Das Multitalent aus Leipzig

Till Lindemann: Karriere und Privatleben des Ausnahme-Sängers

Der Sänger der Band Rammstein, Till Lindemann, kommt am 06.04.2017 in Berlin zu der 26. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo.
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Till Lindemann, Frontmann der Band Rammstein, gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Musikszene.

Till Lindemann ist ein echtes Multitalent. Der gebürtige Leipziger ist Sänger, Schlagzeuger, Bildhauer und Dichter in Personalunion. Privat war er längere Zeit mit Schauspielerin Sophia Thomalla verbandelt.

  • Till Lindemann wurde 1963 in Leipzig geboren.
  • Mit der Metal-Band Rammstein genießt er weltweiten Ruhm.
  • Er war mehrere Jahre mit Schauspielerin Sophia Thomalla zusammen.

Berlin – Till Lindemann, Frontmann der Band Rammstein, gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Musikszene. Neben den martialischen Auftritten seiner Band macht vor allem sein Privatleben Schlagzeilen. Er war längere Zeit mit Sophia Thomalla liiert und hat mit mehreren Frauen Kinder. Wenn er nicht mit Rammstein unterwegs ist, schreibt er Gedichte, fertigt Skulpturen an oder verbringt Zeit in seiner mecklenburg-vorpommerschen Heimat.

Till Lindemann: Kindheit und Sportkarriere

Geboren wurde Till Lindemann in Leipzig, doch seine ersten Lebensjahre verbrachte er in Mecklenburg-Vorpommern. Sein Vater Werner Lindemann war in der DDR ein bekannter Kinderbuchautor, seine Mutter Brigitte Lindemann als Journalistin tätig. Bis heute besitzt Till Lindemann ein Haus in seinem Heimatdorf Wendisch Rambow bei Bad Kleinen.

Schon jung machte er auf sich aufmerksam. Als Nachwuchs-Leistungsschwimmer lebte er in einem Internat in Rostock und belegte bei der Jugend-EM 1978 den siebten Platz über 1.500 Meter. Eine Verletzung beendete nur ein Jahr später seine Karriere vorzeitig. Er absolvierte in Rostock eine Lehre als Bautischler und arbeitete in verschiedenen anderen Handwerksberufen wie Korbmacher und Zimmermann.

Till Lindemann: Musikalische Anfänge

Ab 1986 widmete sich Till Lindemann verstärkt der Musik. In diesem Jahr gründete er in Schwerin eine Punkband mit dem Namen First Arsch, einer Abkürzung für „Erste Autonome Randalierer Schwerins“. Neben Lindemann als Schlagzeuger und Bassist waren Jörg (Steve) Mielke, Richard Kruspe und Stefan Schröder dabei. Eine offizielle Spielerlaubnis erhielten die Musiker erst 1989, als sie ihren Namen in First Art änderte.

Nach der politischen Wende und dem Ende der DDR zog die Band nach Berlin um und veröffentlichte 1992 ihr erstes Album „Saddle Up“. Anschließend zerbrach die bisherige Besetzung. Während Jörg Mielke bis heute mit First Arsch unterwegs ist, gründete Till Lindemann gemeinsam mit Richard Kruspe, Paul Landers, Oliver Riedel, Christoph Schneider und Christian Lorenz eine neue Band mit dem Namen Tempelprayers.

Till Lindemann: Welterfolg mit Rammstein

Ursprünglich versuchte sich die Band mit englischsprachigen Texten, ehe sie allmählich zu Deutsch wechselten. 1994 hatte sie ihren ersten Auftritt, nun schon unter dem Namen Rammstein, in Leipzig vor 15 Besuchern. Ein Jahr später wurde sie von Motor Music unter Vertrag genommen. Der Name der Band bezog sich auf die Katastrophe auf der US Air Base Ramstein 1988, als bei einem Flugzeugabsturz 70 Menschen ums Leben kamen. Tatsächlich nannte sich die Band für kurze Zeit sogar Rammstein Flugschau.

Am 25. September 1995 erschien das erste Album „Herzeleid“, das insgesamt 110 Wochen in den deutschen Charts blieb und Rammstein zu einem ersten Achtungserfolg verhalf. Zwei Jahre kam der Nachfolger „Sehnsucht“ heraus, der den internationalen Durchbruch für Till Lindemann und seine Kollegen bedeutete. Selbst in den USA konnten Rammstein den 45. Platz der Charts erreichen und verkauften rund 1.200.000 Alben.

Zum wachsenden Ruhm der Band trug auch die Verwendung verschiedener Songs in Hollywoodfilmen bei. In David Lynchs „Lost Highway“ waren mit „Rammstein“ und „Heirate mich“ gleich zwei Lieder zuhören. Der Song „Feuer frei“ war 2002 Titelsong des Actionkrachers „xXx – Triple X“.

Till Lindemann: Skandale und Auszeichnungen

Rammstein waren schon immer für Skandale gut. 1997 fesselte die Band im Backstage-Bereich des Hurricane Festivals einen Manager von MTV an einen Stuhl und zündete eine (ungefährliche) Rauchbombe an seinem Bein an. Für großen Ärger sorgte auch die Verwendung von Bildern aus dem NS-Propagandafilm „Olympia“ von Leni Riefenstahl im Musikvideo zu „Stripped“.

Als sich US-Bands bei einem Festival an Halloween in Kostümierungen warfen, trat Rammstein mangels Kostüm in Windeln oder nackt auf. Sie wurden prompt von der Polizei von der Bühne geholt. Später handelten sich Till Lindemann und Christian Lorenz sogar eine sechsmonatige Bewährungsstrafe wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses in den USA ein, nachdem sie auf der Bühne Analverkehr angedeutet hatten.

Trotz zahlreicher Kontroversen wurden Rammstein vielfach ausgezeichnet. In Deutschland konnte die Band bislang zehn Echos gewinnen. In den USA gab es zwei Nominierungen als „Best Metal Performance“ bei den Grammys, dem prestigeträchtigsten Musikpreis der Welt.

Till Lindemann jenseits von Rammstein

Großen Anteil am weltweiten Erfolg der Band haben die ausgefeilten Bühnenshows von Rammstein mit viel Pyrotechnik. Nachdem es in der Anfangszeit öfter zu Verletzungen gekommen war, ließ sich Till Lindemann zum Pyrotechniker ausbilden.

Er trat als Gastsänger mit verschiedenen anderen Bands auf und veröffentlichte gemeinsam mit dem schwedischen Musiker und Prozenten Peter Tägtgren zwei Alben unter dem Namen „Lindemann“. Für Überraschung sorgte Till Lindemann obendrein 2014, als er für Schlagerstar Roland Kaiser den Text zum Lied „Ich weiß alles“ schrieb. Im Hamburger Thalia Theater stand er in einer Inszenierung von „Hänsel und Gretel“ auf der Bühne, zu der er auch neue Lieder beisteuerte.

Lyrik, Skulpturen und Wodka

Neben den oft gerühmten Songtexten für Rammstein verfasst Till Lindemann Gedichte, die er in bislang zwei Bändern mit dem Titel „Messer“ und „In stillen Nächten“ veröffentlichte. In einer eigenen Ausstellung in Dresden präsentierte er dazu eigene Skulpturen.

Zuletzt erschien 2017 der Bildband „Yukon – mein gehasster Freund“ mit Fotos und Lyrik einer dreiwöchigen Kanutour durch das nördliche Kanada, die Lindemann mit seinem Freund Joey Kelly unternommen hatte.

Doch damit nicht genug. Unter dem Pseudonym Doktor Dick vermarktet Lindemann seit 2019 einen eigenen Wodka, der von Ovin Pion in Frankreich produziert wird. Der Wodka wurde 2018 bei der International Spirit Challenge mit der Goldmedaille ausgezeichnet. 2020 kam mit „Golden Shower“ ein Schaumwein mit echten Blattgoldflocken hinzu.

Till Lindemann: Privatleben und Kinder

Till Lindemann ist für sein turbulentes Liebesleben fast genauso bekannt wie für seine Bühnenshows. Allerdings gibt er selten Interviews und äußert sich darin nur ungern über sein Privatleben. Bekannt ist, dass er sehr jung zum ersten Mal heiratete und mit seiner ersten Frau eine Tochter namens Nele bekam. Kurz nach ihrer Geburt ließ sich das Paar wieder scheiden und Till Lindemann zog Nele sieben Jahre lang alleine auf. Seine zweite Frau Anja Koeseling brachte die gemeinsame Tochter Marie-Louise auf die Welt.

Daneben soll Till Lindemann zwei weitere Kinder haben. Zu einem Sohn bekannte er sich ohne nähere Angaben in einem Interview. 2019 brachte seine damalige Freundin Svetlana Loboda eine Tochter auf die Welt, doch ob Lindemann der Vater ist, blieb offen. Klar ist nur: Er mag seine Freundinnen jung. Zuletzt wurde der mittlerweile 57-jährige Rocker mit der 27-jährigen „Sexpertin“ und Dschungelcamp-Teilnehmerin Leila Lowfire und der 24-jährigen Pornodarstellerin Charlotte Sartre in Verbindung gebracht.

2008 wurde Till Lindemann erstmals Opa: Seine Tochter Nele Lindemann brachte ihren ersten Sohn Fritz auf die Welt.

Till Lindemann und Sophia Thomalla

In der Boulevardpresse war Till Lindemann vor allem durch seine Beziehung zu Schauspielerin Sophia Thomalla längere Zeit Dauergast. Sie war ganze 26 Jahre jünger als der Musiker und ließ sich ein großes Tattoo mit seinem Porträt in den Oberarm stechen. Die beiden waren von 2011 bis 2015 ein Paar, ehe sich Thomalla dem Musiker Andy LaPlegua zuwandte, den sie ein Jahr später heiratete. Angesprochen auf die Präsenz von Lindemann in Form des Tattoos auf ihrem Arm gab sie an, sie bereue nichts.

Till Lindemann selbst gibt sich in Sachen Tattoos eher bedeckt: Lediglich seine Finger werden von einer kleinen Tätowierung geziert. Für seine Bühnenshows setzt er stattdessen auf aufwendiges Make-up. Lindemann ist mit seinem eigenen Account bei Instagram vertreten und natürlich mit Rammstein.

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