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XY-Moderator Rudi Cerne: Seine bewegenden Abschiedsworte

Eduard, wir werden Dich vermissen!

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Eduard Zimmermann (links) hat die Moderation des ZDF-Klassikers 2001 an seinen Nachfolger Rudi Cerne abgegeben

München - Eduard Zimmermann ist tot. Sein Nachfolger als „Aktenzeichen XY“ Rudi Cerne schrieb für die tz seine Abschiedsworte an die TV-Legende.

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Eduard Zimmermann ist tot

Mit dem Wort Legende sollte man vorsichtig umgehen. Eduard Zimmermann aber war eine Legende. Ein Pionier in seinem Bereich. Ein Mann, der nicht nur Fernsehgeschichte geschrieben, sondern mit seinem „Baby“ Aktenzeichen XY … ungelöst auch unglaublich viel erreicht hat. Er hat dazu beigetragen, dass nicht nur die Täter, sondern auch deren Opfer ins Bewusstsein von Millionen Menschen gerückt wurden. Für mich persönlich war Eduard Zimmermann darüber hinaus ein großer Kollege – und ein großer Förderer.

Er war es höchstselbst, der mich beim ZDF als neuen Moderator von Aktenzeichen XY … ungelöst vorgeschlagen hatte. Das war 2001, vor nunmehr acht Jahren. Ich werde nie vergessen, wie ich eines Abends nach Hause kam und seine Stimme auf meinem Anrufbeantworter hörte. Eine Minute lang hatte er draufgesprochen, eine kleine Ewigkeit. Und eigentlich hätte ich das nicht löschen sollen. Eine Nachricht von Eduard Zimmermann – das war schon etwas Besonderes. Kurze Zeit später haben wir uns getroffen, in Zürich. Er – übrigens auch physisch von großer Gestalt – holte mich vom Bahnhof ab. Wir setzten uns in ein Restaurant, fast konspirativ. Denn niemand sollte mitbekommen, dass ein Moderations-Wechsel bei Aktenzeichen anstand.

Der Ratschlag, den er mir damals schon gab: „Probier’ ja nicht, den Zimmermann zu machen. Bring deine eigene Linie rein“, sagte er zu mir. „Bleib locker, das mögen die Leute.“ Eduard Zimmermann wusste sehr genau, dass er große Fußstapfen hinterlassen hatte. Er wusste, dass ein neuer Moderator auch eine neue Note mit in die Sendung würde bringen müssen. Und das habe ich bis heute nicht vergessen.

Überhaupt stand Eduard Zimmermann mir die letzten Jahre beratend zur Seite. Als wir anfangs mit Quotenproblemen zu kämpfen hatten, ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen. „Wenn man auf offenem Meer schwimmt“, so sagte er damals, „und es kommt ein Unwetter. Dann muss man erstmal anhalten und versuchen, den Kopf über Wasser zu halten. Schwimmen kann man dann wieder, wenn das Unwetter sich beruhigt hat.“ Inzwischen haben wir das Unwetter zum Glück überstanden und fahren in sicheren (Quoten-)Gewässern – ganz ohne Zweifel auch, weil Eduard Zimmermann über all die Jahrzehnte ein so wunderbarer Steuermann war. Vor und hinter den Kulissen.

Es gibt eine Anekdote, die, wie ich finde, Eduard Zimmermann und seine Ausnahmestellung sehr schön illustriert: Vor Jahren wurde ihm während einer Bahnfahrt der Koffer geklaut. Als der Gangster seine Beute öffnete und Kreditkarten, alle möglichen Unterlagen und schließlich auch Ausweise mit dem Namen „ Eduard Zimmermann “ darin fand, legte er den Koffer schnell wieder zurück und machte sich aus dem Staub. Eduard Zimmermann zu beklauen – das verbot sich auch für einen noch so skrupellosen Gangster.

Eduard, wir werden Dich sehr vermissen!

Rudi Cerne

Eduard Zimmermann: Bilder aus seinem Leben

Der Vater von Aktenzeichen XY ist tot © ap
Der Vater von Aktenzeichen XY ist tot © dpa
Der Vater von Aktenzeichen XY ist tot © ap
Der Vater von Aktenzeichen XY ist tot © dpa
Der Vater von Aktenzeichen XY ist tot © dpa
Der Vater von Aktenzeichen XY ist tot © dpa
Der Vater von Aktenzeichen XY ist tot © dpa
Der Vater von Aktenzeichen XY ist tot © dpa

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