Eine Schönheit aus Schmerzen geboren

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Gloria Gray hat viele Facetten: hier in sexy Tracht

An Gloria Gray ist alles weiblich XXL. Großer Busen, endlos lange Beine, blonde Mähne, üppige Lippen.

Männer schenken ihr eindeutige Blicke, Frauen neugierige. Jeder kennt Gloria in der Münchner Gesellschaft, jeder weiß oder glaubt zu wissen, warum sie so ist, wie sie ist: Weil sie eine auffällige Künstlerin ist, weil sie eine Frau ist, die nicht immer eine war, weil sie eine Wandlung durchgemacht hat, die sehr schmerzhaft war.

Viele verstehen allerdings bis heute nicht, wer sie wirklich ist. Da mischen sich Vorurteile und Unwissenheit. Gegen „Transvestit“ ist sie bereits gerichtlich vorgegangen. „Die Leute sollen mich fragen, ich kläre sie auf“, sagt sie und klopft mit exakt manikürten Fingernägeln auf ihre Autobiographie Mit alles, was ich bin – Mein Leben. Darin nimmt sie kein Blatt mehr vor den Mund, ungeschminkt erzählt sie zum ersten Mal ihre ganze Lebensgeschichte.

Die Geschichte des kleinen Buben aus dem Bayerischen Wald, der im falschen Körper geborden wurde. Der nach Hormonbehandlungen, schmerzhaften chirurgischen Eingriffen und der Totaloperation endlich auch äußerlich das wurde, was sie innerlich schon immer war: eine Frau. Zu den körperlichen Schmerzen kamen die seelischen. „Schwule Sau“, „Zwitter“, „Pfanni“ (wegen Kartoffelknödel halb und halb) spotteten Mitschüler und selbst die Lehrer stellen den Jungen vor der Klasse bloß.

Weil er anders war, weil er am liebsten mit seiner Cousine Mannequin spielte, weil niemand im Bayerischen Wald so war. Viehändler und Metzger wurde man dort, die Mutter hatte eine Gastwirtschaft, der Vater war Fernfahrer. Über den Schulhof laufen, war wie den Schützengraben verlassen. „Ich war lebendig begraben“, sagt sie heute.

Gloria Gray: Mit allem, was ich bin - ein Leben in Bildern

Den kleinen Buben gibt es nicht mehr. Deshalb fällt auch nie der Geburtsname. Gloria ist sie, seit sie vor 19 Jahren nach München kam. Im Gepäck eine abgeschlossene Friseurlehre und das Gefühl, endlich, endlich in die Freiheit entlassen zu werden. Eine kleine Bude über dem legendären Kay’s Bistro, der Gärtnerplatz mit den Schwulenclubs, Gleichgesinnte, Andersdenkende – in der Stadt fasste Gloria Mut. „Bis zu meinem 18. Geburtstag hatte ich mit keiner Menschenseele gesprochen. Kein Wort verloren über das, was mich im Innersten bewegte und zerriss“, schreibt sie. Jahrelang hatte sie geschwiegen. Aus Angst, aus Scham, aus Vorsicht, sich selbst noch mehr Wunden zuzufügen, ihre Eltern zu enttäuschen.

„Als ich die alten Fotos hervorgekramt habe, habe ich schlafende Monster geweckt.“ Gloria als kleiner Bub, an Weihnachten mit der ersten heiß ersehnten blonden Perücke, als Teenager. Vorbei, aber nicht vergessen. 1992 wird sie operiert, weibliche Hormone muss sie ihr Leben lang nehmen. Gewichtszunahme und Cellulitis kommen dazu. Und doch: Es gibt sie noch, die Momente, „wo die Stimme morgens besonders tief ist.“ Dann drehen sich die Menschen an der Supermarktkasse um, blicken verwundert an Gloria herunter. „Dann seh’ ich an den Gesichtern, wie es bei den Menschen im Kopf rattert...“ Früher haben diese Blicke weh getan. „Jetzt ist mir vieles egal. Ich bin auch sehr geerdet. Das ist meine Zwiesler Herkunft.“ Überhaupt Zwiesel. Die Heimat, die Freunde, die Eltern. Gloria sagt, sie hat „die besten Eltern, die sich vorstellen kann.“ Denn sie haben mit Liebe auf ihre Verwandlung reagiert. „Meine Mutter hat damals alle zusammengetrommelt und offen darüber gesprochen.“ Drei Tage war es das Gesprächsthema in den kleinen Ort, danach wurde es Alltag, jetzt ist Gloria dort geschätzt und geliebt. „Raten Sie mal, wer die meisten Bücher bestellt hat? „Die zwei Buchhandlungen in Zwiesel!“ Mit dem Buch hat sie übrigens aufgehört Tagebuch zu schreiben – nach 19 Jahren. Es scheint, als ob ein langer, schmerzhafter, aber auch aufregender Lebensabschnitt abgeschlossen ist. Gloria hat neue Pläne: Ein eigenes Cabaret („Ich will es Glorywood nennen“) und ihre langjährige Liebe heiraten – mit allem, was sie ist....

Maria Zsolnay

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