"Die Frau auf der Treppe"

Neuer Schlink ganz schlank: Rezension

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Neues Buch: Bernhard Schlink.

München - Ui, wie früher! Der neue Roman von Bernhard Schlink (70) ist auf dem Markt. Wer "Die Frau auf der Treppe" liest, der spürt ganz schnell den alten Schlink durch.

Den, der im Jahr 2000 die wunderbaren Erzählungen Liebesfluchten rausbrachte. Genauso schlank, genauso klar und dabei genauso tief ist auch das neue Werk. Hauptperson ist ein Jurist, der auf den Spuren seiner Jugendliebe wandelt. Er hat sie wiedergesehen – auf einem Gemälde in einem Museum in Australien. Einst hat er selber zusammen mit der Frau genau jenes Bild gestohlen, dann allerdings beide sofort wieder verloren. Was jetzt beginnt, ist eine Reise in die Vergangenheit.

Der Jurist macht sich auf die Suche nach der Frau, findet sie in einer einsamen Bucht. Im Hinterkopf immer die Frage: Was hätte das alles werden können, damals? Wie sehr gehört man dem anderen, wenn man liebt? Logisch: Antworten gibt’s nicht – aber Anregungen für Fragen auf höherem Niveau. Und, was uns freut: Im Vergleich zum Vorleser gibt’s weniger Geschichte, weniger Politik und damit automatisch auch weniger Belehrung.

Für die größten Themen – die Liebe und den Tod – braucht Schlink keine fette Sprache. Was er allerdings braucht: Ihr Hirn. Bitte füttern, es lohnt sich!

hei

Bernhard Schlink, Die Frau auf der Treppe, Diogenes, 21,90 Euro, ISBN 978-3-257-06909-9.

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