Star-Tenor Gregor Prächt (52) hatte Leukämie

So besiegte er den Krebs

Gregor Prächt, Tenor, stehend im Türrahmen
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Star-Tenor Gregor Prächt. 2019 bekam er die Diagnose Leukämie

Kann es eine schönere Weihnachtsbotschaft geben? Für Gregor Prächt, (52) Star-Tenor und weltweit renommierter Musikkomponist, ist das bevorstehende Fest auch eine Wiedergeburt. Denn: Er hat seine Leukämie-Erkrankung überwunden. „Mein Körper hat keine Krebszellen mehr“, sagt er überglücklich, als ihn die tz in seiner schweizer Wahlheimat am Telefon erreicht. Man spürt die Erleichterung, das Glück, die neu gewonnene Lebensfreude förmlich durchs Telefon.

  • Unterzog sich 2019 einer Chemotherapie
  • Er konnte nicht mehr singen und komponieren
  • Sein christlicher Glaube half ihm durch die Krise

Er litt unter starker Gewichtsabnahme, schlechten Schlaf, hatte keinen Hunger

Nie habe er öffentlich darüber reden wollen, als er Anfang Januar 2019 die niederschmetternde Diagnose erhielt. Vorher, so Prächt, habe er die Anzeichen nicht sehen wollen. Starke Gewichtsabnahme, kein Hunger, schlechter Schlaf. „Ich wollte gar nicht zum Arzt gehen. Ich hab’ doch immer nur meinen HNO-Arzt wegen der Stimme und meinen Zahnarzt gebraucht“, sagt Prächt. Nach der ersten Untersuchung rief ihn der Arzt abends an und riet ihm: „Machen Sie Ihr Testament.“

Nein, sagte sich Prächt. „Ich habe ja noch was vor im Leben.“ Er kämpfte, unterzog sich sofort einer Chemotherapie. „Ich wusste ja, was auf mich zukommt“, erinnert sich Prächt. Denn er selbst kämpfte jahrelang für Spenden für Leukämie-Patienten, sang regelmäßig für die José-Carreras-Gala. „Schon als Zwanzigjähriger habe ich Weihnachtskonzerte auf Krebsstationen gegeben.“

Prächt wusste genau, wie die Krankheit einen Menschen verändern kann – innerlich wie äußerlich.

In der Zeit der Therapie konnte und wollte er nicht selbst singen, nicht einmal komponieren. Und doch war die Musik immer da, sie half ihm auch in schweren Stunden, den Tag zu überleben. Einmal ertrug er nur Meeresrauschen, dann musste es wieder knallharter Rock sein. „Der hat mich entresst“, sagt er rückblickend.

Und jetzt? „Der Krebs ist weg und puff, ich will wieder komponieren. Das sind wie Türen, die aufgehen mit der Botschaft: Und jetzt schreib!“

An Weihnachten singt er mit seinen Fans online

Das lässt er sich von seiner inneren Stimme nicht zweimal sagen. Prächt sprüht vor Ideen – auch wenn sich in Corona-Zeiten nicht alles umsetzen lässt. „Ich entdecke jetzt mal das Internet“, sagt er und lacht. Am 25. Dezember singt er mit seinen Fans. Das Schönste daran: Jeder kann sich unter www.hopemusicandmore.com zuschalten, kann sich im Chat einen Weihnachtssong wünschen. „Mir geht es um das Miteinander. Die Botschaft soll sein, haltet Kontakt, keiner soll einsam sein an Weihnachten.“

Prächt selbst wird den Heiligen Abend im engsten Familienkreis verbringen – mit Abstand und Maske und natürlich ohne singen, „denn das ist ja verboten“. Wichtiger als viele Geschenke oder ein opulentes Fünf-Gänge-Menü ist ihm seine Zwiesprache mit Jesus. „Ich bin megagläubig“, sagt Prächt offen. „Wenn ich bete, dann sehr lange. Ich setze mich hin und zünde mir eine Kerze an:“

Sein christlicher Glaube war es auch, der ihm die Kraft gegeben hat, die Krankheit zu überstehen. „Jesus ist für mich ein Anker, das habe ich nie angezweifelt. Ich glaube auch, dass er mich durch die Krise gebracht hat.“ Und seine Ärzte. „Ich nenne sie Heldenärzte!“ Maria Zsolnay

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