Steffen Kuchenreuther

Filme und Feste waren sein Leben

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Steffen Kuchenreuther mit Soo Leng bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch Horst Seehofer.

München - Steffen Kuchenreuther († 65) liebte das Leben – in all seinen Facetten. Film, Musik, Fußball, Freunde – vor allem die Liebe.

Am liebsten hätte Steffen Kuchenreuther jeden Tag ein Fest auf seine Frau und das Leben gefeiert, denn ein Tag ohne Soo Leng, der hin und wieder vorkam, wenn sie ihre Familie in den USA besuchte, war kein Tag. Da war dann niemand, der in dieser unverwechselbar deutschchinesisch- amerikanischen Mischung gesagt hätte: „Ik liebe meinem Steffen“. Niemand, der mit ihm geschimpft hätte, wenn er mal wieder über die Stränge geschlagen hat. Soo Leng war alles – die Liebe des Lebens, jeden Tag Freude, Beraterin, Korrektiv und die Frau, die ihm bei seinem letzten Atemzug am Sonntagnachmittag um 15.40 Uhr die Hand gehalten hat.

Steffen Kuchenreuther wollte dieses Leben nicht verlassen, er hat sich mit aller Kraft gegen den Tod und die Krankheit gestemmt, bis zur letzten Sekunde hat er um jeden Atemzug gekämpft. Er wär so gern geblieben. Bei seiner Soo Leng, bei seiner Mutter Ingeborg, bei seinen Geschwistern, bei seinen Freunden.Egalinwelchem Zustand, Hauptsache da. Er hat sich nicht versteckt, auch wenn er nur noch die Hälfte war, kein Schicksal konnte ihm die Freude an einemFestvermiesen.Und wenn er noch dies Fünkchen Kraft gehabt hätte, für den 40. Deutschen Filmball, er hätte sich am Samstag persönlich von allen verabschiedet. Mr. Filmball war sogar schon im Bayerischen Hof, aber dann streckte der liebe Gott seine Hand aus, holte ihn in die Klinik und zog energisch am Vorhang.

Steffen Kuchenreuther wusste, dass ihn nur noch ein Wunder hätte retten können, schon im Sommer machten ihm die Ärzte wenig Hoffnung, und sein 65. Geburtstag im August wäre kein Feiertag gewesen, wenn ihn nicht die Filmproduzentin Susanne Porsche und ihr Lebensgefährte, der Regisseur Xaver Schwarzenberger, mutig und entschlossen zu einem gemacht hätten. Zu einem herrlichen Fest der Umarmung der Freunde im Bogenhausener Domizil – an einer riesigen und opulenten Tafel. Hans- Jörg Bachmeier kochte auf und Ex-Minister Siegfried Schneider sang Gstanzl und spielte auf der Gitarre Lieblingshits. Man erzählte sich Geschichten, und am Ende konnte auch Steffen wieder strahlen.

Die größte Überraschung aber organisierte Susanne Porsche ganz heimlich anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse am 15. November im Prinz-Carl-Palais. Plötzlich öffneten sich die Flügeltüren, die Filmfoniker, bei denen Kuchenreuther seit ihrer Gründung mitgewirkt hatte, spielten auf, und 60 Freunde applaudierten – darunter die Schauspieler Alexander Held, Jutta Speidel und Ulrike Kriener, Regisseur Joseph Vilsmaier und Radio- Gong-Boss Georg Dingler. Eine Riesensause bei einem staatstragenden Akt! Kuchenreuther standen die Tränen in den Augen. „Ich wusste doch, wie gern er gefeiert hat“, erzählt Susanne Porsche gegenüber der tz. Dass ihn die Krankheit mehr und mehr zeichnete, unübersehbar auf dem Neujahrsempfang von Ministerpräsident Horst Seehofer, hat ihr fast das Herz herausgerissen, „aber ich bewunderte den Mut, trotzdem unter Menschen zu gehen. Steffen war so tapfer und dabei immer herzlich“.

Überhaupt: Wer den Kino- und Filmmann Kuchenreuther zum Freund hatte, war gesegnet. Auch im Geschäftsleben versuchte er immer faire Lösungen für möglichst viele zu finden, Brücken zu bauen, wo man längst schon nicht mehr miteinander sprach. Er konnte hartnäckig sein, auch sauer, aber er hat nie den Faden einer Beziehung reißen lassen.

Der treue Freund wird auch dem Chef des Film- FernsehFonds, Prof. Klaus Schaefer, sehr fehlen. Sie hatten noch zusammen den Silvesterabend verbracht. „Wir sind alle sehr froh um die gemeinsame Zeit, die wir noch hatten“, sagte er gestern. Insgesamt hatten sie sich über 20 Jahre. „Wir saßen zusammen in der Jury des Bayerischen Filmpreises und haben dort viel gestritten, aber immer fair, offen und voller gegenseitigem Respekt.“

Steffen Kuchenreuthers letztes Fest – es wird am Donnerstag oder Freitag mit seiner letzten Reise gefeiert werden – als Hommage an die Freundschaft.

ULLI SCHMIDT

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