Rosenheim-Cop Joseph Hannesschläger hat einen neuen Kollegen: Igor Jeftic

Urbayer gegen Hanseat

Keine Chance beim Armdrücken hat Hansen, der Neue aus Hamburg, (Igor Jeftic, r.), gegen Rosenheim-Cop Hofer (Joseph Hannesschläger).
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Keine Chance beim Armdrücken hat Hansen, der Neue aus Hamburg, (Igor Jeftic, r.), gegen Rosenheim-Cop Hofer (Joseph Hannesschläger).

Drei Jahre waren sie ein Team, künftig gehen sie getrennte Wege: Kriminalkommissar Korbinian Hofer und sein Kollege Christian Lind von den Rosenheim-Cops.

Der smarte Lind (Tom Mikulla) wechselt nach Hamburg – der Liebe wegen. Nun muss sich der schwergewichtige Hofer (Joseph Hannesschläger) an einen neuen Ermittler gewöhnen: Igor Jeftic spielt den neuen Beamten mit dem gänzlich unbayerischen Namen Sven Hansen – ein Hanseat, den es unversehens in den idyllischen Süden verschlagen hat. Hansen fühle sich ein bisschen wie ein „Fisch auf dem Trockenen“, charakterisiert Jeftic seine Rolle, in der er erstmals am Dienstag zu sehen ist. Die Film-Vita will es, dass der neue Cop aus Hamburg kommt, der Vater hat ihn dem Rosenheimer Polizeichef empfohlen, einem Freund aus früheren Tagen.

Jeftic selbst aber kommt nicht aus dem deutschen Norden, er wurde 1971 in Belgrad geboren, im damaligen Jugoslawien. Im Alter von zwei Jahren nahmen ihn die Eltern nach Stuttgart mit, der Vater arbeitete als Bauinstallateur. Als Jeftic James Dean in Jenseits von Eden sah, war es für ihn klar: Er wollte Schauspieler werden. Der rebellische Sohn Cal im Film hatte es ihm angetan. „Ja, rebelliert habe ich natürlich auch“, sagt Jeftic. „Ich habe mir die Haare gefärbt, spielte den Punk – wenigstens halb.“

Dass der Sohn nach München ging, um Schauspieler zu werden, gefiel dem Vater nicht. „Armer Künstler: Das muss nicht sein“, sagte der Vater. „Später hat er gesehen, dass es geht. Er war stolz auf mich und erzählte den Freunden, dass der Sohn im Fernsehen kam.“ Der Vater starb vor drei Jahren.

In die alte Heimat Jugoslawien fährt Jeftic immer noch – zweimal im Jahr. Lange hätten dort die falschen Leute regiert, die ihre Vorteile aus den Nachkriegswirren zogen. München mag er, er kennt die Stadt noch aus Schauspielschulzeiten und von der Snowboard-Serie Powder Park, als er sich in einer der letzten Folgen das Handgelenk brach. Heute, als Rosenheim-Cop wohnt er wieder dort. Er geht gerne an der Isar spazieren oder zum Baden, legt sich ans Ufer, „um Texte zu lernen oder einfach die Enten zu ärgern“.

Noch kennt ihn kein Passant in dem oberbayerischen Städtchen Rosenheim. Er genießt es, sagt: „Die beachten mich kaum, die wissen gar nicht, wer ich bin. Das werden sie später noch bereuen.“

tsch

Quelle: tz

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