Vermittelt „Tatort“ ein falsches Bild von Kriminalität? ARD reagiert auf Kritik
Der „Tatort“ gilt in Deutschland als legendäres TV-Format. Jeden Sonntag fiebern Millionen Fans vor den Bildschirmen mit, wenn das Krimi-Highlight ausgestrahlt wird. Nun wird eine kritische Stimme laut.
Berlin – Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger (60) äußerte während eines Symposiums Kritik am „Tatort“-Konzept der ARD. Er bemängelte, dass Sonntagabend-Krimis übertrieben häufig Unternehmer als Täter darstellen würden. Diesen Umstand empfindet er als schädlich für das Ansehen der Arbeitgeber.
ARD-„Tatort“: Unternehmer-Vorwürfe von Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger
Zum 60. Geburtstag von Rainer Dulger fand ein Symposium mit namhaften Gästen statt, darunter auch Bundeskanzler Olaf Scholz. Dulger nutzte diese Plattform, um seine Sorge über das zunehmende Misstrauen gegenüber Unternehmern und Wirtschaftern zu thematisieren. Er kritisierte insbesondere das negative Image von Unternehmern, das ihm zufolge auch durch TV-Krimis beeinflusst wird.
Das negative Image schlägt dem gebürtigen Heidelberger schwer auf den Magen. Besonders in der „Tatort“-Reihe würden Unternehmer und Manager oft als Täter porträtiert werden. Eine Studie aus dem Jahr 2017, die über 1.000 „Tatort“-Folgen analysierte, stützt seine Aussage: Unternehmer waren demnach die am häufigsten dargestellten Täter in der Serie.
„Tatort“-Kritik: ARD meldet sich zu Wort
Ein Sprecher der ARD-Programmdirektion erwiderte die Kritik, dass die Handlungen des „Tatorts“ in verschiedensten sozialen Milieus angesiedelt sind und nicht gezielt bestimmte Berufs- oder Bevölkerungsgruppen angreifen. Er unterstrich, dass es nicht das Ziel sei, ein festgefügtes Bild bestimmter Gruppen in der Öffentlichkeit zu etablieren oder pauschale Urteile zu fällen.

Für den ARD-Sprecher sei der Anspruch von Sonntagskrimis, gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen, wobei die Mordfälle sicherlich nicht überproportional auf Kosten von Unternehmern gehen würden. Prominente Kritik am „Tatort“ gab es jüngst auch von Nastassja Kinski, die eine unbekleidete Jugend-Szene von sich, verbieten lassen möchte. Verwendete Quellen: t-online.de