Ein Tricktechniker verrät das Geheimnis von Zwillingsrollen

Wie ein Schauspieler doppelt ins Bild kommt

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In dem Sat-1-Film spielt Christoph M. Ohrt eine Doppelrolle, nämlich ein Zwillingspaar. Moderne Technik macht die Illusion perfekt.

Im Fernsehen sieht man doppelt. Gleich drei Filme zeigen innerhalb kurzer Zeit Schauspieler in einer Doppelrolle.

Christoph M. Ohrt tauscht am Donnerstag mit seinem Zwillingsbruder die Rollen, im ZDF spielt Natalia Wörner ihrer Doppelgängerin übel mit (Die Lüge, 15. September), und schließlich streitet sich im Ersten Jule Ronstedt mit ihrem Zwilling (Hilfe, meine Schwester kommt!, 24. Oktober). Zumindest optisch ist das beeindruckend. Wie die Visual-Effects-Experten es heute hinbekommen, dass sich ein Darsteller in einer Doppelrolle sogar selbst anfassen kann, das erklärt Nhat Quang Tran, Spezialist von der Potsdamer Firma exozet effects im Interview.

Welche Sendung was kostet - die teuersten Werbeblöcke

Dr. House ist die teuerste Serie im deutschen Fernsehen. 81 000 Euro kostet eine halbe Minute Werbung während der RTL-Serie. © RTL
Die teuersten Werbe-Inseln im Ersten werden am frühen Samstagabend gesendet – dann läuft die Sportschau mit der Bundesliga. In den Werbepausen gegen 18.50 Uhr und 19.25 Uhr kosten 30 Sekunden Reklame 50.100 Euro bzw. 55.800 Euro, für den exklusiven Split-Screen-Spot (also der mit dem geteilten Bildschirm) um 19.51 Uhr sind sogar 72.000 Euro fällig. © WDR/Klaus Görgen
Nach Dr. House folgt im RTL-Ranking CSI: Miami. Dort bekommt man 30 Sekunden Werbung für gut 70.000 Euro. © RTL
Hinter den Formel-1-Rennen (65 100 Euro) kommen Doku-Soaps wie Bauer sucht Frau (zwischen 57.000 und 61.500 Euro)... © RTL
... und Raus aus den Schulden (zwischen 54 000 und 57.000 Euro) mit Peter Zwegat... © RTL
... sowie Monk ... © RTL
... und der 20.10-Uhr-Werbebreak in den Montags- bis Donnerstags-Folgen von Gute Zeiten, schlechte Zeiten. © RTL/Pick
Die teuersten Werbeflächen von Pro7 liegen innerhalb der Sonntags-Spielfilme. 48.210 Euro kostet ein 30-Sekünder dort im Normalfall. Es folgen die US-Serien Moonlight und Desperate Housewives mit Preisen von je 34 440 Euro. © dpa
Auch Grey’s Anatomy, die Die Simpsons und ­EUReKA liegen noch über 30 000 Euro. © 
Die Schlag den Raab-Preise sind wegen der Länge der Show sehr unterschiedlich, liegen zwischen 26 970 und 37 950 Euro. © 
In den Sat.1-Preislisten ganz vorn stehen Fußball und amerikanische Krimis. Die Halbzeit-Werbung der Champions League und Reklame während der Sonntagsserie Navy CSI kosten knapp 50 000 Euro. © 

Herr Tran, gab es in letzter Zeit auf dem Gebiet besondere technische Neuerungen?

Nhat Quang Tran: Man kann solche Verdoppelungen mittlerweile wesentlich besser machen, ja. Im Gegensatz zu den Bildern, die man aus den 80er-Jahren kennt. Da gab es einige Doppelgänger-Geschichten, die meistens mit einfacher Doppelbelichtung gemacht wurden. Das heißt: Eine Bildhälfte wurde verdeckt, die andere Seite mit einer Szene belichtet. Dann spulte man den Film zurück, verdeckte diese Seite und belichtete die andere.

Das konnte man im Bild oft auch ein bisschen sehen…

Ja, die beiden Figuren sahen sich dabei manchmal nicht richtig an, oder es war ein sehr starres Bild. Mittlerweile sind verschiedene Techniken dazugekommen.

Zum Beispiel?

Blue- oder Greenscreen. Szenen werden vor blauem oder grünem Hintergrund gedreht und ausgeschnitten. „Gestanzt“, sagt man in der Filmsprache. Für die Zwillingsdrehs bedeutet das, es muss keine starre Trennlinie mehr zwischen den beiden Aufnahmen geben. Die beiden Figuren können auch mal in die Bildhälfte der jeweils anderen greifen. Das lockert die Sache auf. Greenscreen kombinierten wir im Film Zwillingsküsse schmecken besser mit einer weiteren Technik, die sich Motion-Control nennt. Damit können Sie eine Kamerabewegung mehrmals identisch wiederholen. Das ist wichtig, wenn der gleiche Take zweimal gedreht wird. Einmal mit dem Schauspieler in dieser, dann noch einmal in jener Rolle.

Die Kamera muss dabei exakt die gleiche Bewegung abfahren, damit es hinterher ein schlüssiges Gesamtbild ergibt, das nicht springt. „Motion-Control“ heißt also, ein Computer kontrolliert die Bewegung der Kamera?

Genau. Am Ende werden dann zwei Bildteile zu einem zusammengefasst. Der schwierigste Part bei diesen Zwillingsgeschichten ist aber nach wie vor die Leistung der Schauspieler. Sie müssen loslassen von ihren gewohnten Arbeitsweisen mit einem Partner, auf den man eingehen muss. Sie müssen im einen Moment den Part spielen, mit dem sie in 15 Minuten als Gegenüber arbeiten. Ohrt spricht also beispielsweise einen Satz als Maximilian gegen eine grüne Wand, zieht sich um und antwortet als Lukas – ebenfalls einer grünen Wand.

Wenn die Zwillinge sich im Film umarmen, muss aber immer noch ein Double her, oder?

Genau. Allerdings haben wir es bei dem Film mit Christoph M. Ohrt geschafft, dass sich beide berühren!

Wie denn?

Am Ende des Films gibt es eine Szene, in der einer den anderen aufhält. Die Brüder werden beide von Christoph M. Ohrt gespielt, aber der Arm, der da herüberreicht, kommt vom Double. Das sind so die kleinen Tricks.

Interview mit Schauspieler Christoph M. Ohrt:

Ohrt: "Es hat Spaß gemacht"

In dem Sat.1-Film Zwillingsküsse schmecken besser spielt Christoph M. Ohrt (48) eine Doppelrolle: die Zwillinge Lukas und Maximilian, der eine ist Müllmann, der andere Millionär. Beim Drehen der entsprechenden Szenen stand ihm der Schauspieler Andreas Pauls als ­Double zur Verfügung. Das heißt: Pauls wechselte immer in die Rolle der jeweils anderen Zwillingshälfte, ist jedoch nie im fertigen Film zu sehen. So hatte Ohrt einen menschlichen Ansprechpartner und musste nicht ins Leere reden. „Immer, wenn ich nicht weiterwusste, half er mir aus der Patsche“, sagt Ohrt über seinen Gegenpart und erklärt im Interview, wie es ihm beim Zwillingsdreh erging.

Herr Ohrt, war es anstrengend, zwei Rollen zu spielen?

Christoph M. Ohrt:Und ob! War der eine Part abgedreht, heiß es: „Christoph, zieh dich um, kämm dir die Haare und spiel den anderen Zwilling!“ Man hat ja während der Produktion auch nicht endlos Zeit, um alles perfekt vorzubereiten. Manchmal haben wir erst beim Dreh gemerkt, dass eine Szene so, wie sie im Drehbuch steht, nicht funktioniert. Dann mussten wir sie kurzfristig ändern. Hinzu kamen noch die Jungs mit der grünen Matte für die Spezialeffekte, die hinter mir durchs Bild liefen. Es war also zum einen extrem anstrengend, machte auf der anderen Seite aber auch einen Riesenspaß.

Haben Sie sich zur Vorbereitung andere Zwillingsfilme angesehen?

Das nicht, aber ich kann mich noch daran erinnern, wie ich zum ersten Mal den Film Dead Ringers von David Cronenberg gesehen habe. Damals saß ich baff im Kino und habe ewig gegrübelt, wie die das gemacht haben. Inzwischen weiß ich, wie das geht, und ich weiß auch, was der arme Jeremy Irons dafür durchgemacht hat (lacht).

Quelle: tz

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