Schauspielerin spricht über Zukunftspläne

Ruth Maria Kubitschek schließt Heirat nicht aus

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An den Dreh zu "Cinderella" hat Ruth Maria Kubitschek wenig schöne Erinnerungen.

Um Ruth Maria Kubitschek ist es ruhiger geworden. Zur TV-Premiere der Märchenverfilmung "Cinderella" spricht sie über ihre beruflichen Pläne - und ob sie vielleicht noch einmal vor den Altar treten wird.

Oft steht Ruth Maria Kubitschek nicht mehr vor der Kamera. Rollen wie in Matthias Schweighöfers Erfolgskomödie "Frau Ella" oder der internationalen Märchenverfilmung "Cinderella - Ein Liebesmärchen in Rom" nimmt eine der letzten Grande Dames des deutschen Films nur noch selten an. Die Aschenputtel-Geschichte feiert am 30. September TV-Premiere (20:15 Uhr im Ersten). An die Dreharbeiten hat Kubitschek nicht die besten Erinnerungen, wie sie der Nachrichtenagentur spot on news im Interview verriet.

Sie haben selbst bereits Märchen geschrieben, nun spielen Sie in einem mit. Was fasziniert Sie an diesem Thema?

Ruth Maria Kubitschek: Märchen haben eine völlig andere Sprache als jede andere Prosa. Und "Cinderella", also "Aschenputtel", ist eines meiner Lieblingsmärchen, weil Aschenputtel, obwohl sie von ihrer Familie verraten wird, nie den Mut verliert. Sie wird nicht bockig oder böse, sondern verrichtet ihre Arbeit und verliert ihre innere Stärke nicht. Die Erniedrigung findet nicht in ihrem Wesen statt, sondern bleibt immer außen.

Ruth Maria Kubitschek bezeichnet "Frau Ella" als eine ihrer letzten großen Rollen - hier stellt Matthias Schweighöfer seinen Film vor

Die Dreharbeiten fanden in Rom statt. War das auch ein Anreiz, die Rolle anzunehmen?

Kubitschek: Ich fand die Rolle interessant, weil sie eine kühle Frau ist, in der schließlich eine gewisse Menschlichkeit erwacht. Die Arbeit in Rom hat sich für mich sehr schwierig gestaltet. Es wurde auf Englisch gedreht und ich spreche die Sprache nicht sehr gut.

Wie lief dann die Kommunikation am Set?

Kubitschek: Ganz schwierig. Ein Beispiel: Der Kostümbildner sprach so gut wie gar kein Englisch. Der hat mir einfach immer irgendetwas übergeworfen und dann gesagt: "You look great". Ich fühlte mich aber gar nicht großartig, weil ich mich in den Sachen und dem ganzen falschen Schmuck nicht wohl gefühlt habe.

Sie haben die Zeit in Italien also nicht genossen?

Kubitschek: Ich fühlte mich dort nicht besonders wohl. Ich muss ehrlich sagen, es waren schwierige Dreharbeiten. Der kanadische Regisseur hat mich sehr gefordert. Der hatte noch nie etwas von mir gehört, das hat es schwierig gemacht. Es war anstrengend für mich, aber wenn etwas Gutes wie dieser Film dabei herauskommt, ist es für mich in Ordnung.

Haben Sie sich denn dann mit Natalia Wörner zusammengeschlossen? Sie sprechen immerhin dieselbe Sprache.

Kubitschek: Nein, wir hatten keinen Kontakt. Natalia Wörner spricht ja ein fantastisches Englisch, die fetzt das runter wie Deutsch.

Ihr letzter Film war "Frau Ella"...

Kubitschek: Da war es anders. Das war eine tolle Truppe mit jungen Leuten. Wir hatten einen wunderbaren Regisseur in Markus Goller und tolle Schauspieler. Matthias Schweighöfer ist ein großartiger junger Mann.

Seitdem ist auch wieder Zeit vergangen. Wollen Sie weiterhin als Schauspielerin arbeiten?

Kubitschek: Nein, ich konzentriere mich nun lieber auf's Schreiben und Malen. Ich würde jetzt nicht sagen, ich spiele nie wieder, aber meine Tendenz geht dahin, dass ich mich auf andere, auf geistige Dinge konzentriere und nicht mehr auf Film oder die Schauspielerei. Es ist ja auch nicht so, dass es anständige Rollen gäbe. "Frau Ella" war, glaube ich, eine meiner letzten guten Rollen - vielleicht sogar die letzte.

Stört Sie die mangelnde Auswahl an guten Rollen im Alter?

Kubitschek: Nein, gar nicht. Mit 81 Jahren hatte ich das erfolgreichste Jahr meines Lebens mit einem Bestseller und "Frau Ella". Ich habe ohnehin nie soviel gespielt wie andere Kollegen und bin glücklich, dass ich jetzt endlich die Freiheit habe zu leben, zu malen und zu schreiben. Ich habe mich immer wieder zurückgezogen. Vier Jahre lang habe ich gar nicht gedreht und einen Garten gebaut. Wissen Sie, in meinem Alter muss man nicht mehr spielen, da hat man die ganze Palette durch und eigentlich alles ausprobiert, und das ist doch wunderbar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mir irgendeine Rolle anbietet, die mich wirklich interessiert.

Spiritualität und Esoterik ist Ihnen sehr wichtig. Woher kam das?

Kubitschek: Ich habe so lange den Sinn des Lebens gesucht. Ich wusste schon immer, dass der für mich nicht nur in der Schauspielerei liegt, sondern dass ich mir ein viel breiteres Band des Lebens erschließen musste. Deswegen habe ich schon sehr früh mit der Malerei und dem Schreiben angefangen und hatte damit immer einen Fuß in einer anderen Branche. Das Wort Esoterik mag ich übrigens nicht. Damit wird man oft in so eine Ecke gestellt, denn die meisten Menschen verstehen das nicht. Aber das Leben ist spirituell. Es gehört zum Leben, dass man an sich arbeitet, dass man sich überlegt, was man denkt, was man fühlt, was man isst und wie man sich anderen Menschen gegenüber verhält. Und das macht dann den ganzen Menschen aus.

Was halten Sie denn von Menschen, die an gar nichts glauben, von Atheisten?

Kubitschek: Am schlimmsten sind religiöse Fanatiker, die Menschen töten und denken, sie arbeiten für Gott. Da ist mir doch ein Atheist lieber. Aber ich habe das auch nicht zu beurteilen, denn jeder kann letztendlich machen was er will. Ein Atheist kann viel menschlicher und gütiger sein als einer, der immerfort das Wort Gottes im Mund hat. Mir kommt es auf den Charakter und auf die Toleranz dem Leben und den Menschen gegenüber an.

Sie sind schon lange in einer festen Beziehung, haben aber nicht noch einmal geheiratet. Weshalb?

Kubitschek: Ach, das ist uns einfach zu umständlich. Es ist sehr schön so, wie es ist. Vielleicht lassen wir es so, vielleicht ändern wir es noch - das überlassen wir dem Leben.

Ausgeschlossen ist es also nicht, dass Sie nochmal vor den Altar treten?

Kubitschek: Man soll im Leben niemals nie sagen.

Spoton

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