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 „Verabscheuungswürdiges Produkt“: Charles III. belegt Palast-Speisekarten mit Veto

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Von: Annemarie Göbbel

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König Charles III. macht seinem Ruf als Umweltschützer und Naturfreund alle Ehre. Schon lange gilt er als vehementer Gegner der Stopfleber. In seinen Residenzen darf nirgendwo Foie gras serviert werden, entschied der Monarch.

London – Der britische König Charles III. (74) hat nach Angaben der Tierrechtsorganisation Peta die umstrittene Delikatesse Foie Gras aus allen königlichen Residenzen verbannt. „Ich kann bestätigen, dass Foie gras weder vom königlichen Haushalt erworben noch in den königlichen Residenzen serviert wird, und es gibt keine Pläne, diese Politik zu ändern“, heißt es bei AFP. Stopfleber ist für die Royal Family tabu. Was die Bärenfell-Mützen betrifft, ist indes noch keine Verbesserung in Sicht.

In König Charles’ Palästen darf an keinem Ort Foie gras serviert werden

Zunächst war es dennoch eine gute Nachricht, die der Tierschutzorganisation Peta in London ins Haus geflattert war. „Als Prinz von Wales hat König Charles Foie gras (...) aus seinen royalen Residenzen verbannt. Nun hat Peta die Bestätigung bekommen, dass sich die mitfühlende Politik seiner Majestät auf den Buckingham-Palast und alle anderen royalen Residenzen erstreckt“, hieß es.

König Charles III. fand und findet die französische Delikatesse Stopfleber „entsetzlich“. Er verbannte das Produkt jetzt auch aus dem Buckingham-Palast und allen anderen Residenzen (Fotomontage).
König Charles III. fand und findet die französische Delikatesse Stopfleber „entsetzlich“. Er verbannte das Produkt jetzt auch aus dem Buckingham-Palast und allen anderen Residenzen (Fotomontage). © Jonathan Brady/dpa & Panama Pictures/Imago

Wie die Organisation mitteilte, hatte Charles III. bereits in seiner früheren Rolle als Prinz von Wales das „verabscheuungswürdige Produkt“ aus königlichen Wohnsitzen entfernt. Nun also die Nachricht, dass der Buckingham-Palast und alle anderen königlichen Residenzen nachziehen. Zum Dank schickten die Tierschützer einen Geschenkkorb mit der veganen Variante in den Palast. Der Regent dürfte davon trotzdem nicht begeistert sein.

Kritik an Bärenfellmützen und Hermelin-Mänteln bleibt

Ebenfalls ein Dorn im Auge der Tierschutzorganisation sind die berühmten Bärenfellmützen der Palastwache. So handelt es sich bei den berühmten schwarzen Mützen der Palastwachen um echtes Bärenfell. Üblicherweise kommt dafür das Fell weiblicher kanadischer Braunbären zum Einsatz. Die verwendeten Felle seien „Nebenprodukte lizenzierter Keulungen durch kanadische Behörden“, mit der die wilde Bärenpopulation gesteuert werde, heißt es dazu vom Palast. Doch Kritiker fordern, die Mützen nur noch aus synthetischem Tierfell herzustellen.

Genau das verlangt Peta nun auch für ein anderes wichtiges Kleidungsstück. Der König möge für seine Krönung am 6. Mai 2023 nachgemachtes Fell nutzen. Bisher besteht der royale Mantel bei der Zeremonie aus dem Fell echter Hermeline.

Charles III. soll die französische-Traditions-Delikatesse einmal als „ekelhaft“ beschrieben haben

Er soll die Delikatesse, die etwa in Frankreich vielerorts traditionell zum Weihnachtsschmaus gehört, einmal als „ekelhaft“ beschrieben haben. Die Chefin von Peta-Großbritannien, Elisa Allen, forderte, dem Beispiel des Königs zu folgen und das Produkt zu sabotieren. Die Herstellung von Stopfleber ist in Großbritannien verboten, nicht aber der Verkauf oder die Einfuhr. Enten und Gänse litten entsetzlich unter der Zwangsmästung mittels eines Rohres im Hals.

Am Hof gibt es eine ganze Reihe verbotener Lebensmittel. Allerdings geht es bei den meisten anderen Gerichten nicht um Tierliebe oder -schutz. Auch die Menschenliebe wird bei Empfängen oder Audienzen großgeschrieben. Der ehemalige Koch Queen Elizabeths II. (96, † 2022) Darren McGrady sagte: „Wir können nichts mit Knoblauch oder zu vielen Zwiebeln servieren.“ Auch Schalentiere sind in der Öffentlichkeit verpönt. Zu gleichen Teilen will man unästhetische Bilder beim Verzehr vermeiden und der Gefahr einer Vergiftung aus dem Weg gehen. Verwendete Quellen: Daily Telegraph, dpa

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