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Thomas Godoj: „Mein Tag beginnt um 5 Uhr Früh“

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"Ich fühle mich sehr geehrt, dass so viele Menschen aus verschiedensten Altersgruppen hinter mir stehen", sagt der neue Superstar.
"Ich fühle mich sehr geehrt, dass so viele Menschen aus verschiedensten Altersgruppen hinter mir stehen", sagt der neue Superstar. © dpa

Vom Hartz-IV-Empfänger zum RTL-Superstar – im Interview erzählt Thomas Godoj (30) über sein neues aufregendes Leben.

Hallo Thomas, wie sieht jetzt Ihr Alltag aus?

Thomas Godoj: Ich gebe Presseinterviews, mache Online-Chats und bereite mich auf verschiedene Fernsehtermine vor. Mein Tag beginnt um fünf Uhr früh.

Ihre erste Single ist gerade erschienen. Gibt die Rockballade „Love is you“ die Richtung für Ihr Album vor, das Ende Juni erscheinen soll?

Selbst Dieter Bohlen hat gesagt, er stellt sich meine Musik mit fetten Gitarren vor. Von mir aus gerne. Ich denke, es wird von mir auch härtere Stücke geben. Ich habe mit meinem Management und meiner Plattenfirma bereits fünf, sechs deutsche und englische Songs besprochen, die ich jetzt einsingen werde. Auf Wunsch der Plattenfirma sind auch Stücke von mir dabei. Eine Nummer heißt „Helden gesucht“. Die passt zur Fußball-EM.

Ist Dieter Bohlen an Ihrem Album beteiligt?

Viele glauben immer, dass man als DSDS-Sieger unbedingt mit Dieter Bohlen arbeiten muss. Das ist aber nirgendwo festgeschrieben. Wenn er mit einer Melodie ankäme, die zu mir passt, dann bin ich der letzte, der sich das nicht anhören würde. Man kann schließlich alles zu einer Rocknummer umarrangieren.

Es wird oft kritisiert, dass Castingshow-Teilnehmer schlecht vorbereitet werden auf die Zeit danach. Wie empfinden Sie das?

Ich denke, dass ich gut vorbereitet bin auf die Musikbranche. Natürlich habe ich jetzt auch ein Management an meiner Seite. Darüber bin ich sehr froh. Ich persönlich habe wirklich viel mitbekommen, und man hat auch nicht versucht, mich zu verändern. Okay, man hat mir vielleicht neue Klamotten verpasst, aber die entsprechen auch meinem Typ.

Inwiefern hatte Ihre Vorgeschichte einen Einfluss auf Ihr jetziges Leben und speziell den Erfolg?

Meine Banderfahrung hat sicher geholfen. Vor Auftritten ist man immer angespannt. Aber sobald die ersten Worte gesungen sind, bin ich in meinem Element. Bei uns in der Familie lief dauernd Musik, von Abba bis Beatles. Als Teenager hörte ich viel Rock und Metal und bin auf Konzerte und Festivals gefahren. Meine Lieblingsband war Type O Negative und irgendwann habe ich angefangen, deren Sachen nachzusingen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich Freunde, die schon in einer Band spielten. Irgendwann nahmen sie mich auf. Das waren die blutigen Anfänge.

Habt Ihr viele Demos verschickt?

Wir haben alles versucht, sind zu den Radiostationen gefahren und haben Plattenfirmen bemustert. Mit meiner ersten Band Cure Of Souls habe ich in Recklinghausen den Newcomerwettbewerb gewonnen. Dafür durften wir auf den Ruhrfestspielen auftreten. Über eine Produktionsfirma aus Frankfurt bin ich später zu dem ehrgeizigen Rockprojekt Wink gestoßen. Aber das Album ist nie rausgekommen. Nachdem sich Wink aufgelöst hatten, stellte ich mir die Frage, was ich nun tun sollte. Ich hatte zwar eine Ausbildung zum Maschinenbauzeichner in der Tasche, aber mein Studium hatte ich der Musik geopfert. Irgendwann musste ich mich arbeitslos melden und bekam Hartz IV. Das war nicht so toll.

Bis Ihre Mutter Sie überredete, bei Deutschland sucht den Superstar vorzusingen.

Das hatte sie schon versucht, als es die Band noch gab. Damals wollte ich das noch nicht. Ich glaubte, ich würde da gar nicht reinpassen. Diese Gedanken hatte ich ehrlich gesagt während der ganzen Show. Aber es hat sich dann doch anders entwickelt.

Warum sind Ihre Eltern Ihre „Helden“?

Sie standen immer hinter mir und haben nie gesagt, ich solle mit der Musik aufhören. Stattdessen waren sie fast bei jedem Konzert dabei, selbst bei meiner Metalband. Davor habe ich Respekt.

Sie haben jetzt sehr viele Verehrerinnen. Macht Sie das nervös?

Meistens kriege ich nicht direkt Liebesbriefe, sondern eher Zuspruch à la „Du machst das gut“. Ich fühle mich sehr geehrt, dass so viele Menschen aus verschiedensten Altersgruppen hinter mir stehen. Ich kann sie gar nicht als Fans bezeichnen, für mich sind das Freunde. Ich habe eine tolle Community im Netz und eine Fanpage, die von zwei Mädels gemacht wird.

Was machen Sie mit dem Geld, das Sie jetzt verdienen werden?

Ich werde damit bestimmt nicht um mich werfen. Man weiß ja nicht, was morgen sein wird. Vielleicht spare ich ja auf eine Eigentumswohnung. Aber bevor ich ans Geldausgeben denke, werde ich mich erst einmal auf die Musik konzentrieren. Ich bleibe auf jeden Fall in Recklinghausen. In Dortmund gibt es einem Flughafen. Von da kommt man gut weg.

Die letzten Monate bedeuteten für Sie ja fast nur Stress. Wie sehen die Pläne und wie die Wünsche für die Zukunft aus?

Ich möchte viel live spielen. Das ist das Schönste an der Musik. Aber bevor ich eine Band aufstelle, mache ich noch das Album fertig.

Werden Sie den Kontakt zu den anderen Kandidaten aufrechterhalten?

Auf jeden Fall. Ich habe sehr nette Leute im Recall kennen gelernt wie Phillip und Daniel. Aber auch mit Collins und Fady werde ich in Kontakt bleiben.

Interview: Olaf Neumann

Thomas Godoj und Vize-Superstar Fady Maalouf sind am Mittwoch zu Gast in der ZDF-Talkshow von Johannes B. Kerner (23.15 Uhr). Die beiden suchen anderthalb Wochen nach dem DSDS-Finale ihre eigenen Wege zur großen Karriere.

Quelle: tz

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