Star-Figaro erliegt Herzstillstand

So geht es nach Lipperts Tod weiter

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Der Friseur der Stars: Wolfgang Lippert posiert mit Verona Poth (l.) und Jade Jagger.

München - Tag eins nach dem Tod von Wolfgang Lippert fordert den Mitarbeitern des Star-Friseurs alles ab. Die Nachfolge hat der lebensfrohe Münchner bereits durchgeplant.

Alles wie immer - Freitagfrüh um halb neun, in den Salons von Lippert's Friseure am Lenbachplatz. Lounge-Musik erfüllt die Räume, erste Kundinnen werden beraten, dazu ein Kaffee serviert - man spricht über das Wetter und die Kälte. Alles wie immer. Aber nur für die Kunden.

Die 35 Friseure und Mitarbeiter kämpfen den ganzen Tag mit den Tränen, versuchen, einfach das zu machen, was sie ihr Mentor und Meister mit seiner kehligen Stimme und schneller Sprache stets gelehrt hat: Egal, was passiert, macht eure Arbeit - der Kunde ist der Star!

Es ist das Schlimmste passiert, was passieren konnte: Am späten Donnerstagnachmittag ist Wolfgang Lippert (†58) daheim in seiner Maisonettewohnung in der Trogerstraße gestorben. Herzstillstand. Eine verschleppte Erkältung.

Lippert setzt auf therapeutische Unterstützung

Das Ende einer längeren Krankheitsgeschichte, die mit dem Gewicht, aber auch mit zwei Knieoperationen zu tun hat. Für das erste neue Knie nahm sich Wolfgang Lippert noch richtig Reha-Zeit, für das zweite fehlte ihm am Ende die Geduld. ­Privat ­engagierte Therapeuten taten ihr Möglichstes, aber so richtig kam der Star-Figaro nicht mehr auf die Beine.

Zumindest um seine Salons brauchte er sich nicht zu sorgen: Er hatte über Jahre einen sechsköpfigen Management-Circle aufgebaut, der seit sieben Jahren alles leitete - mit Wolfgang Lippert als führendem Kopf und letzte In­stanz.

Und so telefonierte Geschäftsführer Markus Ruidl (48) Donnerstagmittag wie immer mit dem Chef. Die beiden tauschten sich über das nächste Team­coaching aus. Doch da hörte sich Wolfgang Lippert schon miserabel an. Die Haushälterin rief schließlich die Töchter Maxyne (23) und Natalie (25) an - der Papa wünschte sich, dass nur jemand da ist.

Töchter rufen den Notarzt

Und so waren die beiden Studentinnen auch schnell zur Stelle, gegen 16 Uhr riefen sie den Notarzt. Der wollte Wolfgang Lippert sofort in die Klinik bringen lassen, aber er wollte einfach nicht. Dann kam der Hausarzt, und schließlich war alle ärztliche Kunst vergebens: Wolfgang Lipperts Herz konnte nicht mehr. Am Ende war alles zu viel - nach 58 Jahren und acht Monaten.

Maß und Dosierung waren ­Lipperts Sache nie: Er wollte alles und hat alles dafür gegeben - sein Privatleben und die Gesundheit. Er wollte der Beste sein. Der Berühmteste. Das Herz des glamourösesten Friseursalons Deutschlands. Und er war es - selbst im Fernsehen: ob in der VOX-Show "Top Cut", auf RTL II in der Doku-Soap "Schickeria Deluxe" oder in der TV-Doku "Waschen, Schneiden, Bussi".

Glanz und Prominenz wollte Lippert aber nicht nur für seinen Salon. Er wollte auch, dass sich vor dem Spiegel jede Kundin mit einem Gläschen Prosecco und umgarnt von den charmantesten Friseuren wie ein Star fühlt - egal, ob sie ­Lieschen Müller, Paris Hilton, Sarah Connor oder Verona Pooth heißt. Dass jede und jeder mit einer aufregenden Frisur und glücklichem Lächeln den Salon verlässt.

Lippert sechs Tage pro Woche im Einsatz

Darüber hat Lippert Jahrzehnte lang selbst gewacht: Im schwarzen Gehrock stand er stundenlang am Treppenabsatz - alle Stühle und die Gesichter der Kundschaft im Blick. Denn die Mimik verrät zuverlässig, wie gut der Friseur gerade seinen Job macht. Und wenn auch nur ein Hauch von Ungeduld oder Missmut abzulesen war, war der Boss zur Stelle. Höchste Disziplin und äußersten Einsatz forderte er nicht nur von seinen Mitarbeitern, auch von sich selbst. Tag und Nacht, sechs Tage die Woche.

Die Kontrolle verlor er allein nachts - vor dem Kühlschrank in seiner schönen Wohnung, wenn das Leben Lust einforderte.

Was hatte Wolfgang ­Lippert geschuftet! Schon im Salon seines Vaters im legendären Interconti. Als der Senior starb, zog der Filius vor knapp 20 Jahren mit dem Salon ein paar Straßen weiter - an den Lenbachplatz und nannte ihn Lippert's ­Friseure. Er wollte noch mehr als sein Vater. Und er wollte mehr als alle anderen. Irgendwann hatte er zwei Salons - das traditionsreiche L1 und das junge L2 - geführt von seinen engsten Mitarbeitern.

Viel mehr als Waschen, Schneiden, Föhnen

Die saßen am Donnerstagabend auch an seinem Totenbett, um sich von ihrem Chef zu verabschieden, der sie so viel gelehrt hatte. Denn bei Lippert musste ein Friseur immer viel mehr als Waschen, Schneiden und Föhnen können: über Gesellschaftsrelevantes reden, ein strahlendes und charmantes Auftreten haben und jeder Situation gewachsen sein.

Und auch nach dem Tod des Chefs am nächsten Morgen wieder am Arbeitsplatz sein - ganz so wie immer und ganz so, als wäre nichts geschehen. Denn mit den Salons von Lippert's Friseuren soll es weitergehen, wie es immer war.

Dafür hatte der Chef schon zu Lebzeiten gesorgt, als er seinem engsten Mitarbeiterkreis 49 Prozent der Geschäftsanteile übertragen hatte. Mit dem Tod übernimmt der Management-Circle das ganze Geschäft - als Lippert's Friseure. Für einen Star-Figaro kann es kein schöneres Denkmal geben!

Ulrike Schmidt

Trauerfeier und Beerdigung finden nur für Geladene im Familien- und ­Freundeskreis statt.

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