Falschbeschuldigung

Urteil rechtskräftig: Gina-Lisa Lohfink wurde nicht vergewaltigt

Das Model Gina-Lisa Lohfink hatte zwei Männer wiederholt der Vergewaltigung beschuldigt - zu Unrecht, wie das Amtsgericht Berlin befand. Die Verurteilung der 31-Jährigen ist nun rechtskräftig.

Berlin - Gut fünf Jahre nach einer angeblichen Vergewaltigung ist der Prozess gegen das Model Gina-Lisa Lohfink wegen falscher Verdächtigung endgültig abgeschlossen. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verurteilte Lohfink schriftlich ohne mündliche Verhandlung zu einer Geldstrafe von 20 000 Euro, teilte Gerichtssprecherin Lisa Jani am Donnerstag mit. Ihre bisherigen Vergewaltigungsvorwürfe darf sie auch nicht mehr äußern.

Lohfink hatte behauptet, im Juni 2012 von zwei Männern vergewaltigt worden zu sein. Dabei sollen K.-o.-Tropfen im Spiel gewesen sein. Dafür sahen die Gerichte aber keine Hinweise. Zuletzt hatte das Kammergericht im Februar im wesentlichen den Schuldspruch des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten bestätigt. Wegen der falschen Verdächtigung sollte Lohfink demnach 20 000 Euro zahlen.

Die Höhe der Tagessätze musste aber neu verhandelt werden, weil das Kammergericht für das angenommene Einkommen von Lohfink keine ausreichende Grundlage sah. In dem jetzigen Beschluss des Amtsgerichts ist nun eine identische Summe festgelegt: 80 Tagessätze zu je 250 Euro.

Der Prozess hatte deutschlandweit Aufsehen erregt und polarisiert. Im Mittelpunkt des Prozesses standen im Internet verbreitete Aufnahmen des Geschlechtsakts zwischen Lohfink und ihren Bekannten. Die vielbeachtete Verhandlung über Lohfinks Vorwürfe hatte eine bundesweite Debatte über eine Sexualstrafrechtsreform befeuert. Die einen sahen das Model als Vorkämpferin für die Rechte von Frauen, andere vermuteten eine inszenierte Tränenshow. 

dpa / afp

Rubriklistenbild: © dpa

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