Seine Stimme begeisterte Millionen

Münchner Schlager-Star Teddy Parker gestorben: Er hatte viele Chart-Hits und teilte Büro mit Thomas Gottschalk

Teddy Parker bei einem seiner späten Auftritte, auf der IFA 2001.
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Teddy Parker bei einem seiner späten Auftritte, auf der IFA 2001.

Teddy Parker ist tot. Der Münchner Schlager-Star feierte nicht nur zahlreiche Hits, er hat auch eine gemeinsame Vergangenheit mit Thomas Gottschalk.

München - Trauer um Teddy Parker: Der Schlager-Star ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Das geht aus einer Todesanzeige hervor, die von seinen Angehörigen in der SZ geschaltet wurde. Zwar ist dort nicht bestätigt, dass es sich um DEN Teddy Parker handelt. Doch die Anzeige lässt daran auch keine Zweifel, zumal das Geburtsdatum stimmt.

Teddy Parker: Schlager-Star aus München mit 83 Jahren gestorben

„Teddy Parker“ ist dort in Anführungszeichen zu lesen statt des bürgerlichen Namens Claus Herwig, dazu ist die Todesanzeige unter anderem unterschrieben mit „Deine Ingrid“, was der Name seiner Frau war. Demnach ist Teddy Parker am 17. Juni gestorben und bereits aufgrund der Corona-Auflagen im engsten Kreis der Familie beigesetzt worden.

Auch Schlagerprofis.de berichtet über den Tod von Teddy Parker, der in der deutschen Musik-Szene tiefe Fußspuren hinterlassen hat: Offiziellecharts.de listet gleich vier Songs auf, die es in die Top 40 der deutschen Charts geschafft haben: „In Copacabana“ (1963), „Nachtexpress nach St. Tropez“ (1963), „Du, ich habe mein Herz verloren“ (1971) und „Wie eine Ladung Dynamit“ (1971).

Teddy Parker (hinten stehend) auf der Wiesn. Das Foto entstand 1983 und zeigt ihn unter anderem mit Bata Illic (links).

Herwig wurde in der damaligen Tschechoslowakei geboren, kam 1955 nach München, wurde in der bayerischen Landeshauptstadt sesshaft. 1957 gewann er laut SWR einen Gesangswettbewerb im Englischen Garten in München. Nach ersten Hits benannte er sich in den frühen Sechzigern zu „Teddy Parker“ um. Wie er dem SWR sagte, sei man in den Chefetagen der Ansicht gewesen, „der Name Claus Herwig ließe sich nicht vermarkten“. Der Sänger fremdelte zunächst damit. „Der ‚Teddy‘ hat mir nicht gefallen.“ Später nahm er ihn sogar in den Personalausweis auf.

Teddy Parker: Schlager-Star aus München teilte Büro mit Thomas Gottschalk

Zwischendurch zog er sich vom Gesang zurück und studierte Jura. Doch die Musik und die Showbühne ließen ihn nicht los. Teddy Parker war nicht nur als Sänger aktiv, sondern auch als Moderator und hinter den Kulissen beim Radio. 1971 zählte er zu den Gründungsmitgliedern von Bayern 3, teilte sein Büro mit Thomas Gottschalk. „Es war eine sehr fröhliche Zeit“, so Teddy Parker.

Teddy Parker kommt auch in „Herbstblond“ vor, der Autobiographie von Thomas Gottschalk. Der erinnerte sich: „Als ich mein Büro im vierten Stock des BR-Gebäudes bezog, sah ich mich auf dem Gipfel der Karriere: eigener Garagenplatz, Vollbemusterung mit LPs und ein Gehalt dafür, den ganzen Tag Musik zu hören - kann das Leben schöner sein? Ich teilte mein Büro mit dem Schlagersachverständigen Teddy Parker, einer der wenigen vergnügten Figuren in der Unterhaltung des BR, was vielleicht daran lag, dass er fast jedes Wochenende in Bierzelten lustige Lieder sang wie ‚Meine Ski, meine Ski, ja die woll‘n net so wie i“.

Versprühte damals schon gute Laune: Teddy Parker in den Sechzigern.

Von 1983 bis zu seiner Pensionierung war Teddy Parker dann Programmchef bei der Bayerischen Rundfunkwerbung, blieb aber auch am Mikrofon aktiv, sowohl im Radio, als auch als Sänger.

Teddy Parker: Schlager-Star aus München setzte sich mit 60 zur Ruhe

Kurios: Einer seiner größten Hits „Nachtexpress nach St. Tropez“ basiert auf einem Irrtum. Laut SWR wusste damals niemand, dass es gar keine Zuganbindung in die französische Stadt gab. Erst ein Franzose, der Jahre später die Produktionsfirma besuchte, machte darauf aufmerksam.

Mit 60 setzte sich Teddy Parker zur Ruhe. „Man sollte immer aufhören, wenn es am schönsten ist“, sagte er dem SWR. Danach konnte er noch mehr als 20 Jahre den Ruhestand genießen, jetzt ist seine Stimme, die Millionen begeisterte, für immer verstummt. Auch die Rockwelt trägt Trauer: Johnny Solinger ist am Samstag gestorben. (lin)

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