Todestag: Gedenkfeier in der Abtei St. Bonifaz

Moshammer: In unseren Erinnerungen lebt er weiter

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­Blumen für Rudolph ­Moshammer in St. Bonifaz.

München - Am 14. Januar 2005 war Rudolph Moshammer brutal ermordet worden. Zu seinem Gedenken legte sein Verein "Licht für Obdachlose e.V." am Mausoleum auf dem Ostfriedhof einen Kranz nieder.

Er war ein Mensch, der seinen persönlichen Traum lebte. Rudolph Moshammer († 64) bleibt als schillernder Modezar in Erinnerung. Als einer, der es liebte, sich kunstvoll zu inszenieren – und der sich dabei seiner bürgerlichen Wurzeln bewusst blieb. Zu seinem zehnten Todestag erwies ihm der Verein „Licht für Obdachlose e.V.“ gestern mit einer Gedenkfeier die Ehre.

Am 14. Januar 2005 war Moshammer brutal ermordet worden. Zu seinem Gedenken legte der Verein, den Moshammer selbst gegründet hatte, am Mausoleum auf dem Ostfriedhof einen Kranz nieder. „Vor zehn Jahren endete ein außergewöhnliches Leben mit einem außergewöhnlichen, bizarren Tod“, sagte der Vereinsvorsitzende Florian Besold. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen Menschen, der seine Kreativität fast königlich gelebt hat. Was bleibt, ist aber auch Dankbarkeit für sein Engagement für Bedürftige und Obdachlose. Besold: „Mit ihm starb ein Stück bayerischer Kulturgeschichte.“ Musikalisch umrahmt wurde die Zeremonie von den Blechbläsern der Bayerischen Philharmonie. Bei der anschließenden Feier in der Abtei St. Bonifaz würdigten Schriftsteller Gerd Holzheimer und Schauspieler Peter Weiß den Modezaren mit einer Lesung. Der Verein „Licht für Obdachlose” spendete zu diesem Anlass 23 000 Euro an die Straßenzeitung Biss, die Obdachlosenarbeit der Abtei St. Bonifaz sowie an die Teestube „komm” des Evangelischen Hilfswerks. Im Anschluss spendierte man Obdachlosen ein Weißwurstessen. Zu Mosis Grab pilgerten auch Menschen, die den Modezaren aus verschiedensten Perpektiven kennenlernten. In der tz sprechen sie über ihre Erfahrungen. Darunter auch sein damaliger Leibkoch und Butler DinDin, der weinend einen Strauß Lilien – Moshammers Lieblingsblumen – am Grab niederlegte.

Väterlicher Freund

DinDin (53), Moshammers ­ehemaliger Butler und Leibkoch: "Ich war in Indonesien, als ich von seinem Tod erfuhr. Ein Schock! Kurz zuvor hat er sich noch nach mir erkundigt, weil er wegen des Tsunamis besorgt war. Er war für mich ein väterlicher Freund."

Schillernde Figur

Manfred Weiers (61), ­Elektroniker aus Giesing: "Seit Mosi nicht mehr da ist, ist in München tote Hose. Er war eine schillernde Figur. Persönlich habe ich ihn nicht gekannt, aber gegrüßt hat er immer. Ich glaube, er war zufrieden."

Spaziergänge auf dem Friedhof

Klaus Schuller (70), Rentner aus München: "Ich habe Rudolph Moshammer bei Spaziergängen über den Friedhof kennengelernt. Er war ein einfacher, aber auch ein sehr einsamer Mensch. Seine Mutter hat er sehr geliebt. Von ihr hat er auch immer erzählt. Seit ihrem Tod war er nicht mehr der Alte. Über seine Gefühlswelt hat er aber kaum gesprochen. Die Gedenkfeier war sehr gelungen."

Johannes Heininger

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