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Schumann eröffnet legendäre Bar in Mailand

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Lernen von der großen Bar-Legende: Charles Schumann mit zwei Kellnern hinterm Tresen des Camparino

München - Barkeeper Charles Schumann eröffnet in Mailand eine Bar, die noch berühmter oder zumindest älter ist als seine zu Hause in München. Dort wurde ein legendäres Getränk erfunden.

Ciao bella, come stai?“ Umarmungen, Schulterklopfen, Wangenküsse fliegen durch die Luft – Charles Schumann versprüht den Charme, nach dem sich die Gäste in seiner Münchner Bar meist vergeblich sehnen.

Charles ist ja auch in Italien, im Herzen von Mailand, wo die Sonnenbrille an diesem eiskalten Dienstag das wichtigste Accessoire ist. Manche Gäste nehmen sie selbst dann nicht ab, wenn sie die schöne alte Bar betreten, die sich an den Ausgang der Galleria Vittorio Emanuele II., der Glaskuppel gekrönten Einkaufspassage, schmiegt. In den polierten Glastüren spiegelt sich die Fassade des Doms wieder.

Schumann ist hier, um eine Bar wiederzueröffnen, die noch berühmter oder zumindest älter ist als seine zu Hause. Es ist das legendäre Camparino, dort wo Gaspari Campari den Bitter all’uso d’Hollanda erfand, später in aller Munde unter dem Namen Campari.

Lange führte die Bar einen gastronomischen Winterschlaf. Sie hieß Zucca und war eben eine Bar: alt, gut, aber ohne den Ruf von früher, wo sich Bürgertum, Intellektuelle und Lebenskünstler trafen.

Diese Gästemischung bewirtet Schumann in seinen Bars, seit 2004 auch in dem kleinen Camparino am Hofgarten. Er sagt: „Campari war schon immer mein Lieblingsgetränk.“

Der bittersüßen Liebe begegnete er zum ersten Mal in Lido degli Estensi, einem Touristenort an der Adria, wo „ich in einem deutschen Restaurant gearbeitet habe“, erinnert er sich. Gut 50 Jahre ist das her, die Liebe ist seitdem nicht erloschen. „Ich trinke meinen Campari am liebsten geschüttelt, mit Eis, ohne Soda. Das war’s.“

Als er selbst sein Schumann’s in München eröffnete (damals noch in der Maximilianstraße) schaute er sich berühmte Bars an. Was abschauen. „Auch das Camparino war unser Vorbild. Seitdem kenn’ ich die Leute hier, komme immer wieder gerne hierher.“ Auch weil er sich eines schon früh abgeschaut hatte: „Nicht das Getränk ist in einer Bar das Wichtigste, sondern der Gast.“ Und dem hat er einiges beigebracht: „Früher, da haben die Leute die Drinks ja noch nach Farbe bestellt.“

Charles Schumann ist jetzt 70, trägt einen verdammt lässigen, dunkellila Cordanzug und – große Ausnahme – Socken. Auch in Lila. „Ist doch nicht schön, wenn so ein weißes Männerbein da rausschaut, oder?“

Aber eigentlich ist ihm das egal, ob die Leute das gut finden oder nicht. „Das Kumpelhafte, das kann ich gar nicht ausstehen.“ Er pflege einen distanzierten, respektvollen Umgang, „mit oberpfälzer Charme“. Der kommt gut an in der Mailänder Bar – gerade bei den weiblichen Gästen. Das Flirten macht ihm Spaß. Mehr nicht.

„Ich leb’ ja mehr oder weniger allein. Wenn man in meinem Alter den richtigen Partner noch nicht gefunden hat, dann wird das auch nichts mehr. Viele Frauen wollen das ja nicht haben, dass man nie zu Hause ist.“

Kürzer treten – das könnte er sich schon vorstellen, nur: Wer soll dann seinen Job machen? „Meine Leute sollen das endlich mal machen, vielleicht einer, vielleicht mehrere.“ Seinen Sohn, der Philosophie und Musik in Wien studiert, schließt er aus. „Mein Sohn lehnt das ab, er hat andere Interessen.“ Sein Nachfolger brauche vor allem eines: „Passion für das Geschäft. Sonst wird das nichts.“

Seit dreißig Jahren spricht Charles vom Aussteigen, von einem Leben im entspannten Süden. „Irgendwo am Atlantik eine Bar zu haben, das kann ich mir schon vorstellen. Nur so, zum Spaß.“ Und eines wird es dort ganz sicher geben: Campari, geschüttelt, mit Eis, ohne Soda. Bittersüß und voller Erinnerungen ...

Maria Zsolnay

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