Schere auflösen

Ulrich Matthes' Plädoyer für mehr Offenheit

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Ulrich Matthes: nicht "entweder, oder", sondern "sowohl, als auch". Foto: Britta Pedersen

Erst Beethoven, dann Soul? Für den Schauspieler und Präsident der Deutschen Filmakademie ist das kein Problem. Er unterscheidet nicht nicht zwischen E- und U-Musik.

Berlin (dpa) - Aus Sicht von Schauspieler Ulrich Matthes wird zu stark zwischen vermeintlich ernsthafter Kunst und Unterhaltung unterschieden.

"Jemand, der erst die 7. Sinfonie von Beethoven und gleich darauf Soul aus den 80ern hört, wird wahrscheinlich von manchen Menschen schräg angesehen. Von der einen wie von der anderen Fraktion", sagte Matthes der Deutschen Presse-Agentur.

"Ich zum Beispiel höre aber gern beides", erzählte Matthes, der am Donnerstag (9. Mai) 60 Jahre alt wird. Er arbeitet am Deutschen Theater Berlin und ist seit kurzem Präsident der Deutschen Filmakademie. Er wolle versuchen, die "manchmal geradezu ideologisch betonierte Schere zwischen E und U etwas aufzulösen".

Gerade die Engländer oder Amerikaner seien da viel offenherziger. Er halte es "ein bisschen für ein deutsches Phänomen", dass da sehr streng geschieden werde. "Gertrude Stein zitierend kann ich sagen: Ein guter Film ist ein guter Film ist ein guter Film. Das kann einer mit 2619 Zuschauern sein oder mit 5 Millionen", sagte der Schauspieler ("Der Untergang"). "Beides kann toll sein."

Deutsches Theater zur Vita von Ulrich Matthes

Zum Präsidium der Deutschen Filmakademie

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