Seine letzte Talkshow in der ARD

Reinhold Beckmann: Am Schluss eine Currywurst

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Reinhold Beckmann in seinem Talkshow-Studio

Am 25. September sendete Das Erste nach 15 Jahren die letzte Ausgabe von "Beckmann" zum Thema "Menschen auf der Flucht - letzte Rettung Europa?" Zum Abschied gab es noch ein paar als Lob getarnte Quengeleien.

624 Sendungen, 2000 Gäste - die nüchterne Talkshow-Bilanz der letzten 15 Jahre. So kann man es sehen, wenn Reinhold Beckmann (58) heute Abend ab 22.45 Uhr seine letzte Sendung zelebriert.

Aber es gab ja noch ein paar als Lob getarnte Quengeleien, die man ihm, dem redseligen Gutmenschen der ARD, nachrief. Er sei ein "Menschenflüsterer mit Warmduscherflair", schrieb Reinhard Mohr im "Spiegel". Und Franz Josef Wagner, der in seiner "Bild"-Kolumne die meisten Fernsehschaffenden in die Tonne zu treten pflegt, gab sich überraschend altersmild: "Er war braver als brav. Niemals tropften ihm giftige Bemerkungen von seinen Lippen...Er ist ein guter Frager, er ist ein Menschen-Neugieriger, er ist ein guter, kein böser Journalist."

Beckmann selbst sagt anlässlich des Talkshow-Abschieds über seinen reichlich hölzernen Start vor 15 Jahren der "Süddeutschen Zeitung", er habe sich in den ersten Monaten "einige böse Verrisse schwer verdient." Heute ist er so etabliert, dass sein Gesicht und seine Stimme fehlen werden beim späten Talk im Fernsehen.

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Gern erinnert er sich in der "Bild"-Zeitung an einige Highlights der Sendung, die seinen Namen trägt. Da war 2001 das Besenkammer-Geständnis von Boris Becker, "entwaffnend ehrlich", oder 2003 der Auftritt von Heidi Klum, "jung, unberechenbar und ohne Scheu vor Süßigkeiten."

Beckmann hatte Sportler, Politiker, Künstler, Film- und Musikstars, Helden und Opfer an seinem legendären Studiotisch. Er sprach mit Michael Gorbatschow und Karl Lagerfeld, er blödelte mit Udo Lindenberg, Elton John und entlockte Angela Merkel einige Küchengeheimnisse. Kritisch wurde es 2013 als dem greisen Altkanzler Helmut Schmidt die Mentholzigaretten ausgingen. "Ich konnte aushelfen, hatte aber nur normale. Sein Kommentar: In der Not frisst der Teufel Fliegen.".

Nach der heutigen Sendung mit dem Thema "Menschen auf der Flucht - letzte Rettung Europa?" zieht Beckmann mit seinem Redaktionsteam und einigen Freunden noch ein wenig um die Häuser. "Frühmorgens treffen wir uns noch mal auf eine Currywurst auf der Reeperbahn. So, wie sich das in Hamburg gehört", sagte er der "Bild am Sonntag".

Sein Abschied aus dem Talkshow-Studio bedeutet keinesfalls das Aus seiner Karriere. Der eingefleischte Fußballfan (Mitglied des FC St. Pauli) hat zwar mehr Zeit für die Familie, will aber weiter fürs Fernsehen arbeiten: "Ich gehe raus aus dem Studio, dahin, wo das wirkliche Leben stattfindet."Im kommenden Jahr startet seine Reportagereihe, in der Beckmann "den Fokus auf soziale und gesellschaftspolitische Fragen" legen will.

Und dann ist da noch seine Musik. Er spielt Gitarre und singt. Bereits im März 2014 hat er das erste Album "Beckmann & Band: Bei allem sowieso vielleicht" veröffentlicht. In einem Lied über eine Frau singt er: "Ich bin von deinem dahinplätschernden Plauderton ganz stumpf gequatscht." Im SZ-Gespräch sagt er dazu: "Das könnte man auch auf die Talkshow beziehen."

Spoton

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