Er warnt vor falscher Richtung

Thomas Gottschalk zetert gegen öffentlich-rechtliche Sender: „Zeichen der Zeit missdeutet“

Thomas Gottschalk
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Der Moderator Thomas Gottschalk ist ab sofort wieder als Showmaster aktiv. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Thomas Gottschalk wirft den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern eine verpasste Chance im Kampf um die junge Zielgruppe vor. Ein Patentrezept hat er aber auch nicht parat.

Berlin - Thomas Gottschalk bezeichnet sich selbst als „Geschöpf dieses Systems“ und meint damit das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Mit Blick auf seinen Erfolg als Moderator der Sendung „Wetten, dass..?“ kann man ihn durchaus so bezeichnen. Dennoch hatte der deutsche Entertainer vergangenen Sonntag keine guten Worte für die öffentlich-rechtlichen Sender übrig. Bei einem Talk in der Audio-App Clubhouse lässt er seinem Ärger freien Lauf.

Seine Kritik richtete sich an die Art und Weise, wie öffentlich-rechtliche Sender wie die ARD und das ZDF um junge Zuschauer:innen kämpfen. Thomas Gottschalk betitelte diese Bemühungen als Versuch, der Zielgruppe mit „digital-only-Produktionen hinterherzuhecheln“ und fügt hinzu, dass das „nichts mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu tun hat“. Dieser ist die Grundversorgung mit Informationen durch den freien Zugang zu Bildung, Unterhaltung und Kultur.

Gottschalk kritisiert öffentlich-rechtliche Sender

Besonders zu Corona Zeiten sind Streaming-Dienste wie Netflix beliebter denn je. Aber auch schon vor der Pandemie fehlte den öffentlich-rechtlichen Sendern das junge Publikum, das durch grenzenlose mobil verfügbare Informationen und Videostreaming etwas seltener zur Fernbedienung greift. Das digitale Angebot klaut den klassischen Medien die Zuschauer. Aber wollen die öffentlich-rechtlichen Sender hier zu viel? Nach Thomas Gottschalk zu urteilen ja. Zwar spricht er in diesem Zusammenhang von einem „Ausdruck der durchaus begründeten Angst des Untergangs“, warnt aber davor „die Zeiten der Zeit misszudeuten und sich zu Tode zu verwalten“.

Seine Wut erklärt der Moderator und Entertainer mit seiner eigenen Vorliebe zum Fernsehen und seiner Karriere, die dort ihren Anfang hatte. „Ich verdanke diesem System meine Karriere“, sagt er und gerade deswegen wolle er „nicht schweigend zuschauen“. Gottschalk selbst scheint mit den neuartigen Angeboten gut zurechtzukommen. So hostet er unter anderem erfolgreich den SWR3 Podcast „Podschalk“.

Gottschalk verdankt dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen seine Karriere

Auch heute und im Alter von 70 Jahren ist Thomas Gottschalk auf den Fernsehbildschirmen zu sehen. Zuletzt konnten die Zuschauer bei der Sendung „Wer stiehlt mir die Show?“ mitfiebern, einen Ausschnitt zeigt das oben angefügte Video. Allerdings musste Gottschalk schon früh aus dem Rennen um den Show-Vorsitz aussteigen und diesen seinem Schauspiel-Kollegen Elyas M‘Barek überlassen.

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