Sie starb in der Nacht auf Dienstag

Schauspielerin Christine Kaufmann ist tot

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Christine Kaufmann

München - Sie war ein Kinderstar, wurde in Hollywood gefeiert, später zur „schönsten Großmutter Deutschlands“ ausgerufen: Christine Kaufmanns Leben hatte viele Facetten. Nun ist sie gestorben.

Update vom 28. März 2017: Die Rolle der Olga in "Monaco Franze" gehört zu den großen TV-Erfolgen von Christine Kaufmann. In der tz spricht nun Kollegin Ruth Maria Kubitschek über ihre Kollegin. Bei uns lesen Sie, was das "Spatzl" aus Monaco Franze zum Tod von Christine Kaufmann sagt.

Als Rosen-Resli wurde sie zum Kinderstar, später machte sie Schlagzeilen in Hollywood und glänzte in der bayerischen TV-Kultserie „Monaco Franze - Der ewige Stenz“. Christine Kaufmann schrieb Bücher über Lebenslust, gab Beauty-Tipps und hatte eine eigene Kosmetikserie. Mit 72 Jahren ist die Schauspielerin und Autorin in der Nacht zum Dienstag gestorben. 

Zuletzt hatte sich die Familie sehr besorgt über den Gesundheitszustand der erkrankten Künstlerin geäußert. Wie tz.de berichtete, hatte der 14-jährige Raphael, der Sohn von Kaufmanns Tochter Allegra Curtis, seine Oma bewusstlos am Boden ihrer Schwabinger Wohnung liegend gefunden und den Notarzt gerufen.

Vom Kinderstar nach Hollywood

Von Kindesbeinen an stand die am 11. Januar 1945 in Lengdorf in der Steiermark geborene Tochter eines ehemaligen deutschen Offiziers und einer französischen Maskenbildnerin im Rampenlicht. Erste Schritte ins Showleben machte sie - gemanagt von ihrer ehrgeizigen Mutter - mit sieben Jahren im Ballett des Münchner Gärtnerplatztheaters.

Nach einem Kinodebüt in dem Zirkusfilm „Salto Mortale“ spielte sie sich als Neunjährige in dem Film „Rosen-Resli“ nach dem Buch von Johanna Spyri unter der Regie von Harald Reinl 1954 in die Herzen der Kino-Zuschauer.

Die Karriere als Kinderstar war für sie allerdings nicht leicht. „Ich war sehr isoliert. Und die Verantwortung, als Neunjährige eine Familie erhalten zu müssen, war fast zu viel für ein Kind“, sagte sie 2014 der Zeitschrift „Woman“.

Mit 15 Jahren dann die höchste Auszeichnung: Für ihr Hollywooddebüt in „Stadt ohne Mitleid“ (1961) erhielt Kaufmann einen Golden Globe. Die Kritik feierte die Darstellerin, die an der Seite von Kirk Douglas ein Kleinstadtmädchen spielte, das Opfer einer Vergewaltigung wird. Es folgten weitere Engagements in Hollywoodstreifen wie „90 Minuten nach Mitternacht“ (1962) oder „Taras Bulba“ (1962).

Heirat mit Tony Curtis

Doch die junge Frau machte auch privat Schlagzeilen: 1963 heiratete sie den 20 Jahre älteren Tony Curtis und zog sich für einige Jahre von der Filmarbeit zurück. Keine glückliche Ehe, wie sie später immer wieder beteuerte. Sie sei für ihn lediglich eine hübsche junge Visitenkarte gewesen.

Als die Ehe nach fünf Jahren geschieden wurde, kehrte sie mit ihren Töchtern Alexandra und Allegra nach Deutschland zurück. Bei dem erbitterten Sorgerechtsstreit wurden die Kinder sogar nach Los Angeles entführt.

Comeback in Deutschland

In Deutschland gelang ihr das Comeback: Sie war in TV-Serien wie „Der Kommissar“ und „Derrick“ zu sehen und gewann mit Regisseuren des Neuen Deutschen Films Profil. Sie spielte in Werner-Schroeter-Filmen wie „Der Tod der Maria Malibran“ und „Tag der Idioten“. 1981 drehte sie mit Rainer Werner Fassbinder an der Seite von Stars wie Barbara Sukowa, Hanna Schygulla, Armin Mueller-Stahl und Mario Adorf die Filme „Lola“ und „Lili Marleen“.

Für viele Fans unvergessen sind ihre Auftritte in der TV-Serie „Monaco Franze - Der ewige Stenz“ des Bayerischen Rundfunks Anfang der 80er Jahre. Neben Helmut Fischer und Ruth Maria Kubitschek konnte Christine Kaufmann hier als Mauerblümchen Olga ihr komödiantisches Talent zeigen.

An diese Figur schloss sie nach eigenem Bekunden wieder an, als sie im Dezember 2014 als skurrile Geisterbeschwörerin in Noël Cowards Schauspiel „Funkelnde Geister“ am Landestheater Linz auf der Bühne stand. „Ich wollte immer diese Rolle der komischen Alten spielen“, sagte sie damals den „Oberösterreichischen Nachrichten“ und bekannte: „Ich bin ja ein großer Theater-Fan: Theater ist so schön wie Radfahren!“

Erfolg als Autorin

Neben ihren Engagements als Schauspielerin war Christine Kaufmann auch als Autorin aktiv. Sie schrieb Bücher mit Titeln wie „Verführung zur Lebenslust“, „Der Himmel über Tanger“ und „Scheinweltfieber“, gab Wellness- und Beauty-Tipps und vertrieb ihre eigene Kosmetiklinie. Medien nannten sie die „schönste Großmutter Deutschlands“. 

Mit Leidenschaft pflegte Kaufmann, die vier Mal verheiratet war, das Familienleben mit ihren Töchtern und Enkeln. Uralt zu werden, war aber nicht ihr Wunsch. „Ich interessiere mich für ein gutes Leben, nicht für ein langes. Ich habe auch keine Angst vorm Sterben“, sagte sie der Zeitschrift „Woman“.

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann gestorben
In "Stadt ohne Mitleid" (1961) stand Christine Kaufmann zusammen mit Barbara Rütting an der Seite von Kirk Douglas vor der Kamera.  © dpa
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Hollywood-Star Tony Curtis lernte Christine Kaufmann 1962 am Set von „Taras Bulba“ kennen, da war sie gerade einmal 16. Sie heirateten ein Jahr später. © dpa
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Ein Jahr später kam ihre Tochter Alexandra auf die Welt. (Archivfoto von 1965). © dpa
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Für die Presse waren die beiden ein gefundenes Fressen. Auch während eines Urlaubs in Rom im März 1965 wurden sie ständig von Fotografen umlagert. © dpa
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Die Ehe hielt vier Jahre. © dpa
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Mit Tochter Allegra, die ebenfalls aus der Ehe mit Tony Curtis stammt, im Jahr 2016.  © dpa
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Zusammen mit ihrem vierten Ehemann Klaus Zey stand Christine Kaufmann für die SAT.1-Serie "Park Hotel Stern" 1997 vor der Kamera © dpa
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1997 stellte Christine Kaufmann in Hamburg ihr Buch "Meine Schönheitsgeheimnisse - Körper und Seele im Einklang" vor. © dpa
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Auch eine Kosmetik-Kollektion brachte Christine Kaufmann heraus. Das Foto zeigt sie bei der Präsentation am 25.02.1999 in München. © dpa
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2005 präsentierte Christine Kaufmann auf der Internationalen Frankfurter Buchmesse ihre Autobiographie "Christine Kaufmann und ich. Mein Doppelleben". © dpa
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Bei der Welturaufführung des Musicals "Ludwig 2" spielte Christine Kaufmann am 11.03.2005 im Festspielhaus Neuschwanstein einen Engel. © dpa
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Christine Kaufmann 2007 als Gast in der Jubiläumssendung "10 Jahre Herman und Tietjen". © dpa
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Christine Kaufmann am 16.04.2014 bei der Premiere des Fernsehfilms "Kommissar Dupin - Bretonische Verhältnisse" im Gloria Palast in München. © dpa
Schauspielerin Christine Kaufmann wird 65 Jahre alt
Als "Rosen-Resli" wurde sie Mitte der 50er Jahre ein Kinderstar, 1999 posierte sie als "schönste Großmutter Deutschlands" für den "Playboy". © picture alliance / dpa
Christine Kaufmann gestorben
Für Kinder engagierte sich Christine Kaufmann unter anderem bei der Unicef-Gala "Märchenstunde - Prominente lesen für UNICEF". (Archivfoto vom 30.11.2011) © dpa
Christine Kaufmann gestorben
München wurde für die in Österreich geborene Christine Kaufmann die neue Heimat, wie dieses Foto von einem Oktoberfest-Besuch im Jahr 2015 zeigt.  © dpa
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Christine Kaufmann am 28.06.2016 bei der Preisverleihung des Shocking Shorts Awards in München. © dpa

dpa/Video: snacktv

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