Sein Lachen hat er aber nicht verloren

Ross Antony enthüllt erschütternde Details über Missbrauch - „Ich kann mich noch an alles erinnern“

Sexueller Missbrauch und der Tod seiner Vaters - Sänger Ross Antony hat bereits den ein oder anderen Schicksalsschlag zu verkraften gehabt. Ganz offen spricht er in einem Interview über seine schweren Zeiten.

Im TV oder auch auf Instagram kennt man ihn eigentlich nur fröhlich mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Jetzt bleibt einem aber das Lachen im Halse stecken. Ross Antony berichtet in einem Interview über sexuellen Missbrauch und den Tod seines geliebten Vaters.

Offen spricht der Sänger im Gala-Interview über ein ganz besonders traumatisches Ereignis: „Ich kann mich noch an alles erinnern. An die Lavalampe, die im Zimmer stand und wie die Bettwäsche gerochen hat.“ Im Alter von 12 Jahren wurde Antony von zwei Männern aus der Nachbarschaft sexuell missbraucht. „Das werde ich nie vergessen. Die Tat wurde von den jungen Männern Louis und Thomas so verkauft, als ob das, was sie getan haben, in Ordnung war. Sie haben gemerkt, dass ich das nicht wollte. Erst im Nachhinein wurde mir klar, dass sich das nicht normal anfühlte“, erzählt der heute 46-Jährige

Ross Antony sexuell missbraucht - „Ich kann mich noch an alles erinnern“

Besonders perfide: Antony hat ganz lange das Gefühl, es sei seine Schuld gewesen. Sie haben zu ihm gesagt, „dass ich niemandem davon erzählen darf und dass mir eh keiner glauben würde. Mit zwölf Jahren dachte ich, die haben recht.“ Erst im Alter von 32 Jahren konnte er darüber sprechen - mit seinem heutigen Ehemann Paul. „Es war erst schwer für mich, darüber zu reden, da ich die ganze Zeit dachte, selber etwas falsch gemacht zu haben. Aber dem war natürlich nicht so“, berichtet der Ex-Bro‘Sis-Sänger.

Wichtig für seine Heilung war nicht nur eine Therapie, sondern auch die Konfrontation mit seinen Peinigern. Diese stellt er Jahre später zur Rede: „Ich habe den Tätern damit gezeigt, dass ich stärker bin. Sie sollten merken, dass sie nicht geschafft haben, mein Leben zu ruinieren. Ich habe ihnen diese Last aufgebürdet, dass sie mit der Tat leben müssen – und nicht ich.“

Sonst für sein Lachen bekannt, jetzt spricht Ross Antony über seine Schicksalsschläge

Auch sonst musste Antony schon ein oder anderen weiteren Schicksalsschlag verkraften. So auch den Tod seines Vaters im Jahr 2017. Als dieser bereits im Sterben lag, hatte der Sänger einen Auftritt in Deutschland. So konnte er seinen Vater vor dessen Ableben nicht mehr sehen: „Ich konnte leider nicht früher kommen und dann hatte das Flugzeug auch noch Verspätung. Aber irgendwie habe ich im Gefühl, dass es einen Grund gab, wieso ich meinen Papa so nicht sehen sollte.“

Trotz aller Trauer versuchte er stark zu sein - für seine Mutter. „Als ich ins Zimmer kam, war das Bett, in dem er gelegen hat, noch warm und ich habe seinen Abdruck gesehen. Das war sehr hart“, erzählt Antony im Interview mit der Gala: „Ich habe zwar geweint, aber habe auch gemerkt, wie meine Mutter gelitten hat. Ich musste stark für sie sein und konnte nicht selber trauern.“

Sänger Ross Antony kam zu spät ans Sterbebett seines Vaters

Heute kann der „The Masked Singer“-Teilnehmer über alles reden. Denn er ist vor allem eines: Dankbar! „Man muss immer dankbar für das sein, was man hat und die kleinen Dinge zu schätzen lernen. Man muss auch verstehen, dass jeder Mensch Ecken und Kanten hat und das ist auch gut so. Man darf nicht versuchen, jemand anderes zu sein.“ Wahre Worte von einem Mann, der schon mit vielen Schicksalsschlägen hat leben müssen. Sein Lachen hat er aber bis heute nicht verloren.

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