Stars über Erfahrungen beim Vorsprechen

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Bei der Casting Night war viel los

München - Egal, wie erfahren und abgebrüht Schauspieler sind, bei einem Thema geht ihnen allen die Muffe: Castings. Jetzt haben bei der "Casting Night" einige Stars darüber ausgepackt.

Mal gehen Castings gut, mal total in die Hose, und mal sind sie einfach nur lustig – nur vergessen tun sie die Schauspieler lange nicht. Bei der Casting Night des Bundesverbands Casting und des Automobilherstellers Peugeot haben die Schauspieler am Mittwochabend mal in ihren Erinnerungen gekramt und im HVB-Forum in der Kardinal-Faulhaber-Straße ausgepackt.

Andreas Giebel denkt sofort an sein Vorsprechen bei Rainer Kaufmann für die TV-Rolle des Kommissars Kluftinger. Bekommen hat die Rolle dann aber nicht er, sondern ­Herbert Knaup. „Weil sie einen echten Allgäuer wollten“, wie Giebel sagt, und obwohl er naturgegeben über die Wampe des Kommissars verfügt hätte, die Herbert Knaup jetzt mit einem Kissen vortäuschen muss.

Den Allgäuern scheint das Glück hold zu sein, wie sich auch beim Kabarettisten und Schauspieler Maxi Schafroth zeigt. Bei einem seiner Auftritte im Münchner Vereinsheim entdeckte ihn die Casting-Agentin Franziska Aigner und brachte ihn zum Casting von Marcus. H. Rosenmüllers Sommer der Gaukler. Sehr nett und persönlich sei das gewesen, sagt der Maxi. „Zwischen mir und dem Rosi ist sofort der Funke übergesprungen.“ Weshalb er auch im nächsten Rosi-Film Wer’s glaubt, wird selig wieder dabei ist, der im August in die Kinos kommt. Und für eine Rolle als Gastkommissar im Münchner Tatort war gleich gar kein Casting mehr nötig ...

„I hab’ des immer peinlich g’funden“, sagt dagegen Johannes ­Silberschneider in breitem Österreichisch, wenn er sich an seine Castings erinnnert. Viele seien es bislang nicht gewesen, aber für ihn gibt es sowieso nur zwei Dinge, die bei einem Casting sinnvoll sind: „Gehen und sprechen.“

Ein richtiger Fan von Castings ist dagegen ­Maximilian Brückner: „Ich mag sie, ich geh’ da gerne hin. Das ist ja nicht nur für den Regisseur zum Schauen, sondern auch für einen selber. Damit man sieht, ob’ s passt. Sein letztes Casting? „Sag’ ich nicht.“ Die Entscheidung steht nämlich noch aus. Und das kann sich ziehen, wie ­Adnan Maral erzählte. Ganze fünfmal musste er für die Rolle des Metin Öztürk in der TV-Serie Türkisch für Anfänger vorsprechen, jedes Mal aus der Schweiz nach München fahren und sich den Bart abrasieren. Gelohnt hat es sich allemal: Auf die Serie folgte ein erfolgreicher Kinofilm, dessen Fortsetzung gerade geplant wird.

Quasi im Zeitraffer verlief dagegen ­Vladimir Burlakovs Casting für Das Verbrechen. „Ich kam aus Wien nach Berlin, und der Rückflug war so gebucht, dass ich fürs Casting bei Oliver Berben nur eine halbe Stunde Zeit hatte. Da habe ich mich ganz schön ins Zeug gelegt.“

Chris­tian ­Kohlund schaut auf nur ein einziges Casting zurück: „Das war 1980 für die Monsterhauptrolle bei Wettlauf nach Bombay von Christian-Jacque, und das werde ich nie vergessen.Der kuckte mich an und sagte: Das ist er!“ Billie ­Zöcklers schönstes Casting-Erlebnis ist ausgerechnet eines, bei dem sie die Rolle nicht bekam: „Die haben mir gesagt, ich wäre nicht alt genug. Da habe ich mich gefreut!“

Unter den Gästen waren u. a.: Viktoria Brams, Joseph Hannesschläger, Simon ­Verhoeven, Elyas M’Barek, Uschi Glas, Carolin Fink, ­Michael Brandner, Eva ­Mattes, Hans Sigl mit Frau Susanne, Ex-Filmfestchef Andreas Ströhl, Lisa Maria Potthoff, Simone Rethel, Heinrich und Jutta Schafmeister, Karin Thaler, Gaby Dohm, Steffen Wink und Genoveva Mayer, Michael von Au und Saskia Vester.

Ann-Catherin Karg

Casting-Shows: Was wurde aus den Gewinnern?

Casting-Shows: Was wurde aus den Gewinnern?

Mehrzad Marashi gewann die siebte Ausgabe von DSDS, in deren Finale er sich gegen Menowin Fröhlich durchsetzte. Sein eigens für ihn komponierter DSDS-Song "Don't Believe" erreichte zwar Platz eins in den deutschen Charts. Doch danach hielt sich auch sein Erfolg in Grenzen. Eine geplante Tournee im August 2010 musste wegen zu geringer Nachfrage abgesagt werden. Ende 2011 veröffentlichte er digital die Single "Eine Nacht", jedoch erreichte diese keine Chartplatzierung © dpa
Der Gewinner der 6. Staffel von Deutschland sucht den Superstar, Daniel Schumacher, kündigt für das Frühjahr 2012 sein drittes Album an. © dpa
Hätten Sie sie erkannt? Florence Joy ist die „Star Search“ Gewinnerin 2004. Nach einem Plattenvertrag mit Universal Musik machte sie weiter Musik. Daneben trat sie im Fernsehen auf. Seit 2008 ist die junge Sängerin verheiratet. © dpa
Star Search kürte gleich mehrere Gewinner. Maureen Sauter war das beste Model. Gehört hat man von einer großen Laufsteegkarriere nichts. © dpa
Star Search Gewinner 2004. (v. Links) Oliver Beerhenke (Comedian), Maresa (Music Act 10-15), Oliver Tienken (Model), FlorenceJoy Büttner und Moderator Kai Pflaume © dpa
Sie waren die Gewinner der ersten Castingshow im Deutschen Fernsehen. No Angels landeten danach mit „Daylight in your Eyes“ ihren ersten großen Hit. Anfänglich lief Popstars auf RTL2. Die Truppe hat sich inzwischen getrennt, wieder zusammengetan - ein Ende ist nicht in Sicht. © dpa
Jessica Wahls ist inzwischen Mutter, wurde für den Playboy abgelichtet und hat für Neckermann ihre eigene Modelinie „Mäuselinchen“ entworfen. © dpa
Lucy Diakowska outete sich als „Lesbe“. Sie verfolgt erfolgreich ihre Solokarriere. Neben Musicalauftritten singt sie für Disney. © dpa
Mit den No Angels hat sie ein neues Album herausgebracht: Nadja Benaissa. © dpa
Sandy Mölling ist alleinerziehende Mutter und arbeitet als Moderatorin. Zuletzt war sie auf SAT1 zu sehen. © dpa
Alexander Klaws ist der erste DSDS - Gewinner. 2004 setzte er sich gegen die Konkurrenten durch. So richtig wollte es mit der Musikkarriere nicht klappen. Heute singt er in Musicals. © dpa
Thomas Godoj gewann 2008 bei DSDS. Er arbeitet als Sänger und geht demnächst auf Tour. © dpa
Tobias Regner - nach seinem Sieg 2006 ist er immer noch im Musikgeschäft. Zuletzt spielte er auf einem Konzert gegen Kinderarmut. © dpa
Auch für die Gewinnerin von 2004 blieb die ganz große Karriere ein Traum. Elli Erl spielt heute in Clubs und Cafés. © dpa
Vincent Raven wollte der neue Uri Geller werden. 2008 gewann er die gleichnamige Show. Er tritt gemeinsam mit seinem Raben Corax als Magier auf. Auf seiner Homepage findet man alles rund um die Magie. © dpa
Er gewann beim Star Search 2003 einen Plattenvertrag. Sein Lied “Angel of Berlin“ landete auf Platz 1 der Charts. Danach wurde es ruhig um ihn. Jetzt rechnete er mit dem Castingwahn ab. “Sex, Drugs & Castingshows“ erschien im September 2009 als Buch. Im Januar 2012 zog Kesici in den RTL-Dschungel - und zog nach wenigen Tagen freiwillig wieder aus. © dpa
2002 hieß der Gewinner bei den Popstars Bro`sis. Nach der Trennung 2006 und dem gescheiterten Comback 2008 hat man von der Gruppe nicht mehr viel gehört. © dpa
Giovanni Zarella blieb zumindest im Gespräch. Die Schwangerschaft seiner Frau, Jana Ina, wurde als Doku-Soap auf Pro7 gezeigt. © dpa
Monrose gewannen 2006 bei den Popstars. Inzwischen hat sich die Girlie-Band getrennt. Ihre CD “Walking away“ erschien erst gar nicht auf dem Markt. Trotzdem erhielten sie den “Comet2009“ als „Beste Band“ © dpa
Sie gewannen 2004 bei Popstars und trennten sich 2005 und versuchen sich, erfolglos, als Solokünstler. Markus Grimm schrieb gemeinsam mit Martin Kesici, „Sex, drugs & Castingshows“. © dpa
Overground waren 2003 die Gewinner bei Popstars. Die Gruppe gibt es heute noch. Seit der Sänger, Fabrizio Levita, die Band verließ, hört man kaum noch etwas von ihnen. © dpa
Gleichzeitig mit Overground wurde bei Popstars 2003 die sexy Girlband Preluders gefunden - sie verdrehten bis 2006 den Jungs die Köpfe. Wegen mangelnden Erfolgs lösten sie sich auf. © dpa
Vor einem Jahr gewannen „Queensberry“ bei den Popstars. 2009 wurden sie mit einem „Comet“ ausgezeichnet. © dpa
2007 hießen die Gewinner Room2012. Ihr letztes Album erschien 2008. Nebenbei nahmen sie bei Castingshows wie Stefan Raabs „SSDSSSWEMUGABRTLAD“ teil. © dpa
Was Stephan Raab anfasst hat Erfolg. 2004 gewann Max Mutzke bei „SSDSGPS“. Auch heute feiert er noch mäßigen Erfolg. © dpa
Bei „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“ gewann Stephanie Heinzmann. In diesem Jahr wurde sie mit dem „Comet“ ausgezeichnet. Als beste Sängerin. © dpa
Barbara Meier wurde 2007 „Germany´s Next Top Model“. Sie ist inzwischen „Eine“ von vielen. Demnächst möchte sie nach New York. © dpa
Jennifer Hof gewann 2008. Von einer ganz großen Modelkarriere keine Spur. Hier beim Musical „Tanz der Vampire“ © dpa
Lena Gercke ist die erste Gewinnerin von Germany´s next Top Model. 2006 war die Idee noch frisch und neu. Sehnte man sich doch nach einer Nachfolgerin für Claudia Schiffer oder Heidi Klum, die inzwischen Mütter sind. © dpa
Sara Nuru ertrug eine Menge in der Staffel 2009. Größtes Vorurteil in den Shows war, dass dunkelhäutige Models sich nicht wirklich durchsetzten könnten. Sara hat jetzt die Chance, ihnen das Gegenteil zu beweisen! © dpa
Eddie Leo Schruff (Mitte) gewann 2003 bei „Die Deutsche Stimme“ vom ZDF. Heute arbeitet der ehemalige Sportlehrer mit Kindern. Singen gehört aber nach wie vor zu seinen Leidenschaften. © dpa
Michael Hirte war der Gewinner in „Supertalent 2008“. Heute ist er bekannt als „Mann mit der Mundharmonika“. Meist gibt er Weihnachtskonzerte und tingelt durch Deutschland. © dpa
Dennis Jauch gewann 2007 in „You Can dance“ auf Sat1. Er unterrichtet heute in der elterlichen Tanzschule. © dpa
„Ich Tarzan, du Jane“ - hinter dem nicht besonders intelligenten Titel verbarg sich eine gute Idee. Anton Zetterholm und Elisabeth Hüber gewannen in der Castingshow, ihre Rollen in dem Disneymusical „Tarzan“ © dpa
Für „Wickie und die starken Männer“ wollte Michael „Bully“ Herbig Gesichter, die unbekannt sind, aber den Zeichentrickfiguren entsprechen. In seiner Castingshow hat er sie gefunden. Jörg Moukkadam (v. links), Mike Maas, Christian Koch, Nic Romm, Partick Reichel und Olaf Krätke. © dpa
So berühmt wollten sie werden: Kenny (2005), U_gin (2006), Dennis (2007) und Georgina (2008) gewannen bei ViVa den „Dance Star“. Wie weggezaubert, Jan Becker. Er gewann bei Uri Geller 2009. Auch von Pierre, der 2002 bei RTL II zum „Teenstar“ wurde, hörte man nichts mehr. © dpa
Bald ein alter Schuh? „Energetix, die   „Germany´s next Showstars“ wurden, müssen sich noch beweisen. Fame Academy Gewinner, „Become One“ schafften es nicht. Sabrina Frank hat in (Mission) Hollywood noch nicht Fuß gefasst. Die Einschaltquoten bei RTL waren schlecht. © dpa
Auch KI.KA zog mit. Die Gewinner „Beste Stimme“ Selina (2006) und Jenny (2007) dürfen irgenwann beweisen, wie gut sie sind. Besser hoffentlich als Ricardo Marinello, er gewann 2007 beim „Supertalent“ und....verschwand aus der Öffentlichkeit (Symbolbild). © dpa

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