Dieser Typ ist eine Marke

"Tech-Nick" im tz-Interview: So tickt Monot jr.

Antoine Monot Jr.
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Antoine Monot am Karl-Valentin-Brunnen.

München - Wer steckt eigentlich hinter dem stummen, leicht trotteligen Tech-Nick aus der Saturn-Werbung? Die tz sprach mit Antoine Monot jr. (39).

Antoine im Gespräch mit tz-Kolumnistin Maria Zsolnay.

Wer steckt eigentlich hinter dem stummen, leicht trotteligen Tech-Nick aus der Saturn-Werbung? Es ist der gar nicht schweigsame und sehr sympathische Filmproduzent und Schauspieler Antoine Monot jr. (39). Der tz-Kolumnistin Maria Zsolnay gestand der Wahlmünchner jetzt, warum er lieber ein liebenswerter Verlierer ist, als ein feuriger Liebhaber ...

Das Interview

Nervt es nicht, immer der nickende Nerd zu sein? 

Antoine Monot jr.: Ich bin jetzt nicht Nicole. Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, 30 Jahre lang Ein bisschen Frieden zu singen (lacht). Nein, es nervt gar nicht. Ich habe dieser Figur unheimlich viel zu verdanken, und es macht großen Spaß sie zu spielen. Und es geht weiter. Schauspielerisch ist es übrigens auch eine Herausforderung eine Figur zu spielen, die nicht spricht, die aber trotzdem alles ausdrücken soll. Es soll ja keine Pantomime werden. Jeder denkt sich doch, bist du bescheuert, mach doch das Maul auf!

Schauspielerisch bist du auch noch anderweitig gefragt – „Ein Fall für Zwei“ läuft erfolgreich im TV, demnächst kommt ein Kinofilm raus.

Monot jr.: Gerade passiert wirklich sehr viel. Aber ich mach’ den Beruf ja schon 21 Jahre. Und natürlich hab’ ich auch einige Höhen und Tiefen erlebt. In den letzten drei Jahren habe ich mich allerdings besonders auf die Schauspielerei konzentriert, und wie so oft im Leben, wenn man auf etwas seinen Focus legt, klappt’s auch.

Hört sich leicht an, mancher Schauspiel-Kollege hat niemals so einen Erfolg.

Monot jr.: Ich glaube, wenn man sich verkaufen will, muss man eine Marke werden. Was in unserem übrigen Leben ja schon überall so ist. Es muss alles eine ganz klare, zuordenbare Marke sein. Ich denke, das ist die einzige Überlebenschance, die ein Schauspieler hat, um überhaupt aus der Masse herauszustechen.

Viele deiner Kollegen wollen sich aber bewusst nicht in eine Schublade stecken lassen ...

Monot jr.: Ich halte das für den größten Fehler überhaupt, zu sagen, ich möchte nicht festgelegt werden. Jedes Geschäft muss einen USP, einen Unique Selling Point finden, ein Alleinstellungsmerkmal. Warum kauf ich als Kunde dort und nicht woanders. Unsere Schauspiel-Kollegen in Amerika sind da schon viel weiter. Auf jeden Fall wirkt es so. Ein Adam Sandler versucht, der Beste in seinem Fach zu werden. Das gibt ihm aber auch wiederum die Freiheit, wieder ganz andere Sachen zu machen. Aber zuerst muss ich versuchen, mich auf dem Markt in meinem Rollenfach zu etablieren.

Und was ist deine Marke, dein USP?

Monot jr.: Mein Rollenfach ist der liebenswerte Verlierer. Ich kann in Dramen mitspielen, genauso gut auch in einer Komödie. Ich würde mir aber selbst im Weg stehen, würde ich jetzt unbedingt den jungen Liebhaber spielen wollen, weil das nicht mein Typ ist. Ich kann aber trotzdem in meiner Rolle als liebenswerter Verlierer eine Liason anfangen, aber es hat eine andere Bedeutung. Ich glaube man steht sich im Weg, wenn man immer gegen sich spielen will.

Bald sehen wir dich auch im Kino..

Monot jr.: Ja, am 25. September startet Who am I im Kino. Da sind Elyas M’Barek, Wotan Wilke Möhring und ich eine Hackergruppe um Hauptdarsteller Tom Schilling herum.

Also wieder ein Technik-Nerd. Bist du das auch privat?

Monot jr.: Ja, total, ich hab ja früher selbst programmiert. Und war Surf-Lehrer in einem der ersten Internetcafés Europas, im Cypergate am Züricher Hauptbahnhof. Damals musste man die Leute an die Hand nehmen, denn viele konnte ja nicht mal eine E-Mail schreiben. Heute mach ich mir meine Homepages selber – monot.com. Ich versuche auch da immer die neuesten Dinger auszuprobieren.

Du bist auch aktiv bei Facebook und Twitter.

Monot jr.: Ja, ich habe zurzeit mehr als 13 500 Fans bei Facebook. Es ist einfach eine tolle Möglichkeit, mit den Menschen in Kontakt zu sein, die meine Arbeit schätzen. Einfach, direkt, ohne irgendwelche Hürden. Das ist großartig. Ich gebe da auch Einblick in mein Privatleben.

Da kann man auch erfahren, dass du in München wohnst.

Monot jr.: Ja, in der Innenstadt, mitten im Quark sozusagen, da ist Leben, da passiert was. Ich teile mir die Wohnung mit einer Freundin, wohne also in einer WG. Ich mag das, wenn man vom Dreh zurückkommt, und jemand da ist.

Deine Fans lieben auch deinen Bart ...

Monot jr.: (lacht) Den hab ich mir privat wachsen lassen. Für Tech-Nick wollte man mich eigentlich ohne Bart. Aber ich konnte den Bart nicht abnehmen, weil ich angedreht war mit Ein Fall für Zwei. Jetzt ist er ein Markenzeichen geworden, und es müsste schon eine unfassbar tolle Rolle kommen, dass ich den abnehme.

Zum Beispiel?

Monot jr.: Zum Beispiel, wenn jemand sagt, komm’ wir verfilmen die Autobiografie von Heinz Erhardt. Gut, da bin ich vielleicht auch noch zehn, fünfzehn Jahre zu jung. Ab dafür würde ich es machen. Sofort. Ab und zu kommen übrigens Bartfetischisten auf mich zu, die fragen dann, ob sie an meinem Bart riechen dürfen. So was gibt es tatsächlich! Das beantworte ich dann mit einem ganz klaren Nein (lacht).

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