Kinobetreiber starb vor einem Jahr

Auf ein Weißbier für Steffen Kuchenreuther († 65)

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Karin und Dr. Edmund Stoiber stoßen mit Witwe Soo Leng Kuchenreuther (Mi.) sowie FilmFernsehFonds-Boss Dr. Klaus Schaefer und Radio-Boss Georg Dingler auf den verstorbenen Steffen Kuchenreuther im Tiroler Stüberl im Palais-Keller an.

München - Montagabend haben 50 Wegbegleiter und Freunde noch einmal dem langjährigen Präsidenten der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft und Filmballorganisator Steffen Kuchenreuther gedacht.

Weißbiergläser klirren, und ein fröhliches Prost durchdringt das Tiroler Stüberl im Palaiskeller im Bayerischen Hof. Genauso wie es beim mitternächtlichen Weißwurstessen während des Filmballs all die Jahre in fröhlicher Runde und gleicher Besetzung üblich war. Damit sollte nach 8762 Stunden und 30 Minuten das Trauerjahr nun auch zu Ende sein und dem Neuanfang Platz machen.

Montagabend gedachten 50 Wegbegleiter und Freunde noch einmal dem langjährigen Präsidenten der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft und Filmballorganisator Steffen Kuchenreuther, der am 20. Januar 2013 um 15.30 Uhr den Kampf gegen den Krebs verloren hatte – nur wenige Stunden, nachdem der 40.-Jubiläums-Filmball zu Ende gegangen war, den Kuchenreuther mit letzter Kraft noch organisiert hatte. Ehefrau Soo Leng an seiner Seite, für die die Welt mit seinem Tod keine schöne mehr ist. Doch sie will jetzt auch nach vorne schauen – trotz dieses Verlustes.

Im Stüberl aber schauten die Freunde Kuchenreuthers bei dessen Lieblingsgetränk erst noch mal zurück und erinnerten sich an einen lebensfrohen, großzügigen und treuen Menschen, mit dem man Pferde stehlen konnte. Oder im Fanblock eines Fußballstadions stehen, wo der FC Bayern gerade kickte. Bis er in Nürnberg einmal darin eingeschlossen war, wie sich der ehemalige Ministerpräsident Dr. Edmund ­Stoiber erinnerte.

Die beiden hatten viele gemeinsame Interessen und tauschten sich oft bei einem Essen miteinander aus. „Ich habe bewundert, dass er bis zuletzt gekämpft hat – und dass er, von der Krankheit gezeichnet, noch unter die Leute gegangen ist“, sagte Stoiber bei einem Weißbier. „Sonst trink ich ja eher einen Wein, aber zu Ehren von Steffen ...“

„Er war ein großer Mensch mit großer Seele und weichem Herz“, meinte Karin ­Stoiber, die sich vergangenes Jahr in der Alpenklinik von einer Rücken-OP erholen musste – sie blieb mit Kuchenreuther telefonisch in Verbindung, und man tauschte sich regelmäßig über Schmerzmittel aus ... Denn selbst in der Krankheit hatte Kuchenreuther noch Witz und Optimismus verbreitet.

Fritz und Evi Pressmar vom Sendlinger-Tor-Kino erzählten von den Schafkopfrunden – die längste dauerte von acht Uhr abends bis 9 Uhr früh. Andere erzählten von gemeinsamen Reisen, u. a. in die Wüste von Ägypten, wo Kuchenreuther einen eigenen Koffer mit Erdinger Weißbier mitführte und Ehefrau Soo Leng den Einheimischen erklärte: „Das ist Medizin für meinen Mann!“

Ja, es wurde herzlich gelacht – und für alle bleibt Steffen Kuchenreuther unvergessen, u. a. für Radio-Gong-Boss Georg ­Dingler, der das Treffen organisiert hatte; BLM-Präsident Siegfried Schneider, der an eine legendäre Reise zu einem Filmfest nach Bulgarien erinnerte; Filmproduzent Peter Zenk und FilmFernsehFonds-Boss Dr. Klaus Schaefer, der mit Kuchenreuther (am Akkordeon) bei den FilmFonikern spielte.

US

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