangenheit wegen frauen- und schwulenfeindlicher Texte kritisiert, zum Musterknaben mutiert. Mit seinem Ex-Rivalen Sido nahm er ein Album auf, mit dem Schlagerbarden Karel Gott sang er im Duett. 2011 bekam er den Bambi für eine gelungene Integrationsleistung. Im Mai 2012 heiratete Bushido Anna-Maria Lagerblom, Schwester von Sarah Connor.

Kurz darauf absolvierte er ganz seriös im Anzug ein Praktikum im Bundestag. Bushido wollte auch schon selbst eine Partei gründen und Bürgermeister von Berlin werden. Als Wunschkabinett nannte er in der „Bild“-Zeitung Dieter Bohlen, Boris Becker und Moritz Bleibtreu. Letzterer hatte in dem von Bernd Eichinger produzierten Kinofilm zu seiner Biografie mitgespielt. Hannelore Elsner ist in „Zeiten ändern dich“ als Bushidos Mutter zu sehen.

Wie salonfähig ist der Rapper? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Der Integrations-Bambi löste Proteste aus. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich geriet wegen eines gemeinsamen Fotos in die Bredouille. Ein zweites werde es sicherlich nicht geben, versicherte der CSU-Politiker kürzlich in der „Bild“. Im Januar handelte sich Bushido wegen des Kartenbildes auf seinem Twitter-Profil Ärger ein: Darauf ist das Gebiet Israels in palästinensischen Farben zu sehen. Nach dem „Stern“-Bericht forderten Politiker, ihm den Bambi abzuerkennen.

In September soll Bushidos neues Buch erscheinen. Laut dem Internetbuchhändler Amazon hat er es unter seinem bürgerlichen Namen Anis Mohamed Youssef Ferchichi geschrieben. Der Titel deutet an, dass es um Integration geht: „Auch wir sind Deutschland. Ohne uns geht nicht. Ohne euch auch nicht.“

dpa

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