Society-Lady starb völlig überraschend

Renate Hirsch-Giacomuzzi: Tod einer Märchenkönigin

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Renate Hirsch-Giacomuzzi ist tot

Bozen - Society-Lady Renate Hirsch-Giacomuzzi ist gestorben. Die Umstände ihres Todes kennt außer ihrer Familie kaum jemand genau - sie war immer von Geheimnissen umgeben.

Es umgab sie immer ein großes Geheimnis, beredt war allein ihre Garderobe, in der sie sich – je nach Anlass – beim Deutschen Filmball, beim Wiener Opernball oder Festspielen in aller Welt inszenierte: Renate Hirsch-Giacomuzzi. Mangels Detailwissen fügte man ihrem Namen gern die Bezeichnung ­Society-Lady an, schmückte sie doch die größten Feste – ob in München, Salzburg oder St. Moritz. Dort, wie auch in ihrer Wahlheimat Bozen, wird die Königin des märchenhaften Auftritts schmerzlich fehlen: In der Nacht zum Freitag starb sie in einem Krankenhaus in Bozen.

Es heißt, sie habe Krebs gehabt. Und sie sei im Alter von 65 Jahren gestorben. Aber wer weiß das außer ihrer Familie schon so genau, denn über Krankheit und Hinfälligkeiten hat sie genauso wenig gesprochen wie über ihr Geburtsdatum.

Erst jetzt, im Tod, fügen sich Mosaiksteine zu einem Bild: 1947 in Schwabing als Tochter des Strickwarenherstellers Hirsch geboren. Der Liebe wegen nach Südtirol gezogen, wo sie die Ehefrau des millionenschweren Unternehmers Hans Giacomuzzi in Bozen wurde. Mutter eines erwachsenen Sohnes – Leander. Freundin des Bozener Zahnarztes Dr Paul Mian, der sie stets auf dem Society-Parkett begleitete.

Die Nachricht brach völlig überraschend herein – selbst für enge Freunde. Die letzten drei Monate reiste Madame Hirsch zwar wenig – in München besuchte sie im März die Boutique-Eröffnung der Modemacher George & Arend und in Aschau den 75. Geburtstag von Schauspieler Christian Wolff – doch auf ihren roten, lächelnden Lippen trug sie kein Wort der Klage. Nur ihr Gesicht war ein bisschen ­schmal geworden. Renate Hirsch-Giacomuzzi duldete keine Schatten auf ihrer Schönheit – bis zum letzten Atemzug, wohl wissend, dass die Stunden gezählt sind. Sie ist leise, ohne Aufsehen und mit Haltung gegangen, so wie es ihr Wesen war.

Diese Dame drängte sich nie in den Mittelpunkt. Sie war charmant, aber sprach nicht übermäßig viel – schon gar nicht über Geld oder Privatangelegenheiten. Expressiv war nur die Wahl ihrer Kleider, die sie zu einer Art Märchenfigur stilisierten – elegant bis in die Fingerspitzen. „Ich fühle mich einfach besser, wenn ich mich gut anziehe“, sagte sie. Und da war der Anlass relativ egal. Auch zum Einkaufen schwebte sie durch die Gassen Bozens wie eine Märchenprinzessin.

Die Gräfin ist tot. So wurde sie in Bozen oft gerufen, wo sie den grauen Alltag mit ihrer Farbenpracht überstrahlte. Wegen ihre noblen Blässe nannte man sie bisweilen auch Schneewittchen. Oft zerrissen sich Neider und Missgünstlinge über die Märchenkönigin das Maul – unbeirrt aber lebte Renate Hirsch-Giacomuzzi ihren Maßstab von Ästhetik und ihre Eigenart aus – hocherhobenen Hauptes. Kein Spott konnte sie je beflecken.

Sie war dafür berühmt, berühmt zu sein. Ohne, dass jemand so recht wusste, wa­rum. Es war eben ihr Auftritt: souverän, herrschaftlich – immer in einem anderen Kleid, das sie sich nach eigenen Entwürfen schneidern ließ.

Manchmal war sie eine Fee. Eine gute Fee. Sie half, wo sie Not sah, weshalb die einfachen Leut’ die Gräfin besonders verehrten, genauso wie ihren Münchner Freund Rudolph Moshammer, der 2005 ermordet wurde. In ihrem Verständnis von Ästhetik waren sie sich ganz nah.

Dabei verstand Renate Hirsch-Giacomuzzi ihre Hauptrolle als Mutter und Hausfrau. Ihrem Mann blieben die barocken Auftritte eher fremd, der Unternehmer für Kassensysteme mochte es schlichter, bis Renate Hirsch-Giacomuzzi schließlich ein anderer Mann begleitete. Auch darüber wurde viel geklatscht. Doch Näheres weiß keiner. Eine Märchenkönigin nimmt ihre Geheimnisse eben mit ins Grab.

Ulrike Schmidt

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