tz-Sprechstunde

Der Bergdoktor: Hans Sigl im Interview

Hans Sigl
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Stippvisite in der tz-Redaktion: Hans Sigl schaute ­persönlich vorbei.

München - Seit 2008 ist Hans Sigl der ZDF-Bergdoktor. Im Interview mit der tz spricht Sigl über Erfolg, Familie und Brötchenbacken.

Es stimmt wirklich: Dort, wo Hans Sigl alias Der Bergdoktor auftaucht, herrscht Aufregung. Jeden Donnerstag zieht die ZDF-Serie, deren neunte Staffel am Donnerstag um 20.15 Uhr ihr großes Finale feiert, ein Millionenpublikum vor den Fernseher. Regelmäßig knacken Sigl & Co. die Sieben-Millionen-Marke!

Schön zu erleben, wie herrlich „normal“ der TV-Arzt trotz des Erfolges ist. Und so folgte Hans Sigl gern der Einladung in die Redaktion der tz. In Lederhose, Lederjacke und mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen betritt er das Pressehaus in der Paul-Heyse-Straße. „Es freut mich, hier zu sein. Es ist immer interessant, hinter die Kulissen einer Tageszeitung zu schauen“, so Sigl. Und das tut er. Sigl lässt sich die einzelnen Ressorts zeigen, schaut Layout-Chef Sebastian Raab bei der Planung der Seite eins über die Schulter. Um ihn herum ebenfalls interessierte Gesichter: „Ist das nicht …?“, „Hab ich ihn nicht erst am Donnerstag im Fernsehen gesehen?“. Bergdoktor-Fans sind also auch in der tz zu finden.

Umso spannender ist die Frage, wie der 46-Jährige privat ist. Schließlich ist Sigl ja nicht ausschließlich der Bergdoktor. „Als ich vor acht Jahren die Rolle übernommen habe, war ich das für viele“, lacht Sigl. „Alle haben – wenn sie mich gesehen haben – natürlich als Allererstes an den Bergdoktor gedacht. Das hat sich mittlerweile durch meine weiteren Projekte etwas geändert. Und das freut mich. Es ist nur eine Rolle, die ich spiele.“ Sigl ist facettenreich. Zum einen verkörpert er den Arzt Martin Gruber aus Ellmau, zum anderen sind da viele weitere Projekte: TV-Filme (zuletzt war Sigl in der ZDF-Komödie Einer für alle, alles im Eimer zu sehen) und ein eigenes Bühnenprogramm mit seinem guten Freund Christof Hintze (Hintze und Sigl). Zusätzlich arbeitete der Österreicher als Moderator, beispielsweise beim Deutschen Fernsehpreis 2014, und spielte jahrelang Theater in Innsbruck und Bremen. Außerdem ist Sigl ein absoluter Familienmensch. Gemeinsam mit Ehefrau Susanne gründete der Schauspieler eine echte Patchwork-Familie. Beide brachten Kinder aus früheren Ehen mit in die Beziehung.

Privat backt der Bergdoktor gern kleine Brötchen

Aber wie ist das eigentlich? So als Bergdoktor? Kann man morgens noch in Ruhe Brötchen holen? „Ich backe meine Brötchen jeden Morgen selbst“, lacht Sigl. „Aber es stimmt schon. Auch, wenn ich privat unterwegs bin, kommen immer wieder Fans der Serie auf mich zu. Wir haben ein wirklich Foto-affines Publikum. Das freut mich. Es ist schön, so viele Menschen mit seiner Arbeit begeistern zu können.“

Wie Sigl sich den Erfolg der Serie erklärt? „Ich denke, der Bergdoktor stellt einen Kontrast zum restlichen TV-Programm in Deutschland dar. Wir werden ja nahezu von Krimisendungen überschwemmt. Hinzu kommt, dass es sich beim Bergdoktor um Figuren handelt, die man gut kennt und mag und mit denen man über die Jahre mitgewachsen ist. Das Ganze vor einer grandiosen Kulisse und spannenden medizinischen Fällen. Ich kann die Sehnsucht der Leute danach durchaus verstehen: einfach mal für einige Zeit in eine andere Welt abtauchen!“

Auch Sigl selbst macht genau das hin und wieder. Er entspanne am liebsten durch „nichts tun“, sagt der Schauspieler lachend: „Ich gehe gern spazieren, mache Sport, spiele beispielsweise Golf, oder denke mir neue Projekte aus.“

Nun aber mal Hand aufs Herz: Wie viel Martin Gruber steckt eigentlich in Hans Sigl? „Na, ich würde sagen hundert Prozent! Schließlich spiele ich ihn und durfte bei der Entwicklung dieser Figur mitwirken. Das Vertrauen der Produzenten dabei freut mich besonders“, sagt Sigl, der sich vorstellen könnte, mit Gruber – wenn es ihn wirklich gäbe – befreundet zu sein. „Ich denke, Martin wäre ein guter Kumpel. Er ist loyal, verlässlich und hat klare moralische Richtlinien. Mit ihm könnte man bestimmt gut auf den Berg gehen, Fußball schauen und ein Bier trinken.“ Und dann verrät Sigl noch etwas: „Manchmal denke ich mir, so eine Scheibe von Martin Grubers Geduld wäre für mich selbst auch nicht schlecht.“

Was dem Schauspieler noch an seiner Figur gefällt: Sie ist nicht nur der gute Mensch und Arzt Martin Gruber. Sigl: „Viele denken, es sei einfacher, einen positiven Charakter zu spielen als einen Bösewicht. Es ist aber andersrum. Positive Figuren müssen vielschichtig sein, auch mal zweifeln, unsicher sein, mit sich hadern. Es ist eine Herausforderung, sie wirklich zum Leben zu erwecken.“

Genau das gelingt Sigl! Im März starten die Dreharbeiten für die zehnte Staffel. Ob der Bergdoktor dann die Frau fürs Leben finden wird? „Zu wünschen wäre es ihm“, lacht Sigl und gibt kurz drauf zu: „Mir ist trotzdem wichtig, dass dieser Aspekt nicht zu viel Raum einnimmt. Es ist eine Arztserie und keine Romanze, und es ist mir wichtig, dass das auch so bleibt.“

Wer die weiteren Facetten von Hans Sigl live erleben möchte, kann das auch. Ein Beispiel ist besagte Live-Satire-Show Hintze und Sigl, die zum nächsten Mal am 14. Mai in der Münchner Freiheizhalle stattfindet. Wie es zu dem Projekt kam? „Vor etwa sechs Jahren haben mein guter Freund Christof Hintze und ich eine Idee gehabt: wieder wirklich mit Leuten zu reden, Zeit zu haben und zu improvisieren. An einem launigen Abend haben wir begonnen, uns die Bälle zuzuspielen, das Ganze zu entwickeln. Das war sehr spaßig, und Hintze und Sigl entstand. Mit der Zeit kam dann auch die Idee, prominente Gäste einzuladen. Uns ist es dabei allerdings wichtig, dass das Publikum mit eingebunden ist, wir alle einen schönen Abend haben. Dieses Mal gibt es uns übrigens zwei Mal. Gegen Ende des Jahres kommt etwas ganz Spannendes. Mehr dazu bald in der tz.“

„Der Bergdoktor“,

Donnerstag 20.15 Uhr, ZDF

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