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Ulrich Tukurs frühe Faszination für „FAZ“-Todesanzeigen

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Berlin
Der Schauspieler, Musiker und Schriftsteller Ulrich Tukur. © Carsten Koall/dpa

Herrlich morbid und grafisch so interessant fand Ulrich Turkur als Kind die Todesanzeigen in der Zeitung, dass er die Wände seines Zimmers damit tapezierte. Die Reaktion seiner Mutter ließ nicht lange auf sich warten.

Berlin - Schauspieler Ulrich Tukur war in seiner Kindheit nach eigenen Angaben von Todesanzeigen in der Zeitung fasziniert. „Mein Vater hatte in den 60er, 70er Jahren die "FAZ" abonniert“, sagte Tukur (64) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Als ihm damals klar geworden sei, dass auch er eines Tages den Weg alles Irdischen werde gehen müssen, sei das ein Thema geworden. Und er habe angefangen, Schädel und Skelette zu malen.

Irgendwann seien ihm die Zeitungs-Todesanzeigen aufgefallen, hinter denen der Kopf seines Vaters jeden Morgen am Frühstückstisch verschwunden sei. „Es waren auch noch Eiserne Kreuze darunter, mit denen an die Gefallenen des Weltkriegs erinnert wurde“, sagte Tukur. Er habe das herrlich morbid und grafisch so interessant gefunden, dass er die Wände seines Kinderzimmers damit tapeziert habe. „Meine Mutter hat einen Schreikrampf gekriegt.“

„Ich muss etwa 11, 12 gewesen sein - ein Alter, in dem man vorsichtig anfängt, Hermann Hesse und Georg Trakl zu lesen“, sagte Tukur, der auch Musiker und Schriftsteller ist. Man setze sich in dem Alter mit dem Leben und der Endlichkeit auseinander. Man leide theatralisch, aber es habe doch bei allem eine kokette Leichtigkeit gehabt, denn der Tod habe ja fern am Horizont gestanden. dpa

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