Sean Connery feiert 80. Geburtstag

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Sean Connery

London - Sein name war "Bond" - für viele Filmfans der beste "James Bond"-Darsteller. Früher auf der Jagd nach "Dr. No", hat sich Sean Coonery mittlerweile aus dem Filmgeschäft zurück gezogen. Heute wird er 80.

Als Sean Connery unten im Gesicht schon wesentlich mehr Haare hatte als oben, wurde er noch zum erotischsten Mann der Welt gewählt. Das war 1989, und er war damals schon fast 60. Nun feiert er seinen 80. Geburtstag - am Mittwoch (25. August) ist es soweit. Er ist das beste Beispiel dafür, dass ein Hollywood-Star auch in Würde altern kann.

Leider hat er das Schauspielern schon vor Jahren aufgegeben, um seine Nerven zu schonen. Er hat keine hohe Meinung von den tonangebenden Leuten im Filmgeschäft. “Ich sage nicht, dass alle Idioten sind. Ich sage nur, dass es viele davon gibt.“

Von Connery bis Craig: Die Bond-Darsteller

Der "Ursprungs-Bond": Sean Connery. "James Bond jagt Dr. No" war der erste Roman von Ian Fleming, der verfilmt wurde. Ursula Andress war das erste Bond-Girl. © telebunk-mm
Sechs Filme lang mimte der Schotte den Geheimagenten - es war sein Durchbruch als Schauspieler. Zuvor hatte er sich übrigens in allerlei anderen Berufen versucht: Unter anderem Milchmann, Bademeister und Möbelpolierer. © ap
"Diamantenfieber" kam 1971 in die Kinos. Danach wollte Sean Connery andere Rollen versuchen. Nie mehr, soll er gesagt haben, wolle er den James Bond geben. © ard-mm
Für eine Parodie kehrte er dann doch noch einmal in die Rolle zurück. Der Titel: "Sag niemals nie". Danach ging es mit Connerys Karriere erfolgreich weiter. © dpa
Schon 1969, zwischen zwei Sean Connery-Filmen, hatte ein anderer Schauspieler sein Glück als James Bond versucht. George Lazenby trat allerdings nur einmal in den "Geheimdienst Ihrer Majestät", so der Titel. Ab 1973 übernahm Roger Moore die Rolle des Doppelnull-Agenten. Sein erster Film war "Leben und sterben lassen". Den Titelsong "Live and let die" sang Ex-Beatle Paul McCartney. © ard-mm
"Der Spion, der mich liebte" mit Barbara Bach als Bond-Girl und Curd Jürgens als Bösewicht, war Moores drittes Bond-Abenteuer. © united artists
Mit zwei Bond-Girls schmückte sich Roger Moores James Bond in "Der Mann mit dem goldenen Colt": Britt Ekland (re.) und Maud Adams. Letzere war die einzige Frau, die zweimal in einem Bond-Film mitspielte: Sie war auch in "Octopussy" neun Jahre später zu sehen. © dpa
Roger Moore war ganze sieben Filme in der Rolle zu sehen. Dann überließ er, mit 58 Jahren, das Feld dem nächsten Darsteller. © dpa
Mit 41 Jahren wurde Timothy Dalton 1987 zum James Bond. Er hielt sich allerdings nur zwei Filme lang, "Der Hauch des Todes" und der als bis dahin düsterste Bond bezeichnete "Lizenz zum Töten". © telebunk-mm
Nach sechsjähriger Bond-Pause - das hatte es davor noch nicht gegeben - wurde Pierce Brosnan 1995 als Geheimagent verpflichtet. Mit "GoldenEye" startete seine 007-Laufbahn, die vier Filme lang andauerte. © dpa
"Der Morgen stirbt nie", "Die Welt ist nicht genug" und "Stirb an einem anderen Tag" (im Bild eine Szene mit Halle Berry) hießen die erfolgreichen Fortsetzungen der Serie. © dpa
2002 war dann Schluss: Der 49-jährige Brosnan wurde durch einen neuen Schauspieler ersetzt. © dpa
2006 wurde Daniel Craig neuer Doppelagent. Der 38-jährige Brite debütierte mit dem Film "Casino Royal", der die Anfänge des Geheimagenten darstellte. © dpa
"Ein Quantum Trost" ist der bislang letzte James-Bond-Film. So wie es aussieht, wird Daniel Craig auch im nächsten Streifen, der 2011 erscheinen soll, wieder in die Rolle schlüpfen. © dpa

Je älter er wird, desto seltener werden seine öffentlichen Auftritte. Er gibt auch schon lange keine Interviews mehr. Und wenn doch, dann darf man keine Fragen stellen zu: 1. James Bond. 2. Schottische Unabhängigkeit. 3. Frauen. Bleibt also praktisch nichts mehr übrig.

Das Letzte, was man über ihn hörte, war, dass in Spanien gegen ihn ermittelt wird wegen Steuerhinterziehung. Seine Frau Micheline und er werden verdächtigt, in einen Immobilienskandal in Málaga an der Costa del Sol verwickelt gewesen zu sein. Doch selbst die spanische Justiz scheint gewisse Sympathien für ihn zu hegen, denn die Ermittlungen laufen unter dem Namen “Operation Goldfinger“.

Dies in Anlehnung an den vielleicht besten James-Bond-Film überhaupt mit - natürlich! - Sean Connery als 007 und Gert Fröbe als Bösewicht Auric Goldfinger. Das waren noch Dialoge damals: “Erwarten Sie von mir, dass ich rede?“ - “Nein, Mr. Bond. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben.“ Fröbe hat ihn bei den Dreharbeiten 1964 übrigens mit dem Golfvirus infiziert - der Sport ist seitdem seine große Leidenschaft.

Was treibt Sean Connery mit 80? Who knows. Er sagt ja nichts dazu. Man kann nur vermuten, dass er das Leben genießt, denn er wohnt an den schönen Orten dieser Welt: Nizza, Marbella, New York, Bahamas... Seine Liebe zum schottischen Vaterland geht nicht so weit, dass er dafür schlechtes Golfwetter in Kauf nehmen würde. Und obwohl Schottland nach seinem Willen lieber heute als morgen aus dem Vereinigten Königreich austreten sollte, ließ er sich doch von dessen Königin zum Ritter schlagen.

Sir Sean kann sich solche Widersprüche leisten - er ist einer der Unsterblichen Hollywoods. Nicht nur als James Bond hat er sich ins kollektive Bewusstsein eingebrannt, sondern auch als Vater von Indiana Jones und mittelalterlicher Sherlock Holmes in “Der Name der Rose“.

Dies war vielleicht seine beste Rolle. Mit James Bond können sich ja höchstens absolute Machos identifizieren, die nichts anderes im Kopf haben als Waffen, Sex und Sportwagen. Aber der Franziskanerpater William von Baskerville, der sich der Heiligen Inquisition entgegenstellt, ohne dabei auch nur einmal mehr als unbedingt nötig mit der Augenbraue zu zucken - der dürfte zum heimlichen Vorbild einer ganzen Kino-Generation geworden sein.

James Bond von A bis Z

fotos

Eine der schönsten Szenen aus dem Film ist, wie der junge Novize Adson von Melk alias Christian Slater nach seiner Verführung durch ein junges Mädchen mit schlechtem Gewissen zu seinem Meister William von Baskerville kommt und ihn fragt, ob er schon einmal jemanden geliebt habe.

“Ja, natürlich“, erwidert dieser. Daraufhin Adson, freudig überrascht: “Wirklich, Meister?“ - “Ja. Ich liebe Aristoteles.“ - Dies aus dem Munde jenes Mannes, dem man es als James Bond einfach abnahm, dass er mit der nächstbesten Schönheit ins Bett fiel - das ist einfach von bestechendem Witz.

Memoiren oder auch nur eine autorisierte Biografie von Sean Connery liegen bis heute nicht vor. Aber er hat zusammen mit dem schottischen Autor und Filmemacher Murray Grigor ein Buch über Schottland geschrieben, in dem er auch manches aus seinem Leben erzählt. Man spürt deutlich, dass er ein empfindsamer Mensch ist, der jede Verletzung, jede kränkende Bemerkung abgespeichert hat und trotz aller Erfolge eine gewisse Verbitterung in sich trägt. Aber der letzte Satz des Buches lautet dann doch: “Ich habe viele gute Zeiten erlebt.“

dpa

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