Zwischen Angst und Erleichterung

Öffentliches Outing: Hollywood-Star ist jetzt ein Mann - „Ich liebe es“

Mit einem langen Statement outet sich Hollywood-Bekanntheit Elliot Page, der mit Filmen wie „Juno“ und „Hard Candy“ als Ellen Page Karriere machte, als transsexuell.

Toronto - Viele filmbegeisterte Fans kennen ihn noch aus dem Film „Juno“, in dem Elliot seinen großen Schauspiel-Durchbruch hatte. Damals war es noch die als Frau geborene Ellen Page, die die Hauptrolle spielte. Jetzt gab Elliot sein Comingout als Transgender bekannt und verriet, dass es nicht ausschließlich mit Freude verbunden ist, sondern auch mit Ängsten einhergehe.

Schauspieler Elliot Page outet sich öffentlich und ist erleichtert: „Ich liebe es, trans zu sein“

„Ich möchte euch mitteilen, dass ich trans bin und mein Name ist Elliot“, beginnt der Schauspieler sein emotionales und langes Statement*, welches er auf Twitter und Instagram* veröffentlichte. Von nun an möchte die als Frau geborene kanadische Schauspielerin Ellen Page als Elliot leben.

„Ich fühle mich so glücklich, dies zu schreiben, hier zu sein, an diesem Punkt in meinem Leben angekommen zu sein“, teilte er seinen Fans mit. Außerdem ergänzte er, dass er von nun an auch das männliche Pronomen verwendet. „Ich liebe es, trans zu sein. Und ich liebe es, queer zu sein“, offenbarte Elliot sichtlich erleichtert in seiner Stellungnahme. Vor allem will er sich bei den „unglaublichen Menschen“ bedanken, die ihn bei seiner Reise unterstützt haben.

„Meine Freude ist echt, aber sie ist auch zerbrechlich“: Elliot Page hat ist nicht nur erleichtert, sondern hat auch Angst

Doch der Weg zur Erleichterung war bei weitem nicht leicht. Page betonte in seinem Statement, dass es ein langer Prozess gewesen sei, sich öffentlich zu outen und den Namen zu ändern und nur mit der Unterstützung aus der LGBTQ-Gemeinde der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Queers möglich war. Trotz alledem bittet der 33-Jährige um etwas Geduld: „Meine Freude ist echt, aber sie ist auch zerbrechlich.“

„Die Wahrheit ist, dass ich, obwohl ich mich im Augenblick zutiefst glücklich fühle und weiß, wie viele Privilegien ich in mir trage, auch Angst habe.“ Besonders groß ist Angst vor abfälligen Witzen oder Hass: „Die Statistiken sind erschütternd. Die Diskriminierung von Transgender ist weit verbreitet, heimtückisch und grausam, mit schrecklichen Folgen“, erläutert Elliot seine Sorgen.

Tatsächlich sind Transgender vielfach Übergriffen und Mobbing ausgesetzt. Eine, der größten LGBTQ-Organisationen in den USA, die „Human Rights Campaign“ schreibt, dass allein 2020 mindestens 40 Personen, die jenseits der traditionellen Geschlechtergrenzen lebten, in den Vereinigten Staaten getötet worden seien. Eine erschreckende Bilanz, die hoffentlich in Zukunft durch mehr Zusammenhalt komplett relativiert wird. (mrf) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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