Fotografin Vanessa von ­Zitzewitz stellt in München aus

Für diese Frau machen sich die Stars nackig

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Vanessa von ­Zitzewitz vor ihren Arbeiten in der Galerie Bernheimer.

München - Vanessa von ­Zitzewitz stellt in München ihre spektakulären Fotografien in der Galerie Bernheimer aus. Im tz-Interview spricht sie über ihre Arbeit mit den (nackten) Stars.

Splitterfasernackt – bis auf ein paar Lack-High-Heels an den Füßen – räkeln sich die Frauen auf Vanessa von ­Zitzewitz’ Fotografien: vor dem Eiffelturm, zwischen Elefanten, auf groben Felsen – Erotik trifft auf Ästhetik. Die Bilder lassen keinen Betrachter kalt, auch wenn sie fast abstrakt schwarz-weiß sind, sind die Motive höchst lebendig. Ab Samstag stellt die gebürtige Hamburgerin ihre spektakulären Fotografien in der Galerie Bernheimer in München aus. Zu sehen sind ihre großformatigen „Nudes“, ihre Nackten, aber auch Porträts von internationalen Stars wie ­Monica Bellucci, Alain Delon, George Clooney, Ringo Star oder Lang Lang. tz-Kolumnistin Maria Zsolnay traf die viersprachige Künstlerin, die selbst wie ein Model aussieht, vor ihren Kunstwerken.

Carla Bruni hat sich für Sie ausgezogen, Mick Jagger posiert für Sie und auch Charlene von Monaco folgt Ihnen aufs Wort – wie machen Sie das?

Vanessa von Zitzewitz: Ich muss schon mehr Rücksicht nehmen, wenn ich mit solchen Superstars arbeite – besonders auf die Zeit. Mit einem Model kann ich drei oder acht Stunden arbeiten, mit Stars nicht. Aber ich bin sehr schnell im Fotografieren, deshalb arbeiten die Leute sehr gerne mit mir. Natürlich muss man sich Zeit nehmen, denn ich muss ja diesen besonderen Moment erwischen.

Und wie erwischt man den? 

Zitzewitz: Ich liebe Menschen, und ich bin ein positiver Mensch. Ich denke, das spüren die Leute auch. Meistens fühlen sich die Stars in meiner Gegenwart wohl. Na ja, und um locker zu werden, reißt man dann erst mal einen Witz, und oft läuft es dann.

Sie wissen aber vorher schon genau, wie das Bild aussehen soll?

Zitzewitz: Ich überlege mir schon vorher, was rüberkommen soll. Ob der Blick das Wichtigste ist, oder ob ich jemanden im Profil haben will. Meistens geben mir die Leute ihre Persönlichkeit, oft entsteht das spontan. Wie bei Princess Charlene – ich habe mich super vorbereitet, musste mich ans Hofprotokoll halten, doch es wurde eines der chaotischsten Fotoshoots überhaupt.

Inwiefern?

Zitzewitz: Wir sollten alles draußen fotografieren, und an diesem Wochenende fegte eine Art Taifun über Monaco, es regnete in Strömen. Doch ich wollte unbedingt dieses Foto mit ihr im weißen Kleid auf dem Felsen machen, schon immer. Also nutzten wir die einzigen zehn Minuten, in denen es gerade mal nicht regnete. Doch da muss man immer schauen, dass nicht irgendwo Leute mit einem Fotoapparat auf der Lauer liegen. Das sind jetzt neue Probleme, die ich früher nie hatte und die ziemlich nervig sind.

Paparazzis gab es ja schon immer...

Zitzewitz: Das schon, aber wenn ich heute eine Persönlichkeit draußen fotografiere, sind sofort so viele Menschen da, die mit ihren Smartphones Fotos machen. Das gab es vor 15 Jahren nicht. Heute kann man das gar nicht mehr kontrollieren.

Gefiel Charlene das Foto?

Zitzewitz: Ja, sehr. Sie und auch Prinz Albert waren total begeistert. Sie war aber auch sehr professionell vor der Kamera.

Sie kannten Sie vorher schon?

Zitzewitz: Ja, ich kenne Prinz Albert seit langer Zeit, wir sind befreundet, und Monaco ist ja ein Dorf.

In dem Sie mit Ihrem Mann und Ihrem vierjährigen Sohn leben ...

Zitzewitz: Ja, aber es ist nicht das Monaco des Grand Prix und der Klatschzeitungen. Das wahre Monaco ist anders. Ich habe meinen Fischhändler. ich kenn meinen Schlachter, ich gehe zum Markt. Es ist ganz normal.

Wen wünschen Sie sich noch vor Ihrer Kamera?

Zitzewitz: Angela Merkel – sie ist eine fantastische Persönlichkeit. Ich bin stolz, dass sie unser Land repräsentiert. Und sie ist immer gleich, sie strahlt eine innere Ruhe aus, die ich bewundernswert finde.

Sie hat aber nicht Kleidergröße 34 und ist 1,80 groß.

Zitzewitz: Muss auch nicht sein, ich will sie ja angezogen fotografieren.

Würden Sie auch Frauen jenseits von Kleidergröße 36 nackt ablichten?

Zitzewitz: Ich habe schon einen bestimmten Typ von Frau, die haben alle sehr wenig Brust, eher androgyn. Denn wenn eine Frau viel Busen oder Po hat, kann das schnell vulgär werden. Das lenkt sonst ab von der Komposition.

Die Ausstellung ­„Appearances and Aesthetics“ bei Bernheimer in der Brienner Str. 7 läuft noch bis 12. Juni.

Zur Person

Vanessa von Zitzewitz (*1970) ist in Hamburg geboren und in Paris aufgewachsen. Dort lernte sie an der renommierten „Parsons School of Design“ Fotografie. Früher ließ sie als Jetset-Girl keine Party aus, spricht vier Sprachen. Verheiratet ist sie mit dem reichen Geschäftsmann Juan Villalonga (Ex-Télefonica-Boss – mit ihr im Foto), lebt mit ihm und ihrem vierjährigen Sohn ­Rodrigo in Monaco. Berühmt geworden ist sie u.a. mit der Cartier-Kampagne „ungezähmt“, bei der sie schöne Frauen, wilde Tiere und sündhaft teuren Schmuck kombinierte. Außerdem: Für den Emir von ­Katar schoss sie 27 000 Fotos von seinen arabischen Edelpferden. Foto: Getty

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