Promis an einem ihrer liebsten Plätze

tz kramt 70er-Fotos aus: Hollywood am Viktualienmarkt

Promi-Fotos aus den 70ern
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Kay Wörsching zeigt, welche Stars bei ihm feierten: Leonard Bernstein zum Beispiel,
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Leonard Bernstein saß gern am Flügel in Kay's Bistro.
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Rudolf Nurejew war mit Natalie Makarowa zu Gast.
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Schauspielerin Liza Minnelli kam gerne zu Kay Wörsching.
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Sonya, ehemalige Kaiserin von Persien.
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Vera Kalmann, Witwe des Operettenkomponisten Emmerich Kalmann.
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Kay Wörsching zeigt, welche Stars bei ihm feierten: die Magier Siegfried und Roy zum Beispiel.
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Rockröhre Tina Turner.

München - tz-Fotograf und -Autor Heinz Gebhardt nimmt Sie mit auf eine wunderbare Zeitreise. Diesmal geht es um jede Menge Promis und den Ort, an dem sie in München besonders gern Station machten.

Lennie in the town!“ - wenn dieses Alarmsignal durchtelefoniert wurde, verwandelte sich in den 70er-Jahren die 250 Quadratmeter große Eckkneipe Kay’s Bistro am Viktualienmarkt in ein glitzerndes Hollywoodstudio. Bildhübsche Kellner in Frack mit weißen Handschuhen flitzten zwischen damastgedeckten Tischen durch, Schampuskübel wurden gerückt und Lennies zwölfjähriger Lieblingswhisky Ballantine’s bereitgestellt. 5000 winzige Lämpchen im Bistrohimmel wurden sanft gedimmt und dutzende Kerzen angezündet.

Kurz vor Mitternacht dröhnte dann aus den Lautsprechern bis zum Valentinbrunnen hinüber I like to be in America, everything free in America ... und der Maestro flatterte über den roten Teppich Kay Wörsching in die Arme. Fans, Freunde, Family applaudierten und Leonhard Bernstein küsste sich buchstäblich den Weg frei in seine Lieblingskneipe. Ein Hollywoodschauspiel am Viktualienmarkt, ach wer weiß, wie oft das da abglaufen ist, jedes Mal halt, wenn München irgendwie auf der Flugroute des weltberühmten Musikers lag. Er liebte den Trubel im Lokal und die manchmal ziemlich ausgeflippte Schar der Nachtlichter, über die auch Boris Beckerschwärmte: „Hier vergisst man wo man ist, wer man ist, wie spät es ist, ob morgens, abends oder nachts, Winter oder Sommer. Ein einziger Traum.“

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Und plötzlich, man hatte schon vergessen, dass er da ist, Lautsprechergedröhne aus, Bernstein sitzt am Flügel und spielt einen Blues von Bessie Smith und singt auch noch dazu, bis das ganze Lokal in ein Happy-Birthday- Gejohle ausbricht: So geschehen am 25. August 1979, Bernsteins 61. Geburtstag, den er hier mit 100 Musikern des Israel Philharmonic Orchesters feierte. Sandra Paretti meinte „Albert Einstein hätte sich viel Mühe und Arbeit sparen können: Ein einziger Abend in Kays Bistro hätte genügt um zu erkennen, dass alles auf Erden relativ ist.“ Und Udo Jürgens Musikmanager Hans R. Beierlein: „Eigentlich ist es ein Wunder, dass nicht Walt Disney Kay’s Bistro erfunden hat.“ Es war „eine Kreuzung zwischen einer Reinhard-Inszenierung und einem Tantenhimmel mit ein bisschen Höllenpfeffer“, wie Siegfried Lowitz sagte. Und Hildegard Knef schrieb sogar ein Lied darüber: „Gibt’s was zu feiern oder auch nicht, fahre nach Bayern, und eile zum Licht, welches Kay und Achim verbreitet, auch wenn dich der Gaul namens Missmut reitet.“

Weltstars sind alte Spezln

Die Schar der weltberühmten Gäste aufzuzählen ist unmöglich. Auch Kay Wörsching, der heute noch zwei Mal in der Woche in Kay’s Champagneria in den Karstadt- Schmankerlgassen am Stachus hinter der Bar steht, hat ein bisschen den Überblick verloren. Für die tz wühlt er in einem Karton: „Ja da schau her, der Lennie mit seinem Ballantine’s. Und da: Das bin i mit der Liza Minnelli, und das ist der Achim mit der Hildegard Knef“. (Achim Neumann ist seit ewigen Zeiten der Lebensgefährte von Kay). „Tja, die Tina Turner, mei, die war auch oft da, und hier Siegfried und Roy, ihre Tiger haben’s Gott sei Dank daheim gelassen“, erzählt Kay Wörsching weiter. Er redet von Weltstars wie von alten Spezln: „Und hier der Rudolf Nurejew, (Anm.: der größte Tänzer des 20.Jahrhunderts) mit der Natalie Makarowa, ich hab damals gar nicht gemerkt, dass die da sind.“ Kays Bistro ist längst Legende, eines aber ist sicher: Wenn alle seine Gäste im Jenseits gelandet sind, werden sie immer noch von seinem Hollywood am Viktualienmarkt schwärmen.

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Heinz Gebhardt 

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