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Schlagerfans sauer: Immer die gleichen Gäste bei Florian Silbereisen - ARD erklärt, warum

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Von: Jonas Erbas

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Florian Silbereisen steht vor dem „Schlagerboom“ in der Westfalenhalle, daneben Facebook-Kommentare (Fotomontage)
Die Schlagershows von Florian Silbereisen und Co. stehen bei vielen Fans in der Kritik. Der Vorwurf: zu wenig Abwechslung, zu viel Playback und immer die gleichen Stars (Fotomontage) © Star-Media/Christian Schroedter/Imago & Screenshots/Facebook

In regelmäßigen Abständen produziert und zeigt der öffentlich-rechtliche Rundfunk große Schlagershows, oftmals zur besten Sendezeit. Doch die Sendungen mit Florian Silbereisen und Co. stehen seit einer Weile auch in der Kritik. Der Hauptgrund: die mangelnde Abwechslung hinsichtlich der Gäste.

München - Mit Beatrice Egli (33), Jürgen Drews (76) oder Ross Antony (47) begrüßte Moderator Florian Silbereisen (40) beim „Schlagerbooom 2021“ einmal mehr prominente Persönlichkeiten aus der Schlagerbranche. Den Zuschauern bot sich somit ein altbekanntes Bild, immerhin zählt das Trio – neben anderen Schlagerstars – zu den Dauergästen in den großen Musikshows des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Viele Zuschauer beklagen deswegen bereits seit einer Weile die mangelnde Abwechslung beim „Schlagerbooom“, den „Schlagerchampions“ oder dem „Adventsfest der 100.000 Lichter“. Der Vorwurf: Bei Silbereisen und Co. stehen meist die gleichen Stars auf der Bühne, während jungen Talenten oder Künstlern aus anderen Genres kaum Sendezeit eingeräumt wird. Ist die Kritik berechtigt? Extratipp.com von IPPEN.MEDIA berichtet.

„Schlagerstrandparty“ zum 40. von Florian Silbereisen Beatrice Egli steht zusammen mit Florian Silbereisen auf der Bühne
Ein altbekannter Anblick: Beatrice Egli zählt zu den Dauergästen in Florian Silbereisens Schlagershows, steht mit Branchenkollegen wie Ross Antony, Jürgen Drews oder Ramon Roselly nahezu immer bei dem 40-jährigen Moderator auf der Bühne © Poolfoto/Imago

Schlager: Zu wenig Abechslung bei Florian Silbereisen und Co. – „Es macht keinen Spaß mehr“

Nicht erst seit dem „Schlagerbooom“, den Florian Silbereisen vergangenen Samstag (23. Oktober) in der Dortmunder Westfalenhalle live präsentierte, ist der Frust bei manchen Schlagerfans groß: „Es macht keinen Spaß mehr, die Sendung zu schauen“, kritisierte eine Leserin die fehlende Vielfalt in den Shows des 40-jährigen Moderators.

Mit ihrer Kritik ist sie nicht allein. Dass „immer die gleichen“ Schlagerstars in Produktionen wie dem „Schlagerbooom“, aber etwa auch bei „Immer wieder sonntags“ oder im „ZDF-Fernsehgarten“ auf der Bühne stehen, ist selbst unter den treusten Zuschauern teils umstritten.

Blickt man auf die Gästelisten der bis dato letzten Silbereisen-Shows, so fällt tatsächlich auf, dass ein harter Kern um Musiker wie Beatrice Egli oder Ross Antony dort praktisch dauerhaft präsent ist. Junge, unbekannte, aber aufstrebende Talente sind eher die Ausnahme – es sei denn, diese stehen bei einem Produzenten mit Nähe zum Produktionsumfeld etwaiger Sendungen unter Vertrag, wurden in einer eigenen Show selbst ‚entdeckt‘ oder sind mit einem bereits etablierten Star verwandt oder liiert. Die Promo-Maschinerie soll bloß nicht ins Stocken geraten.

ARD rechtfertigt sich für Gäste in Shows von Florian Silbereisen

In einem Statement des Programmbereichs Unterhaltung der Öffentlich-Rechtlichen wird dieser Darstellung klar widersprochen. Man achte sehr wohl darauf, „einer Bandbreite an Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu geben“:

In unseren Unterhaltungsshows legen wir nach wie vor großen Wert darauf, einer Bandbreite an Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu geben: junge Künstler finden ebenso ihren Auftritt, wie große Namen der Show- und Musikbranche sowie Stars, die gerade aktuell von sich reden machen – auch aus der Region. Dieser Mix wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Stellungnahme der ARD auf eine extratipp.com-Anfrage

Schlager: Schwindende Qualität in Silbereisen-Shows – „Nur Playback und fast nur Coversongs“

Natürlich ist stets ein gewisser Grad an Abwechslung geboten, dieser fällt – auch in den Augen zahlreicher Schlagerfans – zu gering aus. Überhaupt scheint die Qualität der Sendungen abgenommen zu haben, wie die Aussagen einiger Zuschauer bestätigen. Schuld daran sind neben der erwartbaren Gästeliste auch andere Faktoren:

„So schlechter Ton, fragwürdige Regie, nur Playback [und] fast nur die Coversongs“, fasst ein enttäuschter Fan den „Schlagerbooom“ zusammen. In diesem Zusammenhang bezeichnet ein anderer Facebook-Nutzer die ARD-Sendung gar als „Maxi Playback Show“.

Die Kritik ist berechtigt: Gerade die Tatsache, dass beim „Schlagerbooom“ kaum neue oder gar eigene Stücke vorgetragen wurden, sondern meist Coverversionen bekannter Songs, fiel negativ ins Gewicht: Otto Waalkes (73) versuchte sich an der Seite von Florian Silbereisen an einem mühsamen Abklatsch des Udo-Jürgens-Hit „Griechischer Wein“, während Popsternchen LaFee (30) mit einer einfallslosen Version von Falcos (†40) „Rock Me Amadeus“ aufwartete.

Auch hier gilt: Junge Künstler mit selbstgeschriebenem Liedgut gäbe es genug. Mehr Abwechslung könnte dadurch auch mehr Qualität mit sich bringen.

Schlager: Silbereisen beschert ARD Erfolge – „Regelmäßig einen Marktanteil von 18 Prozent und mehr“

Allerdings scheint es auch viele Schlagerfans zu geben, die mit den Gästen und dem Ablauf der großen Schlagershows recht zufrieden sind: „Die Stars, die dort auftreten, sind halt diejenigen, die man hören möchte zur Zeit“, erklärt ein Facebook-Nutzer und verteidigt, wie viele andere, die Sendungen mit Florian Silbereisen. Auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk argumentiert man klar damit, dass der hohe Marktanteil klar für ein entsprechend großes Interesse spricht:

Es gibt in Deutschland sehr viele Menschen, die sich am Samstagabend eine Schlagershow im linearen Fernsehen gerne anschauen. Unsere Shows mit Florian Silbereisen haben regelmäßig einen Marktanteil von 18 Prozent und mehr. Im breiten Angebot der ARD gibt es darüber hinaus noch sehr viele Angebote, in denen viele andere musikalische Genres stattfinden.

Stellungnahme der ARD auf eine extratipp.com-Anfrage

Der Marktanteil ist allerdings nicht mit der Zufriedenheit der Zuschauer gleichzusetzen. Mangels Alternativen ist man als Schlagerfan selbstverständlich um jede Sendung froh – ob diese allerdings auch qualitativ die Erwartungen bedient, ist fraglich.

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