ZDF-Film "Der Andere"

Bibiana Beglau im Interview: "Wir glitzern auf ­einer Welle …"

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Atemberaubend auf dem TV-Schirm, genauso wie auf der Bühne: Schauspielerin Bibiana Beglau.

München - Bibiana Beglau feiert am Freitag im ZDF-Film "Der Andere" ihre Fernseh-Premiere. Sie spielt zusammen mit Devid Striesow ein in der Ehe etwas gelangweiltes Paar, das sich auf gefährliche erotische Abwege begibt. Die tz traf sie vorab zum Interview.

Wenn Bibiana Beglau einen Raum betritt, steht der unter Starkstrom. So viel Feuer, Glanz, Lebens­intensität gibt’s nicht so schnell noch mal. Seit 2011 gehört sie zu Martin Kušejs Mannschaft am Residenztheater, geliebt und hoch geschätzt vom Publikum für ihre immer extremen Rollen, für die sie Preise gewinnt und zum Berliner Theatertreffen eingeladen wird. Was nicht so oft vorkommt: Bibiana Beglau (Jahrgang 1971) fühlt sich in allen darstellenden Künsten wie ein Fisch im Wasser – ist im Film, im Fernsehen oder auch im Hörspiel so gern, so gut und so gefragt wie auf der Bühne. Beglau: „Das Bespielen von diesen medialen Flächen macht mir Spaß. Ich habe offenbar das Glück, dass ich für das alles tauge“. Am Freitag hat sie Fernseh-Premiere in "Der Andere". Das ist die erste von sechs Folgen der zweiten Staffel "Schuld" nach den Erzählungen des Strafverteidigers und Autors Ferdinand von Schirach (21.15 Uhr im ZDF). Sie spielt zusammen mit Devid Striesow ein in der Ehe etwas gelangweiltes Paar, das sich auf ­gefährliche erotische Abwege begibt.

Was der Zuschauer als angenehm empfindet: So erotisch der Film ist, so wenig wird man mit dem dreisten Vorführen von Körperteilen behelligt. 

Lissy (Bibiana Beglau) und Thorsten Paulsberg (Devid Striesow) beleben ihre Beziehung mit erotischen Abenteuern.

Bibiana Beglau: Haben Sie eine Ahnung! Um die Szenen intensiv hinzukriegen, mussten wir aber erst mal viel drehen. Wir haben es bloß nicht gezeigt. Es war mit der Regisseurin Maris Pfeiffer eine tolle Arbeit, weil alle Kollegen so auf einer Welle glitzern – Devid Striesow, Matthias Matschke, Moritz Bleibtreu – und weil Oliver Berben, der Produzent der Reihe, eben kein billiges Serienprodukt machen will. Es darf Geld und, noch viel kostbarer, Zeit kosten. Das sieht dann hinterher auch anders aus. Sogar Schirach, der Autor, war mal am Set, weil er wissen wollte, was wir da so treiben.

Das alles hat doch sicher auch damit zu tun, dass sich, nach dem Riesenerfolg der großen, blendend gemachten amerikanischen Serien, auch bei uns im Fernsehen in letzter Zeit etwas ändert. Es geht hierbei, wie man gerade auch bei der Jury der Berlinale sah, auf den Film, auf das größer und besser gemachte Produkt zu.

Beglau: Wenn ich nicht immerzu abwechselnd drehen oder spielen müsste, würde ich noch viel intensiver gucken. Die Leute ziehen sich ja auch bei uns ganze Nächte hindurch die Serien auf einmal rein.

Bei der Jugend gilt das Fernsehen als Medium ja heute nicht mehr viel. Die bedient sich für filmische Inhalte zu eigenen Zeiten bei anderen Kanälen … 

Beglau: Ich halte Fernsehen für ein tolles künstlerisches Medium. Für die Jugend ist es eigentlich schon veraltet, und jetzt, wo es fast schon passé ist, macht man es wieder neu und größer.

Noch ein Blick auf Ihre Münchner Theaterarbeit. Wie gefällt es Ihnen eigentlich in München?

Beglau: Es hat eine Zeit gedauert, aber nun fühlen wir uns vom Publikum sehr angenommen.

Sie werden ja fast nur in schrillen, sehr extremen Rollen eingesetzt. Das würde keine so brillant machen wie Sie. Aber hätten Sie nicht mal Lust auf eine richtige Komödie?

Beglau: Und wie! Können Sie das nicht mal ganz laut schreiben?

Interview: Beate Kayser

"Der Andere", Freitag, 21.15 Uhr, ZDF

Den Film können Sie bereits vorab in der ZDF-Mediathek sehen.

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