„Plötzlich arm, plötzlich reich“-Aufzeichnung abgebrochen

Streit um Skandal-Dreh: Sat.1-Statement lässt Ikke Hüftgold völlig aus der Haut fahren

Sänger und Entertainer Ikke Hüftgold äußert sich zu dem Sat.1-Format „Plötzlich arm, plötzlich reich“ in einem Video auf Instagram
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Sänger und Entertainer Ikke Hüftgold äußert sich zu dem Sat.1-Format „Plötzlich arm, plötzlich reich“ in einem Video auf Instagram

Ikke Hüftgold bricht vorzeitig die Dreharbeiten einer Sat.1-Sendung ab. Er fordert nun eine öffentliche Entschuldigung der Produktionsfirma. Das Statement von Sat.1 bringt ihn zur Weißglut.

Update vom 27.05.2021: In neuen Videos auf seinem Instagram-Kanal erklärt Ikke Hüftgold, dass er mit der betroffenen Familie gesprochen habe und diese auch besucht habe. „Sachlich und reflektiert“, möchte er das Thema angehen. Denn auch er gibt zu, er habe „viele Fehler gemacht, in der Art und Weise, wie ich in den letzten Jahren kommuniziert habe“. Im Weiteren teilt der Sänger auch Screenshots eines angeblichen Chatverlaufs zwischen der betreffenden Mutter und dem Sender, die beweisen sollen, dass es dreimal eine Absage seitens der Familie für den Dreh gab. Zudem behauptet Hüftgold in seinen Instagram-Storys, er habe Festplatteninhalte aus der Redaktion. Die werde er aber erst mal bei sich behalten. Dafür stellt er eine klare Forderung: „Ich erwarte eine ganz, ganz klare öffentliche Entschuldigung von Imago, weil ich euch mit Zeugen, mit Beweisen, mit Schriftstücken definitiv zerlegen werde. Und ich lasse mich nicht in der Öffentlichkeit als Lügner beschimpfen.“

Auch in Bezug auf den Sender Sat.1 hat der 44-Jährige eine klare Meinung: „Sat.1 war in der Vergangenheit ein Sender, mit dem ich gerne und oft zusammengearbeitet habe. Dieser Sender schafft es nicht, Stellung zu beziehen, Eier zu zeigen und Fehler einzugestehen“, so Hüftgold. Und weiter: „Ich hoffe auf eine lückenlose, ganz klare Aufklärung dieser Angelegenheit.“

Der Sender selbst veröffentlichte auf seiner Instagram-Seite derweil ein weiteres Statement: „Klares Fazit: Wir waren nicht sorgfältig genug bei der Auswahl der Familie. Es gab Fehleinschätzungen, die so nicht passieren dürfen. Dafür entschuldigen wir uns aufrichtig bei der Familie“, ist darin zu lesen. In Bezug auf den Schlager-Sänger heißt es darunter aber auch: „Wir bedauern zudem, dass Ikke Hüftgold mit seinen Äußerungen die Familie ungefragt in die Öffentlichkeit gebracht hat.“ Der Sender stehe mit der Familie in Austausch und werde sie „menschlich, psychologisch und finanziell unterstützen“.

Ikke Hüftgold teilte das Statement in seiner Instagram-Story mit den Worten: „Sat.1! Ihr seid das Allerletzte! Ihr werdet für diese Aussagen nicht nur euer Gesicht verlieren!!!“

„Plötzlich arm, plötzlich reich“ (Sat.1): Ikke Hüftgold bekommt prominenten Zuspruch

Update vom 26.05.2021: Seitdem er sich gestern zu der schockierenden Situation beim Dreh von „Plötzlich Arm, Plötzlich Reich“ zu Wort gemeldet hatte, drücken andere Promis Ikke Hüftgold nun ihre Unterstützung aus. Simone Mecky-Ballack, Ex-Frau von Fußball-Star Michael Ballack, teilte das Video, in dem der Schlagersänger seine Erfahrung schilderte, mit ihren Instagram-Followern und schrieb dazu: „Danke Matthias“. Dass sie damit hilft, die Message des 44-Jährigen zu verbreiten, finden ihre Fans sehr gut. „Respekt, dass du es teilst“ schreibt eine Instagram-Nutzerin, „Hut ab“, eine andere. Viele Kommentare loben auch Ikke Hüftgold selbst: „Schön, dass es noch Menschen mit einem Gewissen gibt“.

Erstmeldung vom 25.05.2021: München - Schlager-Sänger und Entertainer Ikke Hüftgold sollte ein Teil der Sat.1-Sendung „Plötzlich arm, plötzlich reich“ sein. In diesem TV-Format geht es darum, dass bekanntere Familien das Leben mit einer anderen Familie tauscht, die nicht aus der Medienbranche kommen. So sollen sie das Leben der anderen besser kennenlernen und verstehen. Die Dreharbeiten liefen täglich - doch Matthias Distel, so heißt Ikke Hüftgold mit bürgerlichem Namen, beendete die Dreharbeiten vorab. Und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Produktions-Firma Imago TV und Sat.1.

„Plötzlich arm, plötzlich reich“ (Sat.1): Ikke Hüftgold erhebt schwere Vorwürfe

In einem knapp 19-minütigen Video auf Instagram erklärt der 44-Jähre, wie die Dreharbeiten zu dem Sat.1-Format gewesen sind. „Das Kindeswohl von zwei schwer traumatisierten Kindern wurde von den verantwortlichen Medienanstalten mit Füßen getreten!“, so der Entertainer. Die Kinder der anderen Familie (8 Jahre und 10 Jahre), waren ebenfalls bei dem Dreh dabei. In der Wohnung der Familie entdeckte der Sänger einen Kalender der Mutter. Eingetragen waren dort Termine der Kinder beim Psychologen. „Sofort kam die Frage bei uns auf, ob man Kinder im Alter von acht und zehn Jahren, die offensichtlich psychische Probleme haben, rechtlich und moralisch gesehen in ein Fernsehformat ziehen kann, bei dem acht Tage am Stück bis zu zehn Stunden gearbeitet werden sollte“, lautet die Meinung von Distel.

In Nachhinein kamen noch viele weitere Details ans Licht. „Dass ich vor laufender Kamera über jene Person erfuhr, dass die Kinder in der Vergangenheit durch ihren eigentlichen Vater schwerste Kindesmisshandlungen erlitten haben sollen, führte von meiner Seite zum sofortigen Abbruch der Dreharbeiten“, erzählt der Sänger in seiner Instagram-Story und in dem geteilten Video in seinem Instagram-Feed. Wie Bild.de berichtet, soll es bei einem Telefonat mit dem Aufnahmeleiter weitere schockierende Nachrichten gegeben haben. Einer der Jungen soll mehrfach seinen Kopf gegen die Wände in der Wohnung des Sänger geschlagen haben, um sich selbst zu verletzen, der andere Junge soll auf dem Balkon gestanden und gerufen haben, dass er sich umbringen wolle. „Jeder einzelne dieser Vorfälle hätte mit dem Hintergrundwissen des Senders und der Produktion zum sofortigen Abbruch des Formats führen müssen“, so Hüftgold.

„Plötzlich arm, plötzlich reich“ (Sat.1): Produktionsfirma ImagoTV und Sat.1 mit erstem Statement

In einem Interview mit dem Online-Portal Bild.de verkündet Ikke Hüftgold: „Ich erwarte von ImagoTV und Sat.1 eine lückenlose Aufarbeitung und werde am Dienstag Strafanzeige stellen. Ich hoffe auf eine breite öffentliche Debatte und darauf, dass ähnliche Geschehnisse, die mir bei unzähligen Telefonaten in den letzten fünf Tagen geschildert wurden, durch mutige Mitarbeiter, auch anderer Produktionsfirmen, ans Tageslicht gebracht werden“. Am Montagabend (24. Mai) veröffentlichte Sat.1 einen Beitrag auf Instagram, bei der sie zu diesem Vorfall erstmalig Stellung beziehen. „Wir bedanken uns bei Matthias Distel, bekannt als Ikke Hüftgold, dass er uns über die Umstände beim Dreh zu „Plötzlich arm, plötzlich reich“ informiert hat. Unmittelbar nachdem wir seine Mail erhalten haben, haben wir begonnen, mit der Produktionsfirma und der Familienhilfe zu reden, um der Familie zu helfen und um die Zusammenhänge aufzuarbeiten. Diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Aber es steht fest, dass Sat.1 keine Sekunde dieser Folge zeigt. Das haben wir Matthias Distel vergangenen Donnerstag schon mitgeteilt.

Sat.1 meldete sich mit einem Statement zu den Vorwürfen des Sängers Ikke Hüftgold

Doch der Sänger scheint das eher anders zu sehen und kommentiert diesen Beitrag in seiner Instagram-Story. „Diese Aussage ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Weder wurde mir das in dieser Form mitgeteilt, noch hat man sich von der Senderseite mit der Familie auseinander gesetzt“, heißt es in seinem Statement. Für den Sänger ist dieser Fall noch lange noch nicht abgeschlossen. „Ich nehme alle persönlichen und rechtlichen Konsequenzen für das Veröffentlichen dieses Videos in Kauf und bitte die Öffentlichkeit die Themen „Kindeswohl“ und die „Grenzen des TV-Voyeurismus“ lautstark und konsequent zu diskutieren! Des Weiteren fordere ich eine lückenlose Aufarbeitung von Sender- und Behördenseite und fordere Konsequenzen für die Verantwortlichen!“, beschreibt der 44-Jährige seine Bildunterschrift seines Videos, das mittlerweile über 2,3 Millionen Aufrufe hat.

Sat.1-Skandal: Produktionsfirma meldet sich

Nun meldete sich auch die Produktionsfirma Imago-TV mit einem Statement. Laut des Sängers habe einer der Kinder versucht sich selbst zu verletzen und in anderes stand laut Distel auf dessen Balkon und schrie, dass er sich umbringen wolle. Doch dieser Darstellung widerspricht Andrea Schönhuber, Geschäftsführerin von Imago TV, in einer Stellungnahme gegenüber DWDL.de am Montagabend. „Herr Distel bezieht sich hier auf Aussagen unseres Aufnahmeleiters vor Ort, der diese Aussagen bestreitet. „Ich kann die Empörung von Herrn Distel, ob der Zustände in der Familie und dem damit verbundenen Dreh nachvollziehen. Deshalb haben wir auch sofort den Drehabbruch mitgetragen. Ich habe Herrn Distel nach Drehabbruch eine lückenlose Aufklärung schriftlich zugesichert und unser Team hat bereits die entsprechenden Stellen informiert“, so Schönhuber.

Weiterhin zitiert das Online-Portal DWDL.de: „Nicht Distel habe im Alleingang den Dreh abgebrochen. Das Team sei von den gewonnenen Erkenntnissen genauso schockiert gewesen, dass man vergangenen Mittwoch zusammen entschieden habe, die Dreharbeiten zu beenden. Distel stellt das anders dar: Er habe abgebrochen und eine Mail mit allen Informationen an zwei leitende Mitarbeiter von Sat.1, an eine Redaktionsleiterin sowie an Andrea Schönhuber geschrieben“, heißt es.

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