"Sind die wirklich so doof?"

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Gülcan Kamps (r.) und Collien Fernandes auf dem Bauernhof

Samerberg - In der tz erzählt die Bauernfamilie von Gülcan & Collien die ganze Wahrheit über die Sendung.

Familie Estermann bietet Urlaub auf dem Bauernhof und ist daher den Umgang mit Fremden gewohnt. Doch die beiden jungen Frauen, die Anfang Mai bei den Estermanns einzogen, die waren nicht nur fremd, sondern fremdartig: Die beiden Viva-Moderatorinnen Gülcan Kamps (25) und Collien Fernandes (26) wohnen in Düsseldorf und Berlin, reisten aber offensichtlich aus einer anderen Welt an: Wie sie da im Leo-Look auf den Samerberg gestöckelt kamen mit nicht weniger als zwölf Koffern voller Klamotten, Schühchen und Schminke.

Gülcan & Collien ziehen aufs Land

Hilfe, wie kommt man denn da hin nach Samerberg? Normalerweise hat Luxuspüppchen Gülcan (Kamps) wohl einen privaten Chauffeur. Aufs Land muss sie mit einem öffentlichen Bus fahren... © ProSieben
Wo bleibt denn jetzt der Bus? Die Städter Collien (26) & Gülcan (25) müssen samt ihrer 15 Koffer in der Wiese auf ein Transportmittel warten. © ProSieben
Ganz schön viel Gepäck und kein Kofferträger in Sicht? Collien (Fernandes) muss ihre Schminke und ihre Klamotten selbst auf den Bauernhof der Familie Estermann tragen. © ProSieben
Da soll ich also die nächsten drei Wochen wohnen? Gülcan sieht sich skeptisch in ihrer neuen Heimat für die nächsten drei Wochen um. © ProSieben
Morgens, 5.30 Uhr in Grainau: Morgenappell im Kuhstall. Ein bisschen übermüdet, aber sonst mit guter Laune misten die beiden It-Girls den Stall aus. © ProSieben
Puh, ist das anstrengend - Collien kommt beim Mistgabel-Schwingen ganz schön ins Schwitzen. © ProSieben
Da kommt also das Frühstücksei her - Gülcan muss der Familie die Eier aus dem Hühnerstall holen. © ProSieben
Glamourgirls auf dem Land - Gülcan & Collien beim Plausch mit den Dorfbewohnern. © ProSieben
Get-Together beim Dorffest: Collien und Gülcan lernen bei einer Feier die Dorfbewohner näher kennen - bei der Kleiderwahl haben sich die beiden aber wohl vertan. © ProSieben
Der ist aber süß - Modepüppchen Gülcan freundet sich mit dem Esel der Familie Estermann an. © ProSieben
Zum Hühner füttern muss das Promi-Girl die hochhackigen Schuhe gegen Gummistiefel austauschen. © ProSieben
Pop-Prinzessin Gülcan freut sich über die ungewohnte Erfahrung und hat auch viel fürs Leben gelernt: "Die Kühe verschenken Milch - kostenlos und ohne lästigen Tetrapack." © ProSieben
Gülcan und Collien auf dem Hof von Konrad und Roswitha Estermann. © ProSieben
In der Disco klingt die Musik aber anders - die Städter machen Bekanntschaft mit ländlicher Musik. © ProSieben

Dabei sollten Gülcan und Collien ein landwirtschaftliches Praktikum bei den Estermanns verrichten – im Auftrag von Pro7. Der Privatsender strahlt seit dem vergangenen Dienstag die Doku-Reihe Gülcan und Collien ziehen aufs Land aus – ein TV-Experiment, das an The Simple Life mit Paris Hilton und Nicole Richie erinnert.

Über eine Anfrage beim Tourismusverband der Gemeinde Samerberg hatte die Produktionsfirma die Estermanns gefunden. „Wir haben nicht so richtig gewusst, auf was wir uns da einlassen, weil wir die beiden vorher gar nicht kannten“, sagt Konrad Estermann beim Besuch der tz. „Viva war bei unserem Fernseher gar nicht eingespeichert“, ergänzt der 44-jährige Landwirt und spricht den Sender wie „Fifa“ aus. Nicht einmal den Söhnen Thomas (10) und Markus (12) waren die Medienmädels ein Begriff, doch sie stimmten dem Familienabenteuer ebenso zu wie die Großeltern Anni (68) und Konrad (74).

Auf der einen Seite eine bodenständige Bauernfamilie, auf der anderen Seite zwei verwöhnte Großstadtgören – mit diesem Zusammenprall der Kulturen will die Sendung Quote machen. Dabei besteht immer eine Gefahr: dass die Unterschiede übertrieben dargestellt werden. „Wir haben darauf geachtet, dass wir nicht als depperte Hinterwäldler erscheinen“, sagt Mutter Roswitha (37). Tatsächlich kommen die Estermanns in der Sendung unverfälscht und echt nett rüber.

Bei den Praktikantinnen aber konnte wohl kein Zuschauer glauben, was er in der ersten Folge sah: Collien sollte in der Küche helfen und schaffte es nicht, ein Ei aufzuschlagen – vom Schälen der Äpfel ganz zu schweigen. „Ich werde jetzt von lauter Leuten gefragt, ob die wirklich so doof sind“, sagt Roswitha und lacht. „Aber Collien hatte tatsächlich noch nie selbst gekocht. Die wird morgens von einem Fahrer abgeholt und geht auf dem Weg ins TV-Studio irgendwo frühstücken.“

Die meisten Nachbarn teilen die Meinung ihres Bürgermeisters, der die Sendereihe als Werbung für das Wanderparadies südlich von Rosenheim ansieht (siehe unten). Vereinzelt hört man welche maulen: „Verarschen können wir uns selber.“ Doch diese Grantler wollen nicht namentlich in der Zeitung genannt werden.

Die Estermanns achteten selbst darauf, dass ihre aufgebrezelten Praktikantinnen die Dörfler nicht allzu sehr erregen. So besorgten sie ihnen fürs Dorffest erst mal „was Anständiges“ zum Anziehen – zwei Dirndl natürlich.

Drei Wochen lang belagerte das Filmteam den Hof, auf dem neben den 44 Rindern auch Hühner, Schafe, ein Esel und ein Hase leben. „Es war stressig, aber eine interessante Erfahrung“, resümiert die Bäuerin, die in der Zeit auch Feriengäste im Haus hatte und für ihre Rolle als Praktikantinnen-Mutter eine, wie es heißt, „geringe Aufwandsentschädigung“ erhielt. „Vor allem bei den Abendessen hatten wir eine Riesengaudi“, ergänzt ihr Mann. „In dieses Leben mit einer kompletten Familie haben sich die beiden richtig verliebt“, hat Roswitha gespürt. Und Oma Anni, die mitsamt den Arbeitsstiefeln sechs Paar Schuhe besitzt, hat aus dem Experiment eine Einsicht gewonnen: „Dieses Schickimicki wäre nichts für mich. Da gehe ich lieber in den Stall.“

tz-Umfrage auf dem Samerberg: Was halten Sie von der Pro7-Sendung mit Gülcan und Collien?

Eine Werbung für uns

Erst drei Tage vorher haben wir erfahren, wer genau da zu uns kommen wird. Das ist eine reine Unterhaltungssendung, die man nicht überbewerten sollte. Wir liefern die schöne Kulisse, und darin sehe ich durchaus eine gewisse Werbung für Samerberg. Die Sendung ist zumindest bei den Erwachsenen ohnehin nicht das Tagesthema. Die haben andere Sorgen. Bürgermeister Georg Huber (39, Freie Wähler)

Aus einer anderen Welt

Die beiden Mädels sind lustig und freundlich. Als sie hier im Dorf waren, habe ich sie persönlich kennen gelernt, als ich ihnen die Semmeln gebracht habe. Ich frage mich nur, ob die wirklich so lebensuntüchtig sind, wie sie erscheinen. Das gibt es doch nicht, dass eine Frau kein Ei aufschlagen kann! Vielleicht leben die ja wirklich in einer komplett anderen Welt. Sabine Schwaiger (44), Bäckerin in Grainbach

Wollten Extrawurst

Während der Dreharbeiten hat das Filmteam mitsamt Gülcan und Collien öfters bei uns gegessen. Anfangs schienen die beiden eine Sonderbehandlung zu erwarten, aber bei uns werden alle Gäste gleich bedient. Ich hab die erste Folge auch gesehen und fand’s schon lustig, wie diese beiden Frauen sich vor der Arbeit drücken.Herbert Kaindl (42), Oberkellner im Gasthof Alpenrose in Grainbach

Kinder sind begeistert

Ich hätte die erste Folge gerne angeschaut, aber dann kam mir etwas dazwischen. Meine 15, 18 und 20 Jahre alten Kinder waren jedenfalls begeistert. Die kannten Gülcan und Collien schon vorher. Ich habe beide kennen gelernt, als sie im Zuge der Dreharbeiten hier bei mir Bauerngolf gespielt haben. Die waren zwar etwas überdreht, machten aber einen ganz sympathischen Eindruck.Sophie Spöck (49) aus Grainbach

Quelle: tz

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