Rock-Legende starb vor 25 Jahren

Spurensuche: So lebte Freddie Mercury in München

+
Wurde nur 45 Jahre alt: Freddie Mercury war eine der größten Rock-Ikonen seiner Zeit.

München - Vor 25 Jahren verstarb Freddie Mercury. In München verbrachte die Rock-Ikone viel Zeit. Wir haben uns mit einem Weggefährten auf Spurensuche begeben.

Sein Todestag jährt sich in zwei Wochen zum 25. Mal: Rock-Ikone und Queen-Sänger Freddie Mercury (†45) wäre heuer 70 Jahre alt geworden. Von 1979 bis 1985 lebte Mercury in München. Der Travestiekünstler Peter Ambacher (66) ist ein alter Weggefährte Mercurys - und hat sich mit der tz auf Spurensuche in der Stadt begeben. Weiterer Zuhörer: Sänger Rob Comber (51). Er spielt Mecury in der Show „Queen Mania“, die 2017 durch Deutschland tourt.

Zur Person

Die Rock-Legende Freddie Mercury wurde am 5. September 1946 in Sansibar-Stadt geboren. Sein eigentlicher Name: Farrokh Bulsara. Als Frontmann der Band „Queen“ war er einer der bedeutendsten Rocksänger der 1970er und 1980er-Jahre („Who want‘s to live forever“). Von 1979 bis 1985 lebte er in insgesamt drei Wohnungen in München - und genoss das Nachtleben der Homosexuellenszene der Stadt in vollen Zügen. Er komponierte während seiner Karriere Welthits wie „Bohemian Rhapsody“ (1975) oder „We Are the Champions“ (1977). Erst einen Tag vor seinem Tod machte Mercury seine Aids-Erkrankung öffentlich. Er starb am 24. November 1991 im Alter von nur 45 Jahren in London an einer Lungenentzündung.

„Hier lernte ich Freddie kennen“

Peter Ambacher alias „Miss Piggy“.

„Ich bin der Einzige, der von der damaligen Münchner Clique um Mercury noch lebt“, erzählt Peter Ambacher. Der Travestiekünstler trat damals als „Miss Piggy“ im seinem Club „Frisco“ in der Blumenstraße auf, noch heute ist er in der Rolle zu sehen. In den 1980er-Jahren lernte der Münchner Freddie Mercury in der ersten Schwulensauna Münchens mit Pool im Tal 48 kennen. „An der Bar stand plötzlich ein sehr behaarter Mann neben mir, der nur ein Handtuch um die Hüften geschlungen hatte“, erinnert sich Ambacher. Er habe Mercury nicht erkannt. Der Assistent des Sängers sei dazugekommen, beide hätten Englisch miteinander geredet. „Ich dachte mir, das sind Touristen.“ Erst später habe sich im Gespräch mit dem Assistenten herausgestellt, dass der Sauna-Gast Freddie Mercury war.

Mercurys Wohnung

Die erste Wohnung der Rock-Legende befand sich im so genannten Stollberg Plaza (Stollbergstraße). Auch heute noch mieten sich hier Gäste ein. „Die Wohnung war im von der Straße nicht einsehbaren Teil des Gebäudes“, sagt Weggefährte Ambacher. Die Fassbinder-Schauspielerin Barbara Valentin (†61) wohnte nur einige Häuser weiter. Später lebte sie mit Mercury zusammen in einer Wohnung in der Hans-Sachs-Straße . Doch eine Beziehung zwischen den beiden Stars habe es nie gegeben, so Ambacher. „Der Freddie stand auf richtige Kerle aus der Lederszene mit Schnauzer.“ Valentin habe sich von Anfang an Mercury rangehängt - und ihn regelrecht verfolgt.

Einer seiner Lieblingsclubs

Im „Frisco“ fühlte sich Mercury wohl.

Es war einer von Mercurys Lieblingsclubs: Das „Frisco“ in der Blumenstraße (heute „Padres“.). Hier trat Weggefährte Ambacher auf. Mercury stand meist in der linken Ecke der Bar, so Ambacher. „Er hat nur beobachtet - und nichts gesprochen.“ Wenn der Sänger einen Gast sympathisch gefunden habe, habe er ihn auf einen Drink eingeladen. Mercurys Lieblingscocktail: Wodka Orange. Der Sänger wurde meistens durch den Hinterhof ins Lokal geschleust. „Aber trotz seiner Bekanntheit hat keiner der anderen Gäste Freddie bedrängt.“ Nach durchzechten Nächten übernachtete der Sänger oft im Gästezimmer im ersten Stock über dem „Frisco“.

Rauschende Partys

Neben dem „Frisco“ verkehrte Mercury auch häufig im „Ochsengarten“ (Müllerstraße). „Das Lokal ist bis heute nur für Männer zugänglich“, erzählt Ambacher. Ihm sei es in dem Lederlokal zu wild zugegangen. „Die Männer haben sich schnellen Sex im Lederclub oder in der Sauna geholt.“ Weiterer Partyort Mercurys: das „Old Mrs. Henderson“ (Rumfordstraße, heute „Paradiso Tanzbar“). Hier feierte Mercury seinen 39. Geburtstag, so Ambacher. Alle Gäste mussten in Schwarz-Weiß gekleidet erscheinen. „Das war die beste Party, die ich je erlebt habe.“ Auf der Party wurden Teile des Musik-Video zu „Living on my own“ gedreht.

Hier lebte Mercurys große Liebe

Der an Aids erkrankte Mercury hat sein Herz während seiner Münchner Zeit an einen ganz bestimmten Mann verschenkt: Winnie Kirchberger, Wirt des Sebastiansecks am Sebastiansplatz. Kirchberger sei genau Mercurys Typ gewesen, so Ambacher. „Ein stattlicher Mann im Holzfällerhemd.“ Der Sänger schenkte seinem Liebsten sogar einmal einen großen Mercedes zum Geburtstag, erinnert sich der Münchner Weggefährte. Der Wirt bekochte Mercury dafür mit seiner Leibspeise: Schweinshaxen. Doch Kirchberger sei kein Kind von Traurigkeit gewesen - die Beziehung ging auseinander. Kirchberger starb Ende der 1980er-Jahre an Aids.

Die Deutsche Eiche

Wirt Dietmar Holzapfel in seinem Lokal.

Auch hier verkehrte Freddie Mercury: Die Deutsche Eiche (Reichenbachstraße). Wirt Dietmar Holzapfel (59) kannte den Sänger nicht mehr persönlich. 1991 starb Mercury, 1993 übernahmen die Holzapfels das Lokal. „Das bereue ich heute noch, dass ich Freddie verpasst habe.“ Dafür habe sein Adoptiv-Vater Niki Mercury noch getroffen. Bis heute noch fragten ihn immer wieder Gäste nach dem Sänger, so Holzapfel. „Er hat unser Lokal durch seine ausschweifenden Feiern bekannt gemacht.“

R. Weise

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Jens Büchner „liegt im Sterben“: Ex mit heftigen Vorwürfen gegen Frau Daniela - „Sie gibt nur halbe Infos“
Jens Büchner „liegt im Sterben“: Ex mit heftigen Vorwürfen gegen Frau Daniela - „Sie gibt nur halbe Infos“
Emily Ratajkowski besucht Basketball-Match - ihr „Shirt“ lässt kaum Raum für Fantasie
Emily Ratajkowski besucht Basketball-Match - ihr „Shirt“ lässt kaum Raum für Fantasie
Lena Meyer-Landruts heißeste Aufnahmen! Alte Oben-ohne-Fotos von Sängerin im Netz
Lena Meyer-Landruts heißeste Aufnahmen! Alte Oben-ohne-Fotos von Sängerin im Netz
Cathy Hummels zeigt sich im Bikini am Strand - und sorgt für Verwunderung über ihre Brüste
Cathy Hummels zeigt sich im Bikini am Strand - und sorgt für Verwunderung über ihre Brüste

Kommentare

Oberoi
(0)(0)

Mich intressiert diese Szene sehr. ich bin ja jeden Dienstag im Augustiner. Zu später Stunde begebe ich mich in deverse Lokalitäten

In meiner Heimatstadt kann ich das nicht machen. dort gelte ich als Macho, obwohl mich noch nie jemand mit einen Madl gesehen hat. Meinen SL parke ich immer in einer Tiefgarage und wohne in der selben Unterkunft. Mann kennt mich

Julian
(0)(0)

Alles bekannte Tatsachen. Was soll jetzt das eifersüchtige Nachtaroken von dieser Obertunte? Fakt ist, dass FM der Valentin eine Eigentumswohnung in der Hans-Sachs-Str. kaufte und er sehr wohl - über den 2. Bildungsweg - mit BV verkehrte.

In guter Erinnerung
(1)(0)

Ich hatte Freddie Mercury im Sugar Shack 1982 kennen gelernt, und wir hatten einen netten Abend, wobei wir uns gut unterhielten. Als ich Mädels an die Bar holen wollte, damit er sich München in guter Erinnerung halten sollte, lehnte er ab. Ich kannte ihn, und auch seine Band nicht. Aber seine Musik war schon in allen Discos präsent. Erst später wurde ich auf seine Musik aufmerksam. Damals war ich geschäftlich sehr viel unterwegs, und hatte vielleicht sehr viel in Deutschland versäumt. Man kann halt nicht alles gleichzeitig haben?

Seine Musik erschien mir später sehr theatralisch, etwas überzogen. Aber immerhin hat er damit viel Geld verdient. Es ist schade, daß er so jung gehen mußte.

Ich bin hetero, und konnte mir weder damals, noch heute vorstellen, daß es etwas Anderes gibt. Auch wenn es viele dieser Szene-Lokale gab, wie auch das Cosy, in dem ich oft verkehrte.

Schon als junger Mensch mußte man lernen, daß eine Großstadt parallele Gesellschaften hat, die man auch nicht umgehen konnte. Aber einfügen wollte man sich natürlich auch nicht!

Ich hätte mir vorstellen können, daß er weiterhin gute Musik macht, und es ist leider sehr schade, daß er nicht mehr unter uns weilt. Das aber ist auch eine Chance für neue Künstler, mit neuer Kunst eine Lücke zu füllen? Ich selber spiele kein Instrument, werde aber vielleicht in der Rente meine Zeit dafür nehmen?

Noch heute sind treue und neue Fans mit Dir: Ruhe in Frieden, Freddie!