"Switch"-Star Michael Kessler: Frank Plasberg freut sich schon

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Lässiger Typ, der einen sehr lässigen Job macht: Michael Kessler parodiert in der Pro7-Reihe „Switch Reloaded“ Prominente. Zu seinen neuesten „Opfern“ gehört der ARD-Polit-Talker Frank Plasberg

Fast besser als das Original ist Michael Kessler, wenn er Florian Silbereisen, Peter Kloeppel oder Günther Jauch veralbert.

Da johlt das Publikum der Pro7-Reihe Switch Reloaded, in der der 41-Jährige so wunderbar Prominente parodiert. Morgen geht die Sendung in die dritte Staffel. 15 neue Folgen sind geplant. Wenn’s gut läuft, kann man davon ausgehen, dass es eine weitere Fortsetzung geben wird. Als neues „Opfer“ muss nun auch Frank Plasberg (Hart aber fair) dran glauben… Wie sich Michael Kessler auf den ARD-­Polit-Talker vorbereitet hat, erzählt er im Interview.

Herr Kessler, für die neuen Folgen von Switch Reloaded haben Sie sich an Frank Plasberg angenähert. Wie haben Sie das gemacht?

Michael Kessler:Wir dachten zunächst, das wäre einfach, merkten dann aber schon in der Maske: Das ist doch schwerer. Manche sind sehr leicht zu parodieren – ein Horst Lichter oder ein Florian Silbereisen geben viel her in ihren Outfits, mit der Art und Weise, wie sie sich bewegen. Kloeppel oder Frank Plasberg haben weniger zu bieten.

Bei Kloeppel greifen Sie die Betonung in seinen Sätzen heraus – was wählten Sie bei Plasberg?

Bei ihm fand ich es extrem, wie er an seinem Tisch steht, wenn er mit den Politikern redet. Da stützt er sich dann zum Beispiel auf, steht sehr schräg und hat immer den Kugelschreiber in der Hand. Das ist seine Grundhaltung, die wir dann einfach verstärkten: Ich stehe also im Sketch sehr, sehr schräg. Das sind dann oft die kleinen Dinge, bei denen – wie auch bei Kloeppel – Leute auf mich zukommen und sagen: „Mensch, das ist mir nie aufgefallen, aber es stimmt, das macht der!“ (lacht).

Beobachten Sie Menschen aufmerksamer, seit Sie Parodist sind, oder gehörte das schon vorher zu Ihrem Schauspielhandwerk?

Das sollte ein Schauspieler machen, ja. Mein alter Lehrer damals an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum sagte: „Es ist ein Frevel, in einer Straßenbahn zu lesen. Seht euch die Menschen an!“ Ich setze mich unheimlich gerne einfach in einer Fußgängerzone ins ­Café und beobachte.

Haben Sie sich mal spaßeshalber überlegt, was ein Parodist von Michael Kessler wohl überbetonen würde?

(lacht): Er müsste sich eine große Nase ankleben …

… und abgesehen davon?

Oh, das wäre, glaube ich, schwer. Ich wäre wohl erst einmal langweilig (lacht).

Fällt es Ihnen eigentlich manchmal schwer, nach den Dreharbeiten wieder von einer so überdrehten Parodie herunterzukommen?

Es geht. Den Obersalzberg zum Beispiel drehen wir eine Woche lang von morgens bis abends, und ich spiele in jeder Szene diese Mischung aus Hitler und Stromberg. Danach spüre ich eine gewisse Abfärbung. Ich transformiere mich dann nicht zu Adolf Hitler, aber die Sprechweise und diese Stromberg’schen Formulierungen – das färbt ab. Da muss ich mich privat ein bisschen zusammennehmen, um das wieder abzustellen.

Neu in der aktuellen Staffel sind Tom Buhrow, die ZDF-Köche Horst Lichter und Johann Lafer sowie Anja Kohl von Börse im Ersten – auffallend viel Öffentlich-Rechtliches …

Wir können ja nicht nur immer das Privatfernsehen fertigmachen … Jetzt, da auch die ARD die Farben in den Flaggen vertauscht, muss man sich denen auch widmen.

Das heißt, auch das Öffentlich-Rechtliche ruft zunehmend lauter nach Parodie?

Insgesamt bietet uns das Privatfernsehen natürlich mehr Angriffsfläche, weil – ich sag’s jetzt mal so – da mehr Schrott läuft.

Gab’s mal Ärger mit Promis, die Sie parodieren?

Ich hatte mal eine Begegnung mit Florian Silbereisen. Er sagt zwar, dass er manchmal kräftig schlucken muss, aber er fände es auch lustig. Was sollen die auch sonst sagen? Aber wenn wir nicht zufällig einen der Parodierten treffen – etwa bei einer Veranstaltung – hören wir von ihnen eigentlich nichts. Ich weiß nur zufällig von Frank Plasberg, den ich persönlich kenne: Er freut sich drauf! Eine negative Reaktion haben wir noch nie erlebt. Aber man muss auch sagen: Wir schlagen zwar zu, achten aber darauf, dass wir nicht unter die Gürtellinie treffen.

Interview: Petra Fürst

„Switch Reloaded“, dienstags, 22.15 Uhr, Pro7

Quelle: tz

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