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Schuhplattler in Südafrika

moesl

Zwischen Bayern und Südafrika gibt es viele Gemeinsamkeiten“, sagt Hans Well von der Biermösl Blosn bei einem Auftritt in Kapstadt.

„Wir haben eine schwarze Partei, ihr habt Schwarze an der Regierung. Ihr habt eine hohe Kriminalität, wir haben ­Siemens. Bei euch wird scharf geschossen, wir haben Günther Beckstein“ (die Sätze fielen vor der Landtagswahl, Anm. d. Red.). Doch die größte Ähnlichkeit zwischen den beiden Kulturen – die gibt es beim Schuhplatteln.

„Das ist wirklich wahr“, sagt Christoph „Stopherl“ Well (48), der jüngste Bruder vom bayerischen Trio Biermösl Blosn, zur tz. „Wir tragen dazu Lederhosn und die Menschen in Afrika ­Gummistiefel, deswegen wird er auch der Gumboot-Tanz genannt.“ Und wie kam der Schuhplattler nach Südafrika? ­„Erfunden haben ihn vor fast hundert Jahren die schwarzen Minenarbeiter, die in den Goldgruben schufteten“, erklärt Well. „Ihnen wurde das Sprechen beim Arbeiten verboten, aus Angst, sie könnten sich zu Streiks oder Aufständen gegen ihre Unterdrücker verabreden. Um dennoch kommunizieren zu können, erfanden die Arbeiter Zeichen, indem sie mit der flachen Hand auf ihre Gummistiefel klopften. Einmal, zweimal, fünfmal – eine Art Geheimsprache, die nur sie verstanden.“ Nach der Schicht haben die Arbeiter in ihren Lagern weitergetanzt. Und so ist aus diesem traurigen Kapitel der Geschichte über die Jahrzehnte ein südafrikanisches Kulturgut entstanden.

Um Näheres über die Herkunft des Gumboot-Tanzes zu erfahren, reisten Christoph, Hans und Michael Well aus Günzlhofen – einem Dorf zwischen München und Augsburg – nach Süd­afrika. Mit Kind und Kegel, mit Alphorn, Tuba, Trompeten und 23 anderen Instrumenten. Zwei Wochen war die Biermösl Blosn mit Anhang in den Städten ­Johannesburg, Kapstadt, in Umtata, dem Geburtsort Nelson Mandelas, und im namibischen Swakopmund unterwegs. Dort wurde gemeinsam musiziert – und getanzt („Der Gumboot, der geht gscheit auf die Bandscheiben“, so Hans Well.)

Daraus ist ein bewegender Film ­entstanden, der neben dem rhythmischen ­Zweikampf der Alpenpartisanen und ihren afrikanischen Herausforderern viel über die Lebensumstände der Menschen, über Rassismus und Apartheid erzählt. Die ARD zeigt die Dokumentation Wie der Schuhplattler nach Südafrika kam am kommenden Freitag im Ersten Programm.

Und ab Mittwoch nächster Woche gibt die Biermösl Blosn Volkstanzkurse zum Mitmachen vor dem Fernseher – zu sehen in der BR-Abendschau, werktags ab 17.35 Uhr.

Tina Layes

tz-Stichwort: Schuhplattler

Wie ist der Schuhplattler entstanden? „Ich glaube, dass es ein spezieller Tanz von Burschen ist, um sich zu produzieren“, sagt Christoph Well. „Er schaut aus, wie wenn der Auerhahn balzt.“ Wells Theorie kursiert, ist aber umstritten. Nachweislich stammt der „Schuhplattler“ aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Tatsächlich war der Plattler immer ein Paartanz. Im Drei-Viertel-Takt eines Landlers absolvierte der Bursch ein Folge von Sprüngen nach dem Takt der Musik und plattelte dabei. Zum Schluss gab es einen Walzer mit dem Dirndl. Die 1880 gegründeten Trachtenvereine führten die Tradition fort, aber formten einen genau festgelegten Tanz, den Schuhplattler. Aus dem Werbe- wurde ein Schautanz.

Quelle: tz

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